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Harry Potter und der Halbblutprinz

Harry Potter und der Halbblutprinz

Titel: Harry Potter und der Halbblutprinz Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: J.K. Rowling
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die Karte des Rumtreibers ab, wann immer er Gelegenheit dazu hatte, und manchmal machte er Umwege dorthin, wo Malfoy zufällig gerade war, doch er hatte noch nicht feststellen können, dass Malfoy etwas Ungewöhnliches tat. Und es gab immer noch diese unerklärlichen Zeiten, in denen Malfoy einfach von der Karte verschwand …
    Aber Harry blieb vor lauter Quidditch-Training und Hausaufgaben nicht viel Zeit, über das Problem nachzudenken, und außerdem folgten ihm Cormac McLaggen und Lavender Brown nun auf Schritt und Tritt.
    Er konnte nicht sagen, wer von den beiden lästiger war. McLaggen lag ihm andauernd mit Bemerkungen in den Ohren, dass er selbst doch einen viel besseren Hüter für die Mannschaft abgeben würde als Ron und dass Harry, wenn er ihn nun regelmäßig spielen sehe, sicher auch bald zu dieser Auffassung gelangen werde. Außerdem kritisierte er mit Vorliebe die anderen Spieler und lieferte Harry bis in Einzelheiten ausgearbeitete Trainingspläne, so dass Harry ihn mehr als einmal daran erinnern musste, wer der Kapitän war.
    Unterdessen tauchte Lavender ständig in Harrys Nähe auf und wollte über Ron sprechen, was Harry beinahe noch anstrengender fand als McLaggens Quidditch-Vorträge. Zuerst war Lavender äußerst verärgert gewesen, weil niemand daran gedacht hatte, ihr zu sagen, dass Ron im Krankenflügel lag – »Ich meine, immerhin bin ich seine Freundin!« –, doch leider hatte sie jetzt beschlossen, Harry dieses Versäumnis zu verzeihen, und war ganz erpicht darauf, eine Menge tief schürfende Gespräche über Rons Gefühlsleben mit ihm zu führen, eine sehr unangenehme Erfahrung, auf die Harry liebend gern verzichtet hätte.
    »Hör mal, warum redest du nicht mit Ron über all das?«, fragte Harry nach einem besonders langen Verhör durch Lavender, bei dem es praktisch um alles gegangen war, angefangen damit, was genau Ron über ihren neuen Festumhang gesagt hatte, bis hin zu dem Problem, ob Harry nun glaube oder nicht glaube, dass Ron seine Beziehung mit Lavender für »ernst« halte.
    »Na ja, das würd ich ja gern, aber er schläft immer, wenn ich ihn besuchen komme!«, sagte Lavender gereizt.
    »Tatsächlich?«, sagte Harry überrascht, denn jedes Mal, wenn er selbst nach oben in den Krankenflügel gegangen war, hatte er Ron putzmunter vorgefunden, brennend interessiert an Nachrichten über Dumbledores und Snapes Streit und zugleich eifrig dabei, über McLaggen herzuziehen.
    »Besucht ihn Hermine Granger noch?«, wollte Lavender plötzlich wissen.
    »Jaah, ich glaub schon. Na ja, sie sind eben befreundet, oder?«, sagte Harry unbehaglich.
    »Befreundet, dass ich nicht lache«, höhnte Lavender. »Als das zwischen mir und Ron anfing, hat sie wochenlang nicht mit ihm gesprochen! Aber ich denk mal, sie will sich wieder bei ihm einschmeicheln, jetzt wo er so interessant ist …«
    »Nennst du es etwa interessant, vergiftet zu werden?«, fragte Harry. »Wie auch immer – sorry, ich muss gehen – da kommt McLaggen und will sich über Quidditch unterhalten«, sagte Harry eilig, stahl sich seitwärts durch eine Tür, die vorgab, feste Mauer zu sein, und spurtete die Abkürzung entlang, die ihn zu Zaubertränke bringen würde, wohin weder Lavender noch McLaggen ihm zum Glück folgen konnten.
    Am Morgen des Quidditch-Spiels gegen Hufflepuff schaute Harry, ehe er zum Spielfeld aufbrach, kurz im Krankenflügel vorbei. Ron war sehr aufgewühlt; Madam Pomfrey wollte ihn nicht hinunterlassen, damit er sich das Spiel ansehen konnte, weil sie befürchtete, er würde sich zu sehr aufregen.
    »Also, wie macht sich McLaggen?«, fragte er Harry nervös und hatte offenbar vergessen, dass er diese Frage schon zweimal gestellt hatte.
    »Ich hab’s dir doch erklärt«, sagte Harry geduldig. »Er könnte Weltklasse sein und ich würde ihn trotzdem nicht behalten wollen. Andauernd versucht er allen zu sagen, was sie tun sollen, er glaubt, dass er auf jeder Position besser spielen könnte als der Rest von uns. Ich kann’s nicht erwarten, ihn wieder los zu sein. Und wenn wir schon vom Loswerden sprechen«, fügte Harry hinzu, stand auf und nahm seinen Feuerblitz in die Hand, »hörst du bitte endlich auf, so zu tun, als würdest du schlafen, wenn Lavender dich besuchen kommt? Die treibt mich nämlich in den Wahnsinn.«
    »Oh«, sagte Ron und sah schuldbewusst drein. »Ja. In Ordnung.«
    »Wenn du nichts mehr von ihr willst, dann sag’s ihr einfach«, riet ihm Harry.
    »Ja … also … das ist nicht so

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