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Die Silberne Festung

Die Silberne Festung

Titel: Die Silberne Festung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dale Brown
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zu. »Passen Sie gut auf, Cacrejatow. Eigentlich gehören Sie wegen Ihrer Sauferei in diesem Gebäude vors Kriegsgericht, aber dafür fehlt mir jetzt die Zeit. Aber Sie rutschen mit jeder Stunde über achtundvierzig Stunden, die beide SL-16 nicht startbereit sind, eine Besoldungsstufe tiefer. Auch jede von Ihnen zu verantwortende Startverzögerung kostet Sie eine Besoldungsstufe – und falls Sie keine mehr haben, gibt’s dafür jeweils ein Jahr Zwangsarbeit. Und ich warne Sie davor, Ihre Techniker unter Druck zu setzen, um Ihre eigene Faulheit wettzumachen! Sonst melden sie sich womöglich krank – und was wird dann aus Ihnen?«
    Mehr brauchte er nicht zu sagen. Cacrejatow nickte stumm, um zu zeigen, daß er verstanden hatte.
    »Genosse General, ich übernehme die Verantwortung für Cacrejatows Nachlässigkeit«, sagte Gulajew, als er mit Goworow aus dem Montagegebäude trat. »Hätte ich seine Abteilung genauer überwacht, hätte ich früher eingreifen können…«
    »Diesmal haben Sie eben Lehrgeld gezahlt, Nikolai Sergejewitsch. Kein Kommandeur sollte vom Schreibtisch aus operieren. Sie haben oft genug nachgefragt, aber Sie sind nie persönlich unterwegs gewesen, um den Fortgang der Arbeiten zu kontrollieren.« Er nickte seinem Stellvertreter zu. »Sorgen Sie dafür, daß Elektron zwei binnen achtundvierzig Stunden bemannt und flugklar ist. Damit machen Sie alle Versäumnisse wieder gut.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, Nikolai Sergejewitsch… Von Ihrer Arbeit hängt mehr ab, als Sie sich vorstellen können.«
    »Danke, Genosse General… Übrigens hat Oberst Woloschin, der Pilot von Elektron zwei, sich bereits bei mir gemeldet. Ich habe seine Beurteilungen und das Ergebnis der Eignungsprüfung unter die Lupe genommen und halte ihn für hochqualifiziert. «
    »Gut, gut…«, murmelte Goworow geistesabwesend, während er zu Elektron I hinüberstarrte, das fünf Kilometer von ihnen entfernt auf einer Rakete SL-16A montiert stand. Diese dreistufige Rakete mit Flüssigkeitstriebwerken, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der früheren Saturn 1B der Amerikaner hatte, war über 70 Meter hoch und wog fast 650 Tonnen. Um die erste Stufe herum waren zusätzlich vier Feststofftriebwerke angeordnet, die den Startschub soweit vergrößerten, daß eine Umlaufbahn in 1500 Kilometer Höhe erreicht werden konnte.
    »Ich möchte Elektron I besichtigen«, sagte Goworow, während er in seinen bereitstehenden SIL stieg. »Melden Sie uns bitte an.«
    »Sofort, Genosse General.« Gulajew griff nach dem Autotelefon des Dienstwagens. Wenige Minuten später fuhren sie mit dem Aufzug des Bedienungsturms zu dem Raumflugzeug hinauf.
    Im Gegensatz zu der weißen Rakete war Elektron I in einem matten Grau lackiert, das gewählt worden war, um seine Innentemperatur im Weltraum zu stabilisieren. Bei 16,8 Meter Länge betrug die Spannweite nur 9,2 Meter. Bug, Flügelvorderkanten und Unterseite des Raumflugzeugs schützte ein Hitzeschild aus Keramikkacheln. Hinter dem aufgesetzter Cockpit verbreiterte der Rumpf sich zu dem zehn Tonnen fassenden Laderaum, hinter dem unter der als Seitenleitwerk dienenden Rückenflosse das Haupttriebwerk angeordnet war.
    Die Goworow und Gulajew begleitenden Techniker steuerten den hydraulisch betätigten Bedienungsarm so, daß der General jeden Quadratzentimeter der Außenhaut des Raumflugzeugs inspizieren konnte. »Sieht gut aus«, stellte Goworow befriedigt fest. »Ihre Leute haben erstklassige Arbeit geleistet.«
    »Die Kacheln werden zweimal täglich kontrolliert«, sagte Gulajew.
    »Diese Kontrollen gehen bis zum Start weiter.«
    Zuletzt öffneten die Techniker die Einstiegsluke im Cockpitdach. Als steige er jeden Tag in ein Raumflugzeug, schlug Goworow seine Stiefel zusammen, um etwa an den Sohlen haftende Steinchen zu entfernen, packte die Griffstange über dem Einstieg und glitt in Rückenlage mit den Beinen voraus ins Cockpit.
    Cacrejatow, Gulajew, die beiden Techniker… für einige Augenblicke vergaß Goworow sie alle, während er auf den Pilotensitz des Raumflugzeugs Elektron glitt – nein, sagte er sich, des Raumjägers Elektron I!
    Das futuristisch wirkende Cockpit enthielt hochmoderne Digitalinstrumente, eine mit Lasern projizierte Blickfelddarstellung und ein computerisiertes Waffenkontrollpult. Drei sich gegenseitig überwachende Bordcomputer steuerten sämtliche Manöver vom Start bis zur Landung, aber fast alle Flugmanöver konnten auch mit Handsteuerung oder sogar mit Fernsteuerung durchs

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