Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Der Weg der Könige - Sanderson, B: Weg der Könige - The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1

Der Weg der Könige - Sanderson, B: Weg der Könige - The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1

Titel: Der Weg der Könige - Sanderson, B: Weg der Könige - The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brandon Sanderson
Vom Netzwerk:
starrte noch immer den Mond an und trat dabei geistesabwesend gegen den Pfosten neben ihm.
    Einen Augenblick später eilten Fels und ein verlegener Teft auf Kaladin zu. »Tut mir leid«, flüsterte Teft. »Der wandelnde Berg hat mich erschreckt.«

    »Wenn ich ein Berg bin, warum hast du mich dann nicht kommen gehört, hä?«, brummte Fels.
    Kaladin schnaubte, ertastete das Hinterteil des angezeigten Wagens und fand das X im Holz. Er holte tief Luft und kroch auf dem Rücken unter das Gefährt.
    Die Stängel waren noch da, in zwanzig Bündeln, von denen jedes so dick wie eine Handspanne war. »Ischi, Herold des Glücks, du seiest gepriesen«, flüsterte er und band das erste Bündel los.
    »Alle da, ja?«, fragte Teft, beugte sich hinunter und kratzte sich im Mondlicht den Bart. »Kann noch gar nicht glauben, dass wir so viele gefunden haben sollen. Wir müssen doch jedes einzelne Kraut auf der ganzen verdammten Ebene ausgezupft haben.«
    Kaladin gab ihm das erste Bündel. Ohne Syl hätten sie kaum ein Drittel davon entdeckt. Sie war so schnell wie ein Insekt im vollen Flug und schien einen Sinn dafür zu haben, wo sie etwas finden konnte. Kaladin band das nächste Bündel los und streckte es vor. Teft wickelte es um das erste.
    Als Kaladin unter dem Wagen arbeitete, trieben einige kleine weiße Blätter auf ihn zu und verwandelten sich in Syls Gestalt. Sie bremste neben seinem Kopf ab. »Ich habe nirgendwo einen Wächter gesehen. Da ist nur ein Junge beim Chullpferch. « Ihre weißblaue durchscheinende Gestalt war in der Finsternis beinahe unsichtbar.
    »Ich hoffe, diese Stängel sind noch gut«, flüsterte Kaladin. »Wenn sie nämlich zu sehr ausgetrocknet sind …«
    »Sie sind schon in Ordnung. Du machst dir zu viele Sorgen. Ich habe dir ein paar Flaschen besorgt.«
    »Ach ja?«, fragte er so freudig, dass er sich beinahe aufgerichtet hätte. Dann besann er sich eines Besseren, kurz bevor er sich den Schädel angeschlagen hätte.
    Syl nickte. »Ich werde sie dir zeigen. Sie sind so schwer und fest, dass ich sie nicht tragen konnte.«

    Rasch band Kaladin den Rest der Bündel los und gab sie dem nervösen Teft. Kaladin huschte unter dem Wagen hervor und ergriff zwei der größeren, zusammengedrehten Bündel. Teft packte zwei weitere, und Fels gelang es sogar, gleich drei zu nehmen, indem er sich eines unter den Arm steckte. Sie brauchten einen Ort, an dem sie arbeiten konnten, ohne bemerkt zu werden. Obwohl das Knopfkraut wertlos zu sein schien, würde Gaz einen Weg finden, ihre Arbeit zunichte zu machen, sobald er herausfand, was sie vorhatten.
    Zuerst die Flaschen, dachte Kaladin. Er nickte Syl zu, die sie aus dem Wagenhof heraus und zu einer Taverne führte. Sie schien hastig aus zweitklassigem Holz zusammengenagelt worden zu sein, doch das hielt die Soldaten in ihrem Innern nicht ab, sich zu amüsieren. Sie waren so ausgelassen, dass Kaladin schon befürchtete, das ganze Gebäude könnte zusammenbrechen.
    Dahinter lag in einer zersplitterten Lattenkiste ein Haufen aus leeren Flaschen, in denen sich Alkohol befunden hatte. Glas war so kostbar, dass ganze Flaschen wiederverwertet wurden, aber diese hier hatten entweder Sprünge oder abgeschlagene Hälse. Kaladin setzte seine Bündel ab und wählte drei beinahe unbeschädigte Flaschen aus. Er spülte sie in einem Wasserfass in der Nähe durch; dann steckte er sie in einen Sack, den er nur zu diesem Zweck mitgebracht hatte.
    Er hob seine Bündel wieder auf und nickte den anderen zu. »Versucht so zu wirken, als würdet ihr etwas unangenehm Eintöniges tun«, sagte er. »Senkt die Köpfe.« Die anderen beiden nickten, und gemeinsam gingen sie zur Hauptstraße hinaus und trugen ihre Bündel, als befänden sie sich im Arbeitsdienst. Dabei zogen sie viel weniger Aufmerksamkeit auf sich als zuvor.
    Sie vermieden den Holzplatz und überquerten das offene Steinfeld, das die Armee als Aufmarschplatz benutzte, bevor sie den Hang hinunterschritten, der zur Zerbrochenen Ebene
führte. Ein Wachtposten bemerkte sie, und Kaladin hielt den Atem an … doch sie wurden durchgelassen. Vermutlich glaubte der Wächter aufgrund ihrer gebückten Haltung, dass sie einen guten Grund hatten, hier zu sein. Wenn sie versuchen sollten, das Lager ganz zu verlassen, so wäre das eine andere Sache, aber der Zutritt zu diesem Gebiet in der Nähe der ersten Klüfte war ja nicht verboten.
    Bald hatten sie die Stelle erreicht, wo sich Kaladin beinahe umgebracht hätte. Was für einen Unterschied

Weitere Kostenlose Bücher