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Die Herrschaft der Orks

Die Herrschaft der Orks

Titel: Die Herrschaft der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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noch einmal klar, wie sicher die Wächter ihrer Sache waren. Eine Fluchtmöglichkeit aus der Tiefe gab es nicht; für den Hauptmann und seine Leute waren die beiden Orks bereits totes Fleisch.
    Ein Befehl gellte, der Troll in der Tretmühle setzte sich in Bewegung, und die Plattform sank in die Tiefe. »Habt ihr verstanden?«, rief der Hauptmann ihnen hinterher. »Arbeitet gut, und ihr werdet leben. Jedenfalls, soweit es uns betrifft.« Seine Leute und er verfielen in höhnisches Gelächter, das von den Schachtwänden widerhallte und noch eine ganze Weile als Echo umhergeisterte, was Balbok sichtlich gefiel.
    »Huhu«, rief er hinauf, als das Gelächter endlich verebbt war.
    »Hu-u-u«, scholl es zurück.
    »Hast du das gehört, Rammar?«, fragte Balbok aufgeregt.
    »Ja und, Blödhirn? Das ist das Echo deiner Stimme, der Widerhall, nichts weiter.«
    »Shnorshor!« , rief Balbok versuchsweise in den Schacht.
    »Shnorshor-orshor-or« , erklang es, was Balbok zum Wiehern komisch fand.
    »Ist das dein Ernst?«, fragte ihn Rammar über das Knirschen und Qietschen der Plattform hinweg, die sich immer weiter in die dunkle Tiefe senkte. »Wir sind dazu verurteilt, als Sklaven in einem Stollen zu arbeiten, aus dem noch nie jemand lebend zurückgekehrt ist, und du kannst über so einen Unfug lachen? Du bist und bleibst eben ein umbal !«
    »Umbal-bal-al …«
    Balbok wollte sich wegschmeißen vor Lachen, worauf Rammar in ein missmutiges Grunzen verfiel und sich grimmig auf seinen asar fallen ließ.
    Wie lange die Fahrt in die Tiefe dauerte, wusste später keiner von ihnen mehr zu sagen, jedes Gefühl für Zeit oder räumliche Entfernungen war ihnen verloren gegangen. Als die Plattform mit hartem Stoß auf dem Boden aufsetzte, fanden sich die beiden Brüder in einem Gewölbe wieder, das vom fahlen Schein einiger Lichtsteine erhellt wurde, die am Boden verteilt waren. Die Höhle hatte zwei Ausgänge, die einander gegenüberlagen und die beide tief in den Fels zu führen schienen. Zweifel, wohin sie sich zu wenden hatten, kamen dennoch nicht auf, denn auf dem Boden des Gewölbes lag ein Skelett, das so drapiert war, dass es in einen der beiden Stollen deutete.
    Obwohl es die sterblichen Überreste eines Menschen waren, was seine Laune üblicherweise besserte, empfand Rammar leises Grauen. Zum einen war er überzeugt, dass dies die Überreste eines ihrer Vorgänger waren – was genau ihm widerfahren war, war nicht mehr festzustellen, aber offenbar war es seinem Wohlbefinden ziemlich abträglich gewesen; zum anderen waren die Knochen bleich und abgenagt. Zumindest Ratten, Höhlenwürmer oder sonstwelche Aasfresser schienen sich hier unten mit ihnen herumzutreiben.
    »Und jetzt?«, wandte er sich mit einem freudlosen Grinsen an Balbok. »Ist dir jetzt immer noch zum Lachen, Blödhirn?«
    Balboks einzige Erwiderung war sein langes Gesicht. Sie verließen die Plattform, die sich daraufhin rasselnd wieder hob und in der Dunkelheit des Schachts verschwand. Sehnsüchtig blickten die beiden Brüder ihr hinterher. Dann trotteten sie in die Richtung, in die der Knochenmann wies. An der Mündung des Stollens lagen mehrere Hämmer und Spitzhaken bereit, nach denen die Orks ohne Zögern griffen. Nicht so sehr aus Diensteifer, sondern weil sich die Dinger notfalls auch als Waffen einsetzen ließen.
    Der Fährte folgend, die die Lichtsteine markierten, drangen die ungleichen Brüder in den Stollen ein – Balbok voraus, Rammar mit einigen Schritten Abstand und in der Erwartung, dass jeden Augenblick irgendwelches Ungemach über sie hereinbrechen würde. Den Kopf hatte er deshalb tief zwischen die Schultern gezogen, den Hammer hielt er abwehrbereit erhoben. Als im fahlen Licht der Steine noch mehr Knochen auftauchten, die auf dem Stollenboden verteilt lagen, ließ das seine ohnehin schlechte Stimmung in ungeahnte Tiefen rauschen.
    Der Stollen endete abrupt vor einer Felswand. Körbe standen bereit, die wohl zum Abtransport des losen Gerölls dienen sollten, aber Rammar dachte nicht daran, sich einen von ihnen umzuschnallen. Stattdessen setzte er sich auf einen großen Gesteinsbrocken und nickte Balbok zu.
    »Los doch, fang schon an«, verlangte er.
    »Womit?«
    »Womit wohl? Mit Blutbiersaufen natürlich!« Die Schweinsäuglein rollten wütend. »Bist du denn für alles zu dämlich? Auf die Felswand sollst du einschlagen, aber sofort!«
    »Aber Rammar«, widersprach Balbok, »wir müssen doch beide arbeiten, sonst bekommen wir nichts zu

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