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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Titel: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: J.K. Rowling
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begleiteten sie ihn alle zu seinem Schrank, sahen zu, wie er das Medaillon gut in seine schmutzigen Tücher packte, und versicherten ihm, dass sie sich vorrangig um dessen Schutz kümmern würden, während er fort war. Dann verbeugte er sich jeweils tief vor Harry und Ron und machte sogar eine komische kleine Verrenkung in Hermines Richtung, vielleicht der Ansatz zu einem höflichen Gruß, ehe er mit dem üblichen lauten Knall disapparierte.

 
Das Bestechungsgeschenk
    Wenn Kreacher aus einem See voller Inferi entkommen konnte, dann würde er höchstens ein paar Stunden brauchen, um Mundungus zu fangen, davon war Harry überzeugt, und er streifte den ganzen Morgen in gespannter Erwartung im Haus herum. Doch Kreacher kam an diesem Morgen nicht zurück, und auch nicht am Nachmittag. Als die Dämmerung anbrach, war Harry entmutigt und besorgt, und ein Abendessen, das überwiegend aus schimmligem Brot bestand, an dem Hermine erfolglos diverse Verwandlungen ausprobiert hatte, änderte daran nichts.
    Kreacher kehrte am nächsten Tag nicht zurück, und auch nicht am Tag darauf. Draußen auf dem Platz vor Nummer zwölf waren jedoch zwei kapuzenvermummte Männer aufgetaucht, die bis in die Nacht hinein dort blieben und in Richtung des Hauses starrten, das sie nicht sehen konnten.
    »Todesser, ganz sicher«, sagte Ron, während er, Harry und Hermine sie von den Salonfenstern aus beobachteten. »Meint ihr, die wissen, dass wir hier drin sind?«
    »Ich glaube nicht«, sagte Hermine, obwohl sie verängstigt wirkte, »sonst hätten sie uns Snape auf den Hals gehetzt, oder?«
    »Meinst du, er war schon hier drin, und Moodys Fluch hat ihm die Zunge gefesselt?«, fragte Ron.
    »Ja«, sagte Hermine, »denn sonst hätte er denen sagen können, wie man reinkommt, oder? Aber die stehen hier wahrscheinlich Wache, um zu sehen, ob wir auftauchen. Sie wissen schließlich, dass das Haus Harry gehört.«
    »Woher –?«, begann Harry.
    »Zauberertestamente werden vom Ministerium geprüft, erinnerst du dich? Die dürften wissen, dass Sirius dir das Haus hinterlassen hat.«
    Die Anwesenheit der Todesser draußen drückte die düstere Stimmung in Nummer zwölf noch mehr. Seit Mr Weasleys Patronus hatten sie von niemandem außerhalb des Hauses am Grimmauldplatz auch nur ein Wort gehört und allmählich machte sich die Anspannung bemerkbar. Unruhig und gereizt hatte Ron die unangenehme Gewohnheit entwickelt, mit dem Deluminator in seiner Tasche herumzuspielen: Das brachte vor allem Hermine zur Weißglut, die sich die Zeit des Wartens auf Kreacher mit den Märchen von Beedle dem Barden vertrieb und es nicht komisch fand, dass die Lichter ständig an- und ausgingen.
    »Hör endlich auf damit!«, schrie sie am dritten Abend von Kreachers Abwesenheit, als schon wieder sämtliches Licht im Salon verschwand.
    »’tschuldigung, ’tschuldigung!«, sagte Ron, klickte mit dem Deluminator und ließ die Lichter wieder angehen. »Ich merk gar nicht, dass ich das mache!«
    »Kannst du dich denn nicht mit irgendwas Nützlichem beschäftigen?«
    »Womit denn, soll ich etwa Kindergeschichten lesen?«
    »Dumbledore hat mir dieses Buch vererbt, Ron –«
    »– und mir hat er den Deluminator vererbt, vielleicht soll ich ihn ja benutzen!«
    Harry hatte das Gezanke satt und stahl sich aus dem Salon, ohne dass die beiden es bemerkten. Er schlug den Weg nach unten zur Küche ein, die er ständig aufsuchte, weil er sicher war, dass Kreacher höchstwahrscheinlich dort wiederauftauchen würde. Auf halbem Weg die Treppe zur Eingangshalle hinunter hörte er jedoch ein leises Klopfen an der Haustür, dann metallische Klickgeräusche und das Rasseln der Kette.
    Sämtliche Nerven in seinem Körper schienen sich zu spannen: Er zog seinen Zauberstab hervor, trat in die Schatten neben den abgeschlagenen Elfenköpfen und wartete. Die Tür ging auf: Er erhaschte einen flüchtigen Blick auf den laternenbeschienenen Platz draußen, und eine in einen Umhang gehüllte Gestalt schob sich in die Halle und schloss die Tür hinter sich. Der Eindringling trat einen Schritt vor und Moodys Stimme fragte: »Severus Snape?« Dann erhob sich die Staubgestalt hinten in der Halle und stürmte auf ihn los, die tote Hand erhoben.
    »Ich war es nicht, der dich getötet hat, Albus«, sagte eine leise Stimme.
    Der Bann brach: Die Staubgestalt zerbarst wieder, und es war unmöglich, den Neuankömmling durch die dichte graue Wolke, die sie hinterließ, zu erkennen.
    Harry zielte mit dem Zauberstab

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