Die Foundation Trilogie
den Er mir weist.«
»Hä?«
Ponyets sah Gorm an und lachte auf. »Ich vergaÃ. Du hast das Buch des Geistes nie gelesen, oder?«
»Nie davon gehört.«
»Das hättest du aber, wenn du eine religiöse Ausbildung genossen hättest.«
»Religiöse Ausbildung? Als Priester?« Gorm war bis ins Innerste schockiert.
»Ich muss gestehen, ja. Das ist mein schmachvolles Geheimnis. Doch die Ehrwürdigen Väter wurden mit mir nicht fertig. Sie warfen mich aus Gründen hinaus, die ausreichten, mich zu einer weltlichen Ausbildung in der Foundation zu befördern ⦠Doch nun mache ich mich besser auf den Weg. Wie ist deine Quote in diesem Jahr?«
Gorm drückte seine Zigarette aus und schob seine Kappe zurecht. »Das ist jetzt meine letzte Fracht. Ich schaffe es.«
»Du Glückspilz«, knurrte Ponyets, und noch viele Minuten, nachdem Les Gorm gegangen war, saà er bewegungslos und in Gedanken versunken da.
Eskel Gorov war also auf Askone â und zwar im Gefängnis!
Das war schlecht! Tatsächlich war es noch viel schlimmer, als man auf den ersten Blick hätte glauben können. Eine solche Geschichte eignete sich dazu, sie einem neugierigen jungen Mann zu erzählen, um ihn vom Freihandel abzuschrecken, aber etwas ganz anderes war es, wenn man der Wahrheit gegenüberstand.
Denn Limmar Ponyets war einer der wenigen Leute, die zufällig wussten, dass Meisterhändler Eskel Gorov gar kein
Händler war, sondern ganz im Gegenteil ein Agent der Foundation.
2
Zwei Wochen waren vergangen. Zwei Wochen waren verschwendet.
Eine Woche hatte Ponyets gebraucht, um Askone zu erreichen. An der äuÃersten Grenze des Systems kamen die patrouillierenden Kriegsschiffe angeschossen und begleiteten ihn in ständig zunehmender Zahl. Was für ein Ãberwachungssystem sie auch haben mochten, es funktionierte ausgezeichnet.
Sie eskortierten ihn langsam hinein, ohne ein Signal, immer in kalter Distanz, und richteten ihn barsch auf die zentrale Sonne von Askone aus.
Im Notfall hätte Ponyets mit ihnen fertigwerden können. Diese Schiffe waren Ãberbleibsel des längst untergegangenen galaktischen Imperiums â aber es waren Sportkreuzer, keine Kriegsschiffe, und ohne Atomwaffen stellten sie nichts anderes als ebenso pittoreske wie hilflose Ellipsoide dar. Doch Eskel Gorov befand sich als Gefangener in ihren Händen, und Gorov war keine Geisel, die man ohne weiteres abschrieb. Die Askonier mussten das wissen.
Und dann eine weitere Woche â eine Woche, um sich mühsam einen Weg durch die Wolken subalterner Beamter zu bahnen, die den Puffer zwischen dem GroÃmeister und der AuÃenwelt darstellten. Jeder kleine Untersekretär musste einzeln herumgekriegt werden, bis Ponyets die schwungvolle Unterschrift bekam, die ihm den Zutritt zu dem nächsthöheren Funktionär ermöglichte.
Zum ersten Mal erlebte Ponyets, dass ihm seine Händler-Ausweise nichts nützten.
Endlich befand sich der GroÃmeister auf der anderen Seite der von Posten flankierten, vergoldeten Tür â und zwei Wochen waren vergangen.
Gorov saà immer noch im Gefängnis, und Ponyetsâ Fracht verfaulte in den Ladebuchten seines Schiffes.
Â
Der GroÃmeister war ein kleiner Mann mit kahl werdendem Kopf und ganz verrunzeltem Gesicht. Der umfangreiche, schimmernde Pelzkragen um seinen Hals schien den Körper durch sein Gewicht zur Bewegungslosigkeit zu verdammen.
Er gab mit den Fingern beider Hände ein Zeichen. Die Reihe Bewaffneter wich zurück und gab eine Gasse frei, durch die Ponyets bis zum Fuà des Staatssessels vorschritt.
»Seien Sie still!«, fuhr ihn der GroÃmeister an, und Ponyets Lippen, die sich hatten öffnen wollen, schlossen sich fest.
»So ist es gut.« Der askonische Herrscher entspannte sich sichtlich. »Ich ertrage sinnloses Geschwätz nicht. Sie können mich nicht bedrohen, und Schmeicheleien haben auf mich keine Wirkung. Ebenso wenig ist Raum für Beschwerden. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ihr Wanderer gewarnt worden seid, dass eure Teufelsmaschinen nirgendwo auf Askone erwünscht sind.«
»Sir«, erwiderte Ponyets ruhig, »ich will gar nicht versuchen, den in Rede stehenden Händler zu entschuldigen. Es ist nicht die Politik der Händler, sich aufzudrängen, wo sie nicht erwünscht sind. Aber die Galaxis ist groÃ, und es ist auch
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