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Die Rückkehr des Drachen

Die Rückkehr des Drachen

Titel: Die Rückkehr des Drachen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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Stolz hoch wie ein Mann. Aber das sollte sie nicht an Elayne und mir auslassen. Licht, wenn Elayne es aushalten kann, sollte sie auch. Sie ist nicht mehr die Seherin von früher.
    Elayne schien kaum zu bemerken, daß Nynaeve so geladen war. Sie hatte die Stirn gerunzelt und blickte in die Ferne. »Liandrin war die einzige Rote. Alle anderen Ajahs haben jeweils zwei verloren.«
    »Ach, sei doch ruhig, Kind«, sagte Nynaeve.
    Elayne spreizte die Finger ihrer linken Hand, damit der Ring der Großen Schlange besser sichtbar war, warf Nynaeve einen bedeutungsschweren Blick zu und fuhr fort: »Keine zwei stammten aus der gleichen Stadt, und nicht mehr als zwei kamen aus dem gleichen Land. Amico Nagoyin war die jüngste, nur vier Jahre älter als Egwene und ich. Joiya Byir könnte unsere Großmutter sein.«
    Egwene gefiel es gar nicht, daß eine der Schwarzen Ajah den gleichen Namen trug wie ihr Kind. Närrin! Menschen tragen nun mal gelegentlich den gleichen Namen, und du hast keine Tochter. Es war nicht wirklich!
    »Und was sagt uns das?« Nynaeves Stimme klang zu ruhig. Sie stand kurz vor einer Explosion wie ein Wagen voller Feuerwerkskörper. »Welche Geheimnisse hast du darin entdeckt, die ich übersehen habe? Ich werde schließlich langsam alt und blind!«
    »Es sagt uns, daß alles irgendwie zu gleichmäßig verteilt ist«, sagte Elayne ruhig. »Dreizehn Frauen, die nur ausgewählt wurden, weil sie Schattenfreunde sind, und dann stammen sie so passend aus allen Altersstufen, allen Ländern, allen Ajahs? Sollten es nicht vielleicht drei Rote sein, oder vier, die in Cairhien geboren wurden, oder zwei im gleichen Alter? Das war doch alles kein Zufall. Sie hatten genügend Auswahl an Frauen, sonst hätten sie keine solche Anordnung finden können. Es gibt immer noch Schwarze Ajah in der Burg oder sonstwo. Das ist die Bedeutung.«
    Nynaeve riß wild an ihrem Zopf. »Licht! Ich glaube, du hast recht. Du bist wirklich auf etwas gestoßen, das ich übersehen habe. Licht, ich hoffte, sie wären alle mit Liandrin geflohen.«
    »Wir wissen noch nicht einmal, ob sie die Anführerin ist«, sagte Elayne. »Sie kann auch den Befehl erhalten haben, uns... zu beseitigen.« Ihr Mund verzog sich. »Ich fürchte, es kann nur einen Grund geben, daß sie sich die Mühe machen, eine solche Anordnung zu treffen, um jedes Muster zu meiden, außer eben dem Fehlen jedes Musters. Ich glaube, es bedeutet, daß es bei den Schwarzen Ajah hier eben doch eine Art von Muster gibt.«
    »Wenn es vorhanden ist«, sagte Nynaeve entschlossen, »dann finden wir es. Elayne, wenn du diese Art von logischem Denken dabei gelernt hast, deine Mutter bei der Regierungsarbeit zu beobachten, dann bin ich froh darüber.« Elaynes Lächeln ließ ein Grübchen auf ihrer Wange erscheinen.
    Egwene musterte die ältere Nynaeve genau. Es schien, daß sie nun wirklich bereit war, ihre Rolle als Bär mit einem schlimmen Zahn aufzugeben. Sie hob den Kopf. »Vielleicht wollen sie uns auch in dem Glauben lassen, sie hätten ein Muster zu verbergen, damit wir unsere Zeit damit verschwenden, etwas zu suchen, was es gar nicht gibt. Ich will damit nicht sagen, daß es nicht so ist, aber wir wissen es eben noch nicht genau. Laßt uns danach suchen, aber wir müssen auch noch nach anderen Dingen suchen, oder meint ihr nicht auch?«
    »Also hast du dich endlich entschlossen, aus deinem Schlummer zu erwachen«, sagte Nynaeve. »Ich dachte wirklich, du seist mittlerweile eingeschlafen.« Aber sie lächelte dabei.
    »Sie hat recht«, sagte Elayne mürrisch. »Ich habe uns eine Brücke aus Stroh gebaut. Schlechter noch als Stroh. Wunschdenken. Vielleicht hattest du auch recht, Nynaeve. Was soll dieser... dieser Quatsch?« Sie schnappte sich ein Blatt aus dem Stoß auf ihrem Schoß. »Rianna hat schwarzes Haar mit einer weißen Strähne über dem linken Ohr. Wenn ich nahe genug bin, um das zu erkennen, bin ich schon näher, als mir lieb ist.« Sie griff nach einem weiteren Blatt. »Chesmal Emry ist eine der talentiertesten Heilerinnen seit Jahren. Licht, könnt ihr euch vorstellen, sich von einer Schwarzen Ajah heilen zu lassen?« Ein drittes Blatt. »Marillin Gemalphin mag Katzen und tut alles, um verletzten Tieren zu helfen. Katzen! Pah!« Sie packte alle Blätter auf einmal und zerknüllte sie. »Es ist wirklich alles Quatsch.«
    Nynaeve kniete sich neben sie und nahm ihr sanft die zerknüllten Papiere aus den Händen. »Vielleicht, und vielleicht auch nicht.« Sie glättete die

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