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Herr des Chaos

Herr des Chaos

Titel: Herr des Chaos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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sein, die das getan hatten, aber sie waren immer noch Aes Sedai, und zu viele Menschen konnten die eine Ajah nicht von der anderen unterscheiden. So wurden schließlich nur wenige zu Logain gebracht, und jeder einzelne dieser Handvoll Adliger wurde der Macht seines Hauses wegen dafür ausgewählt. Ihre Häuser würden nun den Aes Sedai in Salidar ihre Unterstützung zuteil werden lassen, wenn auch manchmal vielleicht nicht offen, oder zumindest würden sie Elaida nicht stützen.
    »Javindhra hat mich gewarnt, wenn weitere Aes Sedai in die Nähe kamen«, sagte Logain, »solche, die mich jagten. Sie hat mir mitteilen lassen, wo sie sich aufhalten würden, damit ich sie angreifen konnte, bevor sie es überhaupt ahnten.« Lelaines würdevollen, alterslosen Gesichtszüge verhärteten sich einen Augenblick lang, und Burins Hand kroch auf das Heft seines Schwertes zu. Einige Schwestern waren gestorben, bis Logain gefangengenommen wurde. Logain schien ihre Reaktionen nicht wahrzunehmen. »Die Roten Ajah haben mich nie im Stich gelassen, bis sie mich am Ende doch verrieten.«
    Der bärtige Mann blickte Logain derart intensiv an, daß er sich offensichtlich dazu zwingen mußte. »Aes Sedai, was war mit seinen Anhängern? Vielleicht war er in der Burg sicher gefangen, aber man hatte ihn eine ganze Reihe von Tagesmärschen näher zu unserem derzeitigen Aufenthaltsort hier aufgegriffen.«
    »Man hat nicht alle getötet oder gefangengenommen«, warf der Lord mit dem hageren Gesicht gleich im Anschluß an ihn ein. »Die meisten entkamen und sind untergetaucht. Ich kenne die Geschichte, Aes Sedai. Raolin Dunkelbanns Anhänger wagten es, die Weiße Burg selbst anzugreifen, nachdem er in Gefangenschaft geriet und die von Guaire Amalasan machten es nicht anders. Wir erinnern uns nur zu gut daran, wie Logains Heer durch unser Land marschiert ist, als daß wir wünschten, seine Anhänger versuchten das Gleiche, um ihn zu befreien.«
    »Das habt Ihr nicht zu befürchten.« Lelaine blickte Logain mit einem kurzen Lächeln an, wie eine Frau einen wilden Hund, den sie zahm an ihre Leine gelegt hat. »Er strebt nicht mehr nach Ruhm und will lediglich ein wenig von dem wiedergutmachen, was er angerichtet hat. Außerdem bezweifle ich, daß viele seiner Anhänger kämen, wenn er sie riefe; nicht, nachdem man ihn in einem Käfig nach Tar Valon gebracht und einer Dämpfung unterzogen hat.« Ihr heiteres Lachen fand bei den Adligen aus Altara ein Echo, doch erst nach einem Moment des Zögerns und dann auch noch recht schwach. Logains Gesicht war eine eherne Maske.
    Mit einemmal bemerkte Lelaine, daß Nynaeve an der Tür stand, und sie zog die Augenbrauen hoch. Sie hatte sich mehr als einmal sehr freundlich mit Nynaeve unterhalten und die angeblichen Entdeckungen gelobt, die ihr und Elayne zu verdanken waren, aber sie war genauso schnell dabei wie jede andere Aes Sedai, wenn es darum ging, eine Aufgenommene herunterzuputzen, die sich falsch verhalten hatte.
    Nynaeve knickste schnell und deutete mit dem Tonkrug, der mittlerweile leer war. »Entschuldigt bitte, Lelaine Sedai. Ich muß den zur Küche zurückbringen.« Damit schoß sie in die Backofenhitze der Straße hinaus, bevor die Aes Sedai auch nur ein Wort sagen konnte.
    Glücklicherweise war Myrelle nun nirgendwo mehr zu sehen. Nynaeve hatte keine Lust, sich eine weitere Gardinenpredigt anzuhören, sie solle mehr Verantwortung zeigen oder sich besser beherrschen oder ein Dutzend anderer idiotischer Vorwürfe. Und was noch besser war, Siuan stand keine dreißig Schritt entfernt Gareth Bryne mitten auf der Straße gegenüber. Der Passantenstrom teilte sich um sie herum. Wie Myrelle zeigte auch Siuan keine Anzeichen von Verletzungen, von denen Elayne berichtet hatte. Vielleicht hätten sie mehr Respekt für Tel'aran'rhiod, wenn sie nicht einfach hinaustreten und ihre Fehler mit Hilfe der Macht heilen lassen konnten. Nynaeve trat näher heran.
    »Was ist denn mit Euch los, Frau?« so grollte Bryne Siuan an. Er blickte auf sie herab, ein grauer Kopf über ihrem jugendlich wirkenden Gesicht. Breitbeinig stand er da, hatte die Fäuste in die Hüften gestemmt und machte den Eindruck eines Felsbrockens. Den Schweiß, der ihm über das Gesicht rann, beachtete er so wenig, als habe er gar nichts mit seiner Person zu tun. »Ich lobe Euch, weil meine Hemden so weich sind, und Ihr reißt mir beinahe den Kopf ab. Und ich habe gesagt, daß Ihr fröhlich ausseht. Das ist ja wohl kaum eine Kampfansage. Das war

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