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Flammen der Rache

Flammen der Rache

Titel: Flammen der Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Shannon McKenna
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geschlossene Tür auf. »Tam? Tam! Wo bist du?«
    »Im Bad neben Vals Arbeitszimmer«, drang Tams schwache Stimme durch die Wände zu ihrer Rechten.
    Lily hastete in diese Richtung, bis sie ein holzvertäfeltes Zimmer mit zahlreichen Bücherregalen fand. Sie riss eine Verbindungstür auf. Tam lag seitlich auf dem Boden und krümmte sich um ihren Babybauch zusammen. Sie umklammerte ihn, als wollte ihn ihr jemand wegnehmen. Sie hob den Blick. Ihre Lippen waren bläulich verfärbt.
    »Schnell, du musst Val rufen. Ich habe Schmierblutungen. Nein, ich fürchte, ich blute wirklich stark. Ich Idiotin habe vergessen, mein Handy mit hier reinzunehmen. Ich habe Angst aufzustehen. Beeil dich.«
    »Oh Gott«, keuchte Lily. »Kann ich … soll ich …«
    »Ruf … einfach …
Val
.« Tams Stimme war ruhig, trotzdem stürzte Lily sofort los und rannte laut nach Val rufend durchs Haus. Sie fand ihn vor der Tür zum Fitnessraum.
    »Tam blutet«, stieß sie hervor. »Sie ist im Bad neben deinem Büro. Sie muss sofort ins Krankenhaus.«
    »
O cazzo
.« Val schoss herum und brüllte: »Aaro!«
    Aaros Kopf tauchte hinter der Biegung im Korridor auf. »Was ist?«
    »Wir fahren alle in die Klinik. Wegen des Babys. Jetzt sofort!«
    »Soll ich nicht lieber mit den anderen Frauen hierbleiben, während du und Tam …«
    »Nein!« Val sprintete den Flur hinunter. »Ich kann Lily, Rachel und Rosa nicht mit nur einem Mann zum Schutz zurücklassen! Hier wohnt kilometerweit keine Menschenseele, und ihr würdet in der Falle sitzen, sollten sie mit einem ganzen Team angreifen, so wie bei der Hütte! Ihr wärt erledigt!«
    Mit Lily dicht auf den Fersen rannte Aaro ihm nach. »Mit nur dir und mir zum Schutz wären wir ebenfalls erledigt«, rief Aaro über ihr lautes Fußgetrappel hinweg.
    »Nein, nur halb. Ich habe jetzt keine Zeit, dir das Sicherheitssystem zu erklären.« Er zeigte mit dem Finger auf Aaro. »Du holst Rosa aus der Küche!« Er wandte sich Lily zu. »Und du weckst Rachel aus ihrem Mittagsschlaf.
Lauf!
«
    Die Anspannung in Vals Stimme bewirkte, dass sie davonschossen wie Pistolenkugeln.
    Rachel war nicht begeistert, aus ihrem Schlummer geweckt zu werden, aber Lily legte sich das zappelnde Kind einfach über die Schulter. Obwohl ihr die Panik zusätzliche Kraft verlieh, war es gut, dass das Mädchen so zart war. Sie schnappte sich Rachels Turnschuhe, dann raste sie durchs Haus und riss im Laufen den Mantel der Kleinen von dem Haken neben der Garagentür. Val gurtete gerade die leichenblasse Tam im Fond eines Minibusses mit acht Sitzplätzen an. Alex wartete hinter dem Steuer. Der Motor lief. Rosa saß auf dem Beifahrersitz und umklammerte ihre Handtasche. Sie hatte den Kopf zu Tam umgewandt, und ihre Lippen bewegten sich, während sie eine Litanei von Gebeten aufsagte.
    Lily sprang hinein und verfrachtete Rachel in ihren Kindersitz. Noch bevor die Schiebetür zugeglitten war, raste der Wagen los. Sie schnallte das quengelnde Kind an, dann fing sie einen Gesprächsfetzen auf.
    »… ist zu klein für eine Klinik«, sagte Val gerade. »Wir werden zu dem Krankenhaus in Rosaline Creek fahren müssen. Bieg an der Anschlussstelle dreizehn auf den Moss Ridge Highway ein. Folge ihm zwanzig Kilometer in Richtung Norden. Und gib Gas.«
    Aaro tat wie befohlen. Die Schwerkraft drückte Lily in ihren Sitz, als der kraftvolle Motor des Vans röhrte. Sie schnallte sich an.
    Tams Augen waren geschlossen. Ihr Gesicht war reglos und wie aus Marmor, als würde sie sich für etwas wappnen.
    »Ist sie …?« Lily brach ab und schluckte. Sie hatte nicht den Mut, die Frage zu Ende zu formulieren.
    Val wollte ihr nicht in die Augen sehen. Er schaute Tam an, hielt ihre Hand und hatte seine andere auf ihren Bauch gelegt. »Wir werden sehen.«
    »Mama?« Rachel verrenkte sich den Hals. »Bist du krank?«
    Tam rang sich ein Lächeln für ihre Tochter ab. »Es ist alles in Ordnung, Kleines.«
    Rachel musterte ihre Mutter prüfend. Ihre großen dunklen Augen wirkten älter, als sie war. Wie bei Sveti. »Geht es Irina gut?«
    Tam zuckte zusammen. »Das werden wir bald erfahren, Schätzchen. Ich kann jetzt nicht reden. Sei bitte still, ja?«
    Rachel schlang die Arme um ihre Knie und fing an zu weinen.
    Der Van raste über die kurvenreiche zweispurige Asphaltstraße. Er schlingerte mit quietschenden Reifen durch die engen Haarnadelkurven und musste immer wieder entgegenkommenden Holztransportern ausweichen. Lilys Augen brannten.
    Sie legte den Arm um Rachels schmale,

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