Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
John Corey 04 - Operation Wildfire

John Corey 04 - Operation Wildfire

Titel: John Corey 04 - Operation Wildfire Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Nelson DeMille
Vom Netzwerk:
angenehmer und heimeliger Aufenthaltsort. Ich stellte fest, dass auf dem gelben Wimpel die Ziffer 7 prangte.
    »Warten Sie bitte hier«, sagte der Wachmann und verschwand im Haus.
    »Vielleicht steht die Hütte zum Verkauf«, mutmaßte ich, als
    ich mit Kate auf der Veranda stand. »Mitsamt einer kleinen Privatarmee.«
    Statt darauf einzugehen, sagte sie zu mir: »Ich sollte meine Nachrichten abrufen.«
    »Nein.«
    »John, was ist, wenn -?«
    »Nein. Dies ist eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen ich keine Neuigkeiten erfahren will. Wir wollen Bain Madox sprechen. «
    Sie schaute mich an und nickte.
    Die Tür ging auf, und der Wachmann sagte: »Kommen Sie herein.«
    Wir betraten den Custer Hill Club.

22
    Wir gingen in eine große Lobby, eine Art Atrium mit einem Balkon im ersten Stock und einem schweren Leuchter aus Hirschgeweihen. Der Raum war mit gelbem Kiefernholz getäfelt und rustikal eingerichtet - mit grob gewirkten Teppichen, Drucken mit Jagd- und Angelmotiven und ein paar Möbelstücken aus Ästen. Ich hatte das Gefühl, dass Mrs. Madox, falls es sie gab, nichts mit diesem Haus zu schaffen hatte. »Hübsche Hütte«, sagte ich zu Kate.
    »Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier irgendwo ein Elchkopf hängt«, erwiderte sie.
    Wir hörten Schritte in dem links von uns gelegenen Gang, und kurz darauf trat ein anderer Wachmann, ein blau gekleideter Typ mittleren Alters, in die Lobby. Das musste eine der Palastwachen sein. Er stellte sich uns als Carl vor und fragte: »Darf ich Ihnen die Jacken abnehmen?«
    Wir erklärten ihm, dass wir sie lieber anlassen wollten, worauf er sich an Kate wandte. »Darf ich Ihren Aktenkoffer in die Garderobe stellen?«
    »Ich behalte ihn bei mir.«
    »Aus Sicherheitsgründen«, sagte er zu ihr, »muss ich einen Blick in Ihren Koffer werfen.«
    »Von wegen.«
    Das schien ihn etwas aus dem Konzept zu bringen, und er fragte uns: »In welcher Angelegenheit möchten Sie mit Mr. Madox sprechen?«
    »Schauen Sie, Carl«, sagte ich, »wir sind Bundesagenten. Wir lassen uns nicht durchsuchen, wir geben nichts ab, nicht einmal unsere Waffen, und wir beantworten keine Fragen, sondern wir stellen sie. Sie können uns entweder gleich zu Mr. Madox bringen, oder wir kommen wieder, mit einem Durchsuchungsbefehl, zehn weiteren Bundesagenten und der Staatspolizei. Was ist Ihnen lieber?«
    Carl wirkte unsicher, dann sagte er: »Das werde ich feststellen.« Er ging.
    »Zehn Dollar, dass wir den Hexenmeister zu sehen kriegen«, flüsterte mir Kate ins Ohr.
    »Nein, du kriegst dein Geld nicht zurück, nachdem ich ihn zu einer Entscheidung gezwungen habe.«
    Ich holte mein Handy aus der Tasche, hakte den Pieper an meinem Gürtel ab und schaltete beide aus. »Manchmal erschrecken die Dinger einen Verdächtigen oder stören einen im entscheidenden Moment bei einer Vernehmung.« Und ich fügte hinzu: »Das ist eine der Gelegenheiten, bei denen wir den Pieper ausschalten dürfen.«
    »Ich bin mir da nicht ganz sicher, aber ...« Widerwillig stellte sie Telefon und Pieper ab.
    Ich bemerkte ein großes Ölgemälde an der gegenüberliegenden Wand. Es war eine Szene aus der Schlacht am Little Bighorn. General George Armstrong Custer und seine Männer, umringt von berittenen Indianern in Kriegsbemalung, und es sah so aus, als würden die Indianer nach wie vor gewinnen.
    »Hast du im Museum of Modern Art schon mal ein Bild von Custers letzter Stellung gesehen?«, sagte ich zu Kate.
    »Nein, du etwa?«
    »Ich schon. Es ist ziemlich abstrakt und erinnert mich an Magritte oder Dali.«
    Sie ging nicht darauf ein, fragte sich aber höchstwahrscheinlich, woher ich Magritte oder Dali kannte oder wann ich jemals in einem Museum gewesen war.
    Ich fuhr fort. »Auf dem Bild ist ein Fisch mit einem großen Auge und einem Heiligenschein zu sehen, der in der Luft schwebt, und unter dem Fisch sind lauter amerikanische Ureinwohner, die es miteinander treiben.«
    »Was? Was hat das denn mit Custers letzter Stellung zu tun?«
    »Na ja, das Bild heißt Heiliger Heringskönig, schau dir diese säuischen Indianer an .«
    Keine Antwort.
    »Kapierst du's? Fisch, großes Auge, Heiligenschein, schau dir -«
    »Das ist der dämlichste Witz, den ich je gehört habe.«
    Carl tauchte wieder auf und sagte zu uns: »Folgen Sie mir bitte.«
    Wir folgten ihm durch einen Gang in eine Art Bibliothek, stiegen dann ein paar Stufen hinab und gelangten in einen riesigen Raum mit hoher Decke.
    Am anderen Ende des Zimmers befand sich ein mächtiger

Weitere Kostenlose Bücher