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Flammen der Rache

Flammen der Rache

Titel: Flammen der Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Shannon McKenna
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kannst uns nicht alle hier einsperren. Das ist schlichtweg nicht praktikabel.«
    »Es interessiert mich einen Scheiß, ob das praktikabel ist oder nicht! Warum rufst du nicht deinen Verlobten an? Frag ihn, was er von diesem Ausflug nach Seattle hält!«
    Edie seufzte. »Das wäre nicht klug. Kev ist von Natur aus paranoid. So wie alle McClouds. Außerdem nehmen wir Miles mit. Er ist bewaffnet, und er ist ein harter Bursche.«
    Alle Augenpaare richteten sich auf Miles. Er richtete sich kerzengerade auf und gab sich alle Mühe, wie ein harter Bursche auszusehen.
    »Warum wartet ihr nicht, bis die Männer zurück sind?«, schlug Aaro vor.
    »Dann verpasse ich meine Prüfung. Und ich kann sie vor nächstem Jahr nicht nachholen. Bitte, Val. Sie ist so wichtig für mich.«
    »Oh,
verdammt!
«, fluchte er. »Solange die anderen nicht zurück sind, kann ich euch noch nicht mal begleiten! Es ist nicht fair von euch, mich in diese Zwickmühle zu bringen.« Er starrte Liv und Edie zornig an. »Ihr wisst genau, dass Sean und Kev ausrasten würden, wenn sie wüssten, dass ihr jetzt ohne sie das Haus verlasst.«
    »Sie können uns später die Leviten lesen«, antwortete Edie ungerührt. »Kommt, lasst uns aufbrechen.«
    Die Frauen gingen rasch durch die Tür hinaus. Mit einem entschuldigenden Schulterblick zu Val trottete Miles hinter ihnen her.
    Val stieß ein aufgebrachtes Schnauben aus, dann drehte er sich um und entfernte sich grummelnd in die andere Richtung. Tam folgte ihm eilig und überließ Lily sich selbst. Sie beobachtete, wie das Garagentor schnarrend hinter dem Wagen zuglitt und die schimmernde Realität der Außenwelt aussperrte. Es war ein grauer, regnerischer Tag.
    Rums
. Sie war allein in der Dunkelheit. Wieder einmal. Lily seufzte. Es war selbstsüchtig und undankbar von ihr, sich darüber zu ärgern, dass man sie zurückgelassen hatte. Das unbeliebte Mädchen, das nicht mit auf den Schulausflug durfte.
    Sie war froh über die letzten drei Nächte, in denen sie sich seit Wochen zum ersten Mal wieder wirklich sicher gefühlt hatte. Es ging ihr allmählich besser. Allerdings führte das automatisch dazu, dass sie aktiv werden und zurückschlagen wollte. Sie fragte sich, wann sie ihr Leben zurückbekommen würde – wenn überhaupt. Es war mit Makeln behaftet, trotzdem wollte sie die Chance haben, etwas Schönes daraus zu gestalten. Wieso hatte sie diese Chance nicht genauso verdient wie jeder andere? Rastlose Unruhe piekte sie wie spitze Dornen.
    Natürlich war das nicht die Schuld der Menschen hier. Sie waren nicht ihre Gefängniswärter. Tatsächlich waren sie der einzige Grund, warum sie überhaupt noch lebte.
Sei dankbar!
Lily setzte ihre Wanderung durchs Haus fort.
    Zum Glück war es groß und weitläufig, mit jeder Menge Erkern und Türmen, wunderschönen Details und unglaublichen Ausblicken. Es gab sogar einen an eine Schwebebrücke erinnernden Verbindungsgang, der über ein grünes Pflanzenmeer hinweg zu einem anderen Gebäudeteil führte. Lily spazierte gemächlich durch das ganze Haus, blieb immer wieder stehen, um die Aussicht aus den verschiedenen Räumen zu bewundern und schaffte es so tatsächlich, etwas Zeit totzuschlagen.
    Sie sehnte sich nach Bruno. Nach dem Lachen in seiner Stimme, seinen Küssen, seiner leidenschaftlichen Umarmung, seinen vor lauter Emotion bebenden Muskeln.
    Allerdings würde sie ihn nicht sehr lange bei sich haben. Ihr kurzes Gespräch letzte Nacht, als er sie aus dem Motel angerufen hatte, hatte diese Hoffnung zunichtegemacht. Obwohl er das nächste Puzzleteil gefunden hatte, würde sich an ihrer jetzigen Situation nichts ändern. Bruno würde so schnell wie möglich an die Ostküste reisen, um auf dem Dachboden seiner entfremdeten Großmutter nach einer alten Schmuckschatulle zu suchen, während Lily weiterhin untätig in ihrem sicheren Versteck herumsitzen würde. Das würde jede unabhängige Frau in den Wahnsinn treiben. Lily hatte in ihrem Leben immer um alles kämpfen müssen. Passivität war gegen ihre Intuition.
    Zumindest hatten sie Fortschritte gemacht, auch wenn das nicht ihr Verdienst war. Daran würde sie sich festklammern. Sie musste Bruno vertrauen. Das war eine gute Übung.
    Bei ihrer dritten Runde durchs Haus wurde es allmählich dunkel. Als sie das Geräusch hörte, blieb sie beunruhigt im Wohnzimmer stehen. Eine Stimme, die so erstickt rief, dass sie kaum vernehmbar war. Sie gehörte einer Frau. Tam.
    Lily rannte von einem Raum zum nächsten und riss jede

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