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Ein Kurs in Wundern

Ein Kurs in Wundern

Titel: Ein Kurs in Wundern Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dr. Helen Schucman
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jenseits der Wahrnehmung kein
    Urteilen gibt. Wenn in der Bibel steht: »Richtet nich t, damit ihr nicht gerichtet werdet«, heißt das, dass du es nicht
    vermeiden kannst, über deine eigene Wirklichkeit zu urteilen, wenn du über die Wirklichkeit anderer urteilst.
    2.
    Die Entscheidung, zu urteilen, statt zu erkennen, ist die Ursache für den Verlust des Friedens. Urteilen ist der
    Prozess, auf dem die Wahrnehmung, nicht aber die Erkenntnis, beruht. Ich habe dies bereits erörtert, als von der
    Selektivität der Wahrnehmung die Rede war, und habe darauf hingewiesen, dass Bewertung ihre offensichtliche
    Voraussetzung ist. Urteilen beinhaltet immer Zurückweisung. Es betont niemals nur die positiven Aspekte dessen,
    was beurteilt wird, egal ob bei dir oder anderen. Was wahrgenommen und zurückgewiesen oder beurteilt und als
    ungenügend befunden wurde, das bleibt in deinem Geist, weil es wahrgenommen worden ist. Eine der Illusionen,
    an denen du leidest, ist der Glaube, dass das, was du abgeurteilt hast, keine Wirkung hat. Das kann nicht wahr sein,
    außer du glaubst auch, dass das, worüber du geurteilt hast, nicht existiert. Das glaubst du offensichtlich nicht,
    sonst hättest du es nicht abgeurteilt. Letztlich spielt es keine Rolle, ob dein Urteil richtig oder falsch ist. So oder so
    setzt du deinen Glauben in das Unwirkliche. Das ist bei jeder Art von Urteil unverm eidlich, weil es die
    Überzeugung voraussetzt, es stehe dir frei, aus der Wirklichkeit auszuwählen.
    3.
    Du hast keine Ahnung von der außerordentlichen Befreiung und dem tiefen Frieden, die eintreten, wenn du dir
    selber und deinen Brüdern völlig ohne jedes Urteil begegnest. Sobald du begreifst, was du bist und was deine Brüder
    sind, wirst du einsehen, dass es bedeutungslos ist, sie in irgendeiner Weise zu beurteilen. Tatsächlich ist ihre Bedeutung
    für dich verloren, gerade weil du über sie urteilst. Jede Ungewissheit kommt von dem Glauben, dass du unter dem
    Zwang des Urteilens stehst. Du brauchst nicht zu urteilen, um dein Leben zu organisieren, und du brauchst es ganz
    gewiss nicht, um dich selber zu organisieren. In der Gegenwart der Erkenntnis wird jedes Urteil von selbst eingestellt,
    und das ist der Prozess, der ermöglicht, dass das Wiedererkennen die Wahrnehmung ersetzt.
    4.
    Du hast große Angst vor allem, was du wahrgenommen, aber anzunehmen abgelehnt hast. Du glaubst, dass dir die
    Kontrolle darüber entglitten ist, weil du es abgelehnt hast, es anzunehmen. Aus diesem Grund siehst du es in
    Alpträumen oder in freundlicher Verkleidung in dem wieder, was deine glücklicheren Träume zu sein scheinen. Nichts,
    was du anzunehmen abgelehnt hast, kann dir zu Bewusstsein kommen. Es ist nicht gefährlich an sich, du aber hast es zu
    etwas gemacht, das dir gefährlich vorkommt.
    5.
    Wenn du müde bist, liegt es daran, dass du dich selbst als jemanden beurteilt hast, der müde sein kann. Wenn du
    über jemanden lachst, dann deshalb, weil du ihn als unwürdig beurteilt hast. Wenn du über dich selbst lachst, dann musst
    du auch über andere lachen, und sei es nur, weil du den Gedanken nicht ertragen kannst, unwürdiger zu sein als sie. Das
    alles macht, dass du dich müde fühlst, weil es im wesentlichen entmutigend ist. Du kannst nicht wirklich müde sein, aber
    du bist sehr wohl imstande, dich selbst zu ermüden. Die Anstrengung, die durch ständiges Urteilen entsteht, ist geradezu
    unerträglich. Es ist sonderbar, dass eine derart kräftezehrende Fähigkeit so hochgehalten wird. Doch wenn du Autor der
    Wirklichkeit sein willst, wirst du darauf beharren, am Urteilen festzuhalten. Zugleich wirst du das Urteilen mit Angst
    betrachten, weil du glaubst, dass es eines Tages gegen dich verwendet wird. Dieser Glaube kann nur in dem Maß
    vorhanden sein, in dem du an die Wirksamkeit des Urteilens als eine Waffe zur Verteidigung deiner eigenen Autorität
    glaubst.
    6.
    GOTT schenkt nur Barmherzigkeit. Deine Worte sollten nur Barmherzigkeit widerspiegeln, weil du diese
    empfangen hast und diese demnach geben solltest. Gerechtigkeit ist ein vorübergehender Notbehelf oder ein Versuch,
    dich die Bedeutung der Barmherzigkeit zu lehren. Sie hat nur deswegen urteilenden Charakter, weil du der
    Ungerechtigkeit fähig bist.
    7.
    Ich habe verschiedene Symptome erwähnt, und auf dieser Ebene gibt es eine nahezu endlose Vielfalt. Es gibt
    jedoch nur eine einzige Ursache für sie alle: das Autoritätsproblem. Das ist »die Wurzel allen Übels«. Jedes

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