Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Jan Fabel 05 - Walküre

Titel: Jan Fabel 05 - Walküre Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Craig Russell
Vom Netzwerk:
Kameras auf das Gebäude. Und Fabel wurde mitgeteilt, dass Sylvie Achten­hagen versucht habe, ihn zu erreichen.
    »Sie hat gesagt, es sei sehr dringend«, informierte ihn der Polizist am Empfang.
    »Das kann ich mir denken«, erwiderte Fabel, knüllte den Zettel zusammen, lehnte sich über den Tresen und ließ das Kügelchen in den Papierkorb fallen.
    Nach dem Gespräch mit van Heiden rief Fabel Werner an, der mit ins Krankenhaus gefahren war. »Wie geht's Anna?«
    »Sie ist noch im Operationssaal«, antwortete Werner. »Ich gebe dir Bescheid, sobald sie herauskommt. Versuch, dir nicht allzu große Sorgen zu machen. Sie ist zäher als wir beide zu­sammen.«
    Nachdem Fabel den Hörer aufgelegt hatte, wurde an die Tür geklopft, und Dirk Hechtner trat ein.
    »Wie fühlst du dich, Chef? Ich meine ...«
    »Ich weiß, was du meinst. Alles in Ordnung. Danke der Nachfrage. Was liegt vor?«
    »Wir haben die Herkunft der in Margarethe Paulus' Woh­nung sichergestellten Pistole ermittelt. Sie hat einem Kroaten namens Zlatko Ljubicic gehört. Und nun kommt's: Ljubicic wurde bei derselben verdeckten Aktion verhaftet wie Goran Vujacic. Er war Vujacics Leibwächter.«
    »Wo ist er jetzt?«
    »Das versuche ich herauszufinden«, erwiderte Hechtner. »Die dänische Polizei musste ihn ziehen lassen. Es ist nicht il­legal, als Leibwächter eines Gangsters zu arbeiten, solange man nicht nachweislich selbst etwas Illegales getan hat. Eine Zeit lang war er in Kopenhagen als Wachmann tätig. Was danach passiert ist, weiß ich noch nicht. Aber es ist schon ein extremer Zufall, dass es nun doch eine Verbindung zu Vujacic gibt.«
    »Noch etwas?«
    »Ja. Ich habe Svend Langstrup überprüft, Gina Bransteds Sicherheitschef. Keine Vorstrafen. Aber er hat früher als Offi­zier beim Jaegerkorpset, der dänischen Spezialeinheit, gedient. Er besitzt die dänische und die deutsche Staatsangehörigkeit. Eine Weile hat er eine eigene Sicherheitsfirma betrieben ... Und ja, um dir zuvorzukommen: Ich lasse von der dänischen Polizei überprüfen, ob Zlatko Ljubicic für ihn gearbeitet hat. Allem Anschein nach bezieht er ein Riesengehalt. Er wohnt in Blankenese.«
    »Okay, bleib dran an der Sache. Ich gehe runter in die Ein­satzzentrale.«
     
    Die Einsatzzentrale war zum Bersten voll, und Fabels Stim­mung sank auf den Tiefpunkt, als er nicht nur van Heiden, son­dern auch Polizeipräsident Steinbach in der Menge erblickte. Die Anwesenheit seiner Vorgesetzten während einer Ermitt­lung gab ihm das Gefühl, ein Schüler zu sein, dem der Lehrer bei den Hausaufgaben über die Schulter schaut. Und er konnte an van Heidens Gesicht ablesen, dass die schlechten Nachrich­ten noch längst nicht beendet waren.
    »Wir haben eine weitere Kollegin verloren«, sagte der Poli­zeidirektor. »Das Aas hat noch eine Beamtin ermordet.«
    »Wen?«
    »Eine junge Polizistin namens Annika Büsing. Sie war vier­undzwanzig, Jan.«
    »Wo?«
    »Am Rothenbaum«, schaltete sich Henk Hermann ein. Sein langes, schmales, sommersprossiges Gesicht unter dem roten Haarschopf war bleich und verbissen. Er blätterte in seinem No­tizblock. »Die Täterin fuhr eine schwarze Limousine, Lexus GS 450H. Sechs Monate alt. Die Eigentümerin heißt Jana Ei­gen. Sie wohnt in Blankenese. Wir haben sie nicht angetroffen.«
    »Gut, Henk, du und Dirk - ihr kümmert euch um den Mord am Rothenbaum. Ich fahre zu der Wohnung von Frau Eigen.« Er wandte sich an van Heiden. »Mein gesamtes Team ist im Einsatz. Ich brauche jemanden, der mich nach Blankenese begleitet.«
    »Das übernehme ich selbst«, erwiderte van Heiden.
    »Wenn es Ihnen nichts ausmacht, würde ich Karin Vester­gaard ebenfalls gern mitnehmen. Ein Wagen ist zu ihr unter­wegs. Sie hat ein berechtigtes Interesse daran, dass dieser Fall aufgeklärt wird. Wir sind nicht die Einzigen, die Kollegen ver­loren haben.«
    Fabel bemerkte jemanden neben sich - Hans Gessler von der Abteilung Wirtschaftsdelikte. »Ich habe von Anna gehört, Jan«, sagte er. »Es tut mir wirklich leid. Wie geht es ihr?«
    »Sie wird gerade operiert.«
    »Ich wollte dich nur wissen lassen, dass ich Frolows Infor­mationen über Gina Bronsted und NeuHansa durchgearbeitet habe. Uns liegt erdrückendes Beweismaterial vor, um sie fest­zunageln. Allerdings nicht wegen dieser Morde, sondern we­gen Steuerhinterziehung, Fälschung von Ausfuhrgenehmigun­gen und Betrug.«
    »Aber es muss doch irgendetwas geben, das eine Auftrags­erteilung für die Walküre-Morde

Weitere Kostenlose Bücher