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Der dunkle Turm - Gesamtausgabe

Der dunkle Turm - Gesamtausgabe

Titel: Der dunkle Turm - Gesamtausgabe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephen King
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wann zum Schichtwechsel geblasen wurde und die Sonne für die Nacht ausgegangen ist.«
    Dann müsste es drüben halb drei Uhr morgens sein, rechnete Jake aus, indem er die Stunden an den Fingern abzählte. Das Denken fiel ihm selbst bei einfachen Additionen schwer, weil er in Gedanken ständig bei Eddie war, aber er merkte, dass er es hinbekam, wenn er sich wirklich Mühe gab. Bloß kannst du dich nicht darauf verlassen, dass es nur fünf Stunden sind, weil die Zeit auf der Amerika-Seite schneller läuft. Das kann sich jetzt, wo die Brecher aufgehört haben, dem Balken zuzusetzen, natürlich ändern – die Zeit kann wieder synchron laufen –, wenn auch vermutlich nicht gleich. Im Augenblick läuft sie bestimmt noch schneller.
    Außerdem konnte sie rutschen.
    Noch in der einen Minute konnte Stephen King am Morgen des 19. Juni putzmunter in seinem Arbeitszimmer an der Schreibmaschine sitzen, um in der nächsten … bums! Weil acht oder zwölf Stunden blitzschnell vergangen waren, konnte er am selben Abend bei einem Beerdigungsunternehmen in der Nähe liegen, während seine trauernden Angehörigen ihrerseits im Lichtkreis einer Lampe saßen, zu entscheiden versuchten, was für eine Art Trauergottesdienst King gewollt hätte – falls das nicht in seinem Testament stand –, und sich vielleicht sogar überlegten, wo er bestattet werden sollte. Und der Dunkle Turm? Stephen Kings Version des Dunklen Turms? Oder die Version von Gan, die Version der Prim? Verloren, alle für immer verloren. Und dieses Geräusch, das man hört? He, das muss der Scharlachrote König sein, der irgendwo mitten in der Discordia lacht und lacht und lacht. Und vielleicht Mordred der Spinnenjunge, der gemeinsam mit ihm lacht.
    Erstmals seit Eddies Tod rückte etwas anderes als Trauer in den Vordergrund von Jakes Bewusstsein. Es war ein leises Ticken, ähnlich dem, wie es die Schnaatze gemacht hatten, nachdem Roland und Eddie sie programmiert hatten. Kurz bevor sie Haylis übergeben worden waren, damit er sie verstecken konnte, war das gewesen. Das Ticken war das Geräusch der Zeit, und die Zeit war ihnen nicht zugetan.
    »Er hat Recht«, sagte Jake. »Wir müssen hin, solange wir noch etwas ausrichten können.«
    Ted: »Wird Susannah …«
    »Nein«, unterbrach Roland ihn. »Susannah bleibt hier, und ihr helft ihr, Eddie zu begraben. Einverstanden?«
    »Ja«, sagte Ted. »Natürlich, wenn du das so willst.«
    »Wenn wir nicht bis …« Roland rechnete. Er kniff dabei ein Auge zu, während er mit dem anderen ins Dunkel starrte. »Wenn wir nicht bis übermorgen um dieselbe Zeit zurück sind, könnt ihr davon ausgehen, dass wir in Fedic in die Endwelt zurückgekehrt sind.« Ja, geht mal von Fedic aus, dachte Jake. Natürlich. Welchen Zweck hatte schon groß die logischere Annahme, dass wir tot sind oder uns zwischen den Welten verirrt haben: Flitzer bis in alle Ewigkeit?
    »Kennt ihr Fedic?«, fragte Roland gerade.
    »Südlich von hier, stimmt’s?«, sagte Worthington. Er war mit der elfjährigen Dani herübergekommen. »Beziehungsweise dort, wo einst Süden war. Trampas und einige der anderen Can-Toi haben davon gesprochen, als würde es dort spuken.«
    »Dort spukt es allerdings«, sagte Roland grimmig. »Könnt ihr Susannah in einen Zug nach Fedic setzen, falls wir es nicht schaffen, hierher zurückzukommen? Ich weiß, dass noch irgendwelche Züge verkehren müssen, sonst …«
    »Wegen der Grünkittel, meinst du?«, sagte Dinky und nickte bedächtig. »Beziehungsweise wegen der Wölfe, wie ihr sie nennt. Alle Züge der Linie D verkehren noch. Sie sind automatisiert.«
    »Sind das Monos? Können die sprechen?«, sagte Jake, der sofort an Blaine hatte denken müssen.
    Dinky und Ted wechselten einen fragenden Blick, dann wandte Dinky sich wieder Jake zu und zuckte die Achseln. »Woher sollen wir das wissen? Ich weiß vermutlich mehr über die Körbchengröße D als die Linie D, und das dürfte hier für alle gelten. Zumindest für die Brecher. Manche der Wachen könnten vielleicht mehr wissen. Oder der Kerl dort drüben.« Er wies mit dem Daumen auf Tassa, der weiter mit dem Kopf in den Händen auf der Treppe vor dem Shapleigh House saß.
    »Wir werden Susannah jedenfalls bitten, vorsichtig zu sein«, murmelte Roland an Jake gewandt. Jake nickte. Wahrscheinlich konnten sie nicht mehr tun, aber er hatte eine weitere Frage. Er nahm sich vor, sie Ted oder Dinky zu stellen, sobald Roland einmal anderweitig beschäftigt war. Die Vorstellung, Susannah

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