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Julia Extra Band 0350

Julia Extra Band 0350

Titel: Julia Extra Band 0350 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: P Jordan
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Chance“, fügte sie lediglich hinzu.
    „Tatsächlich“, meinte er skeptisch.
    „Ja, wirklich. Sie sind übrigens der geborene Schulmeister. Ich glaube, ich bin nicht mehr so viel belehrt worden, seit ich in der Grundschule war.“
    Sein herzliches Lachen kam für Hannah ebenso überraschend wie unerwartet. Erleichtert lächelte sie, weil er anscheinend doch Sinn für Humor besaß.
    „Ich bin nur erstaunt“, sagte er dann wieder ernst. „Reisen Sie schon lange?“
    „Seit drei Monaten.“
    „Und es gab nie irgendwelche Probleme?“
    „Nichts, was sich hiermit vergleichen ließe. Wahrscheinlich bin ich ein Glückspilz. Oder war es zumindest. Bis jetzt.“
    „Vermutlich sollte ich erst gar nicht fragen, ob Sie eine Reiseversicherung haben.“ Es war eine Feststellung, keine Frage.
    Sie lächelte. „Nee.“
    Er zog die Brauen hoch. „Nee, ich sollte nicht fragen, oder nee, Sie haben keine Versicherung?“
    „Suchen Sie sich etwas aus.“
    Wieder zuckten seine Mundwinkel, und Hannahs Herz setzte für einen Schlag aus. Er war einschüchternd und streng und vielleicht sogar ein wenig Furcht erregend, aber er war auch unglaublich attraktiv und sexy. Vor allem, wenn er lächelte.
    „Wollten Sie noch lange in diesem Land bleiben?“
    „Ehrlich gesagt, mein Flugzeug hebt …“, sie warf einen Blick auf die Uhr, „… in zwei Stunden ab.“
    „Heute ist Ihr letzter Tag hier?“, fragte er ungläubig.
    „Nun, offensichtlich nicht. Wie es aussieht, besteht Mütterchen Russland darauf, dass ich noch etwas länger bleibe. Denn ich brauche nicht nur einen Ersatzpass, sondern auch ein neues Einreisevisum.“
    Er schüttelte sprachlos den Kopf, und Hannah konnte es ihm nicht verübeln. Sie war wirklich leichtsinnig und dumm gewesen.
    „Sie müssen doch wenigsten Freunde haben, die Ihnen etwas Geld überweisen können“, wandte er schließlich genau wie die Konsulatsangestellte ein.
    „So einfach ist das nicht.“ Als sie seinen spöttischen Blick bemerkte, fügte sie erklärend hinzu: „Ich lebe in einer Kleinstadt, von wo aus es schwierig ist, Geld nach Russland zu überweisen …“
    „Keiner kann Ihnen helfen, wenn Sie in Not sind? Und ich dachte, Amerika wäre ein Land voller Gutmenschen, wo jeder jeden kennt und man sich gegenseitig hilft.“
    „Ihre Vorstellungen von einer perfekten Kleinstadtidylle stammen anscheinend aus alten amerikanischen Fernsehserien.“
    „Dann ist man unter Ihren Freunden nicht so hilfsbereit?“
    Sein zynischer Ton gefiel ihr ganz und gar nicht. Was hatte er nur gegen sie? Offenbar war er darauf aus, sie schlecht zu machen und ihr jegliche Illusion zu rauben. „Ich muss erst einmal in Ruhe nachdenken“, entgegnete sie ausweichend. „Und mir überlegen, wen ich anrufen soll.“ Wer überhaupt bereit und in der Lage wäre, so weit für sie zu gehen, buchstäblich und im übertragenen Sinn. Ashley, vielleicht, obwohl die im Moment auch Mühe hatte, finanziell über die Runden zu kommen.
    „Und während Sie nachdenken?“ Er ließ den Blick vielsagend über die Straßen ringsum schweifen, wo in der wachsenden Dunkelheit allmählich abendlicher Berufsverkehr aufkam.
    „Mir fällt schon etwas ein. Was kümmert es Sie überhaupt?“ Sie betrachtete ihn argwöhnisch.
    Wieder huschte der Anflug eines Lächelns über sein markantes Gesicht. „Keine Sorge, ich führe nichts von den schrecklichen Dingen im Schilde, die Sie sich jetzt gerade ausmalen. Am besten stelle ich mich erst einmal richtig vor.“ Er zog seine Brieftasche aus der Innentasche seines Mantels, natürlich, und entnahm ihr eine Visitenkarte, die er Hannah reichte.
    Sie begutachtete sie skeptisch, denn egal, was dieser Mann von ihr dachte, sie hatte keineswegs vor, ihm blind zu vertrauen. Sergej Kholodov las sie, Vorstandsvorsitzender, Kholodov Enterprises, und dazu eine Büroadresse im Zentrum vom Moskau. „Ich bin beeindruckt.“ Sie gab ihm die Karte zurück. Natürlich konnte sich jeder solche Visitenkarten drucken lassen, auch wenn sie noch so exklusiv aussah. Der Mann konnte trotzdem ein Drogendealer oder sonst etwas sein. Hannah fröstelte im auffrischenden Wind, der ihr das lange Haar ins Gesicht wehte.
    „Wie ich sehe, habe ich Sie nicht überzeugt.“
    „Ich bin mir nicht sicher, warum Sie hier sind.“
    „Dann beweisen Sie endlich etwas Vernunft“, meinte er anerkennend. „Ehrlich gesagt fühlte ich mich ein wenig verantwortlich dafür, dass man Ihnen Geld und Pass gestohlen hat.“
    „Warum? Ich

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