Dying for You - Gefangen Im Albtraum
KAPITEL
Lucie schlüpfte in den dicken Frotteebademantel und schlang sich den Gürtel um die Taille. Wahrscheinlich konnte sich kein Mensch vorstellen, welch ein Luxus so ein Wannenbad war, bis ihm dieses Vergnügen aus irgendwelchen Gründen versagt blieb.
Es fühlte sich wunderbar an, wieder sauber zu sein!
Sie nahm das Handtuch, das sie um die nassen Haare gewickelt hatte, ab und rubbelte sich die widerspenstige Lockenmähne trocken. Sie betrachtete die verschiedenen Toilettenartikel und entdeckte ein Fläschchen mit Bodylotion. Sie öffnete es, schüttete sich die Lotion in die Handfläche und legte ein frisch rasiertes Bein auf die Kommode. Als sie gerade damit fertig war, sich einzucremen und das andere Bein drankommen sollte, klopfte Sawyer an die Badezimmertür.
„Das Essen ist da“, sagte er.
„Super. Ich komme um vor Hunger.“
Schnell cremte sie das andere Bein und die Arme ein und warf danach noch rasch einen prüfenden Blick in den Spiegel. Herrlich sauber fühlte sie sich. Kein Make-up. Rund um die Augen entdeckte sie kleine Lachfältchen, kaum sichtbar. Aber das war mit sechsunddreißig vermutlich vollkommen normal, oder? Man will ja nicht ewig aussehen wie ein Mädchen.
Seufzend zog sie noch einmal den Gürtel ihres Bademantels enger, reckte die Schultern und verließ das Bad. Sawyer stand im Salon neben dem Servierwagen und wartete auf sie. Lieber Gott, warum musste er bloß so gut aussehen? Sie könnte sofort über ihn herfallen!
Schlag dir solche Gedanken aus dem Kopf!
Sein feuchtes dunkles Haar berührte den Kragen seines weißen Bademantels. Sein Gesicht war sonnengebräunt, er wirkte gesund und fit. Sawyer war immer ein durchtrainierter, sehr männlicher Typ gewesen. Bereits als Teenager hatte ihn ein Sex-Appeal umgeben, der sämtlichen Frauen den Kopf verdreht hatte. Und jetzt, mit vierzig, war er das Sinnbild eines schönen Mannes.
Komisch, wie sich ihr Herzschlag immer noch jedes Mal nur bei seinem bloßen Anblick beschleunigte und die Schmetterlinge in ihrem Bauch zu tanzen begannen. Sie reagierte körperlich noch viel stärker auf ihn als früher, aber es fühlte sich fast genauso an wie damals, als sie ihn das erste Mal gesehen hatte. Nur hatte sie zu jener Zeit noch nicht begriffen, dass man so etwas sexuelle Anziehung nannte. Sie hatte es für Liebe auf den ersten Blick gehalten.
„Kommst du rüber und setzt dich zu mir? Oder willst du weiter da stehen bleiben und mich anstarren?“ Sawyer klang alles andere als erfreut.
Ihr Gesicht brannte vor Scham. Was sollte sie sagen? Er hatte ja recht, sie hatte ihn lange genug angestarrt. Ihn angeschmachtet. Manche Dinge änderten sich eben nie.
„Riechen tut es schon mal gut“, wechselte sie schnell das Thema.
Sie ging zu dem mit einem Tischtuch bedeckten Serviertisch hinüber, und Sawyer rückte ihr einen Stuhl zurecht – ganz der perfekte Gentleman. Mit seinen guten Manieren hatte er sie schon als Teenager schwer beeindruckt, und auch heute war sie sehr angetan davon. Nur wenige Männer waren echte Gentlemen.
„Danke“, sagte sie.
Sawyer nahm gegenüber von ihr Platz und lüpfte die silbrigen Wärmehauben, die die Teller bedeckten. Als Lucie ihr verführerisch duftendes Steak erblickte, lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Sie griff zu Messer und Gabel und guckte, was es sonst noch Leckeres gab. Ein grüner Salat mit French Dressing, ihrer Lieblingssalatsoße, stand gleich neben ihrem Teller. Sie schnitt das Steak an, um zu sehen, ob es auch nach ihrem Wunsch zubereitet war – und lächelte. Sie spießte ein Stück Fleisch auf, schob es sich in den Mund und seufzte zufrieden.
„Gut?“, erkundigte sich Sawyer.
„Himmlisch!“
Sie stellte fest, dass die gebackene Kartoffel auf ihrem Teller mit Frischkäse, Schnittlauch und Speckwürfeln gefüllt war. Erinnerte sich Sawyer etwa noch daran, wie sie gebackene Kartoffeln am liebsten mochte, oder war diese Zusammenstellung reiner Zufall? Sie warf einen Blick auf seine Kartoffel. Nur mit Butter, wie er es am liebsten mochte.
Jetzt raste nicht gleich aus vor Begeisterung, nur weil er sich an eine so banale Kleinigkeit erinnert!
Er hob die silberne Kanne, die auf dem Tisch stand, und fragte: „Kaffee?“
„Gern, danke. Ich habe in meinem Gefängnis zwar jeden Morgen Kaffee bekommen, aber er sah aus und schmeckte wie abgestandenes Spülwasser.“
Er goss ihr eine Tasse ein. Sie nahm einen Schluck und lächelte.
„Himmlisch!“, seufzte sie zufrieden.
Er warf ihr
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