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Die Koenigin der Rebellen

Die Koenigin der Rebellen

Titel: Die Koenigin der Rebellen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Wolfgang Hohlbein
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besänftigende Geste. »Bitte, Kent!« An Net gewandt fuhr sie fort: »Was ist passiert? Erzähl einfach der Reihe nach?« »Ihr müßt weg!« sagte Net. Plötzlich schwang ein hörbarer Unterton von Panik in ihrer Stimme mit. »Er kann jeden Moment hier sein! Flieht!« »Immer mit der Ruhe«, antwortete Charity. »Ganz egal, was passiert ist, auf die paar Augenblicke kommt es jetzt auch nicht mehr an.« Trotz dieser Worte richtete sie sich ein wenig auf und wandte sich an Gurk. »Geh auf einen der Hügel und halt die Augen auf, okay?« bat sie. Zu ihrer Überraschung verzichtete Gurk diesmal völlig darauf, irgendeine unpassende Bemerkung zu machen, sondern drehte sich gehorsam um und ging, nachdem er sich Skudders Fernglas ausgeliehen hatte. »Also?« »Wir sind angegriffen worden«, begann Net. »Es war ... ein einzelner Mann. Er hat Bart getötet und Arson und alle, die in der Zentrale waren. Ich bin liegengeblieben und habe mich tot gestellt, und deshalb hat er mich übersehen, aber ich habe Kampfgeräusche gehört . . .« »Ein einzelner Mann, sagst du?« Der Zweifel in Skudders Stimme war nicht zu überhören. Net nickte. »Er sah so harmlos aus«, sagte sie. »Ich ... ich hatte fast Mitleid mit ihm, als Arson ihn gebracht hat . . .« Sie begann mit leiser, aber gefaßter Stimme zu erzählen, was geschehen war. Niemand unterbrach sie, aber Charity warf dann und wann einen Blick zu den anderen, und ihr entging keineswegs der immer stärker werdende Ausdruck von Sorge auf Skudders Gesicht. Es dauerte gute zehn Minuten, bis Net mit ihrem Bericht zu Ende gekommen war. Sie hatte sich erholt, während sie sprach; jetzt saß sie wieder aus eigener Kraft zwischen Charity und Skudder, und ihr Gesicht war nur noch vor Angst blaß, nicht mehr vor Schwäche. »Und das alles soll ein einzelner Mann getan haben?« sagte Charity noch einmal, als Net nicht weitersprach. »Ich glaube ihr«, sagte Skudder. Charity sah ihn fragend an, und der Shark fuhr fort: »Ich habe von diesen Megakriegern gehört. Sie sind eine Art künstlich gezüchteter Supermenschen — irrsinnig schnell und fast unverwundbar.« »Das stimmt«, sagte Net. »Ich ... ich habe nicht einmal gesehen, wie er Bart angesprungen hat. Bart hat ihn mit dem Laser getroffen, aber es hat ihm nichts ausgemacht.« Niemand sagte etwas. Skudders Gesicht war plötzlich wie Stein, und auch Charity spürte eine Mischung aus Zorn und Trauer, als sie an den breitschultrigen Shark mit dem grüngefärbten Haar dachte. Bart und sie hatten sich nicht lange genug gekannt, um wirklich Freunde werden zu können, aber sie hatte den gutmütigen Riesen, der sich so darin gefiel, den Grobian zu spielen, irgendwie gemocht. Und für Skudder war er ein Freund gewesen; einer der ganz wenigen, die er je gehabt hatte. »Und wo ist er jetzt?« fragte sie. »Ich vermute, er sucht euch«, antwortete Net. »Er hat eines der Motorräder genommen und ist in die Stadt gefahren.« »Es ist eine Stunde her, sagst du?« fragte Skudder. Net nickte. »Ungefähr. Ich weiß nicht, wie lange ich unterwegs war.« »Das heißt, daß er jetzt schon in Angellicas Wohnung ist«, fuhr Skudder grimmig fort. »Wenn er nicht aufgehalten wurde, dann weiß er jetzt bestimmt schon, was passiert ist.« »Ein Grund mehr, keine weitere Zeit zu verlieren«, fügte Kent hinzu. »Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es.« »Schaffen wir was!« fragte Skudder betont. »In die Basis zurückzugehen«, antwortete Kent fast zornig. »Und wozu?« fragte Skudder. »Wozu?« Kent sog hörbar die Luft ein. »Meine Freunde sind dort!« fuhr er wütend fort. »Vielleicht interessiert dich das Schicksal deiner Freunde ja nicht, aber ich muß mich um meine Leute kümmern! Möglicherweise lebt ja noch einer von ihnen und braucht Hilfe. Außerdem können wir uns dort viel besser verteidigen als hier.« »Unsinn!« sagte Skudder scharf. »Du hast gehört, was Net erzählt. Er wird uns ebenso töten wie Bart und deine Kameraden, wenn er uns stellt. Wir . . .« »Kent hat recht, Skudder«, unterbrach ihn Charity. »Wir müssen zurück.« »Das ist Selbstmord!« protestierte Skudder. »Was glaubst du, wie lange es dauert, bis er zwei und zwei zusammenzählt und darauf kommt, was wir getan haben? Er ist in spätestens einer Stunde wieder in der Basis!« »Ich sage ja nicht, daß wir dort auf ihn warten sollen«, antwortete Charity, so ruhig sie konnte. »Aber wir brauchen Fahrzeuge, Verpflegung ... unsere ganze

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