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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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ein gewaltiger Ritter hervor / voller Hoffnung / den höchsten Gewin davon zutragen / welchen er in 16 Ritterspielen behäuptet hatte. Sein Harnisch wahr blau angelauffen mit güldenen Striemen; die Pferdedecke schneweis mit köstlichen rohten Korallen besticket / und unten herumb mit drey reihen Rubinen. Auff dem Helm steckete eine köstliche Siegesfahne / mit diesen worten: Virtus non latet. Tugend hält sich nicht in Winkeln. Im Schilde schwebete ein Adler / dabey diese Lobschrift: Meruit Laurum. Er hat den Lorberkranz erworben Im Halse hatte er eine grosse güldene Kette / an welcher zu unterst Käysers Alexander Severus Bilde hing. Dieser ritte hin zu den dreyen Obsiegern / und foderte den mit dem Morgenstern mit diesen Worten aus: Mannhafter Ritter / eure Faust hat bißher anzeige getahn / daß es euch eben so wenig an Kraft als erfahrenheit mangelt / welche Preiß ich euren Gesellen zugleich nachrühmen muß /daß ich nicht zweiffele / euer jeder sey geschikt genug dieses zuerwerben / was viel hoffen und wenig erlangen mögen. Vordißmahl aber ist mein gesinnen an euer Speer / das es auff meiner Brust / oder wo es am besten treffen kan / einen Versuch tuhn wolle / wo sonst das meine euch nicht zugeringe deucht; wil mich bemühen / es auff begebenheit zuverschulden /so weit mein Vermögen reichet. Es ist ein unverdientes Lob / mein Herr / antwortete dieser / welches mir seine gewogene Zunge zuleget / und mich ihm sehr verbunden machet / daß zu seinem Willen ich mich schuldig erkennen muß / werde auch unbetrübet meinen Sattel leeren / wann sein Speer solches wirken solte / und hätte Ursach / mich zu rühmen / wann der Unfal mich übersehen wolte / daher ich mich auff allen Fall fertig halte. Mein Herr / antwortete dieser: Es müste ein verwägener Ritter seyn / der ihm selbst vor treffens den Sieg zuschreiben dürfte; lasset uns aber den Speeren anbefehlen / daß sie uns den Ausgang wissend machen; kehrete sich hiemit um / und stellete sich dermassen unerschrocken / daß alle Anwesende die Gedanken fasseten / es würde dieses das gedenkwirdigste Treffen seyn. Sie liessen beyderseits ihr Herz und geschikligkeit sehen / traffen auch dergestalt / daß die Zuseher / solche Püffe zuerdulden können / vor unmöglich hielten; massen sie dann nicht allein die Speere in kurze Stücke zu splitterten / sondern auch mit den Leibern einander dergestalt begegneten / daß die Waffen knarreten / und sie beyde hinter sich bogen; welches Herkules ersehend / zu Ladisla sagete; er håtte dergleichen Treffen wenig gesehen. Sie empfunden beyderseits / daß sie es nicht mit Kindern zu tuhn hatten / hielten sich demnach feste auff den Pferden / und schicketen sich zum andern Satze /welcher mit neuen starken Speeren volführet ward /mid ihrer keiner nicht den allergeringsten Wank taht /ob gleich die Splitter in die Luft fuhren. Im dritten gange aber legete der mit dem Morgenstern alle Macht und geschikligkeit an / empfing auch seinen Mann so tapfer / daß er denselben samt dem Pferde übernhauffen warff / wiewol ihm und seinem Rosse der Fall auch nicht weit wahr / dessen er sich bloß durch seine geschikligkeit entbrach / und sich der Niderlage seines Gegeners höchlich freuete / der sich kümmerlich wieder erhub / uñ zu seinem Obsieger sagete: Teurer Ritter / ich göñe euch den Preiß / den ihr an mir behäuptet / wann ich nur euren Nahmen wissen möchte. Mein Herr / antwortete jener / wir werden einer dem andern wenig angewonnen haben / ohn daß mein Pferd sich ein wenig fester gehalten hat, daß ich aber meinen Nahmen verberge / zwinget mich mein Gelübde / welches der morgende Tag enden / und meinem Herrn mich zuerkennen geben wird. Hiemit muste der Abgestochene sich begnügen lassen / foderte von seinen Leuten ein Pferd / und ritte aus den Schranken hinweg / gleich da ein ander sich auff die Bahn stellete / und des mit dem Abendstern begehrete / ward aber im andern Treffen auff die Erde gelegt. Der mit der Mogenröhte fand auch seinen Bestreiter /der ihm zween harte Stösse aushielt / und im dritten abspringen muste / dessen sich nicht allein der Obsieger / sondern auch seine beyde Gesellen erfreueten /dann im andern gange hätte er schier den kürzern gezogen. Nach erhaltung dieses Sieges neigeten sich diese drey Gesellen gegen die anwesende Ritterschaft / und macheten sich aus den Schranken ins Gehölze hinein / deren Plaz die drey / so mit ihnen den Einzug gehalten / einnahmen / funden auch bald / die ihrer begehreten /

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