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Julia Extra Band 0350

Julia Extra Band 0350

Titel: Julia Extra Band 0350 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: P Jordan
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Luxushotel. Das war eigentlich der Stoff, aus dem Träume gemacht wurden.
    An dem letzten Tag ihrer Reise schien ihre Welt so gründlich auf den Kopf gestellt worden zu sein, dass Hannah schwindelte. Aber morgen würde hoffentlich wieder Normalität einkehren, wenn Sergej ihr, wie versprochen, half, einen Ersatzpass und einen Flug nach Hause zu bekommen.
    Bedeutete das nicht, dass sie ihn doch wiedersehen würde? Hannah entschied sich, diese verrückte Achterbahnfahrt einfach so zu nehmen, wie sie kam. Jetzt wollte sie erst einmal ein ausgiebiges Bad in der riesigen Marmorwanne im Bad der Suite genießen. Wie von Zauberhand war ihr Gepäck schon kurz nach ihrem Eintreffen ebenfalls gebracht worden, dabei hatte sie Sergej weder ihren Namen noch ihr Hotel genannt. Was ahnen ließ, wie beträchtlich seine Macht und sein Einfluss waren.
    Hannah wollte gerade ins Bad, als ein dezentes Klopfen an der Tür sie zusammenzucken ließ. Nervös eilte sie hin, blickte durch den Spion und stellte ein wenig enttäuscht fest, dass es nicht Sergej war.
    Zögernd öffnete sie die Tür und sah sich einem schmächtigen Mann bekleidet mit einem schlichten Anzug gegenüber. Seine Augen blinzelten kurzsichtig in einem Gesicht, das zur Hälfte von einem roten Feuermal entstellt war.
    „Guten Abend, Miss Pearl. Mein Name ist Grigori, und ich bin Mr Kholodovs persönlicher Assistent. Ich habe hier eine Nachricht für Sie.“
    Verblüfft nahm Hannah den gefalteten Briefbogen entgegen. „Danke.“
    „Darf ich ihm eine Antwort übermitteln?“
    „Oh … natürlich.“ Hannah überflog die zwei Zeilen, die Sergej mit schwungvoller Handschrift geschrieben hatte.
    Bitte leisten Sie mir um acht Uhr zum Abendessen im Hotelrestaurant Gesellschaft. Sergej.
    Unschlüssig blickte sie zu Grigori auf. Essen musste sie sowieso, und ein öffentliches Restaurant war nun wirklich ein unverfänglicher Ort. Sie verspürte ein neugieriges Kribbeln. Wie es schien, erwarteten sie auf dieser Achterbahnfahrt noch ein paar Höhenflüge und unvermutete Wendungen. Warum lud Sergej Kholodov sie zum Abendessen ein? Wollte er einfach nur höflich sein, oder …?
    „Miss Pearl?“
    „Ja. Danke. Ich … werde gern mit Mr Kholodov um acht zu Abend essen.“
    „Gut.“ Grigori nickte befriedigt und wandte sich ab.
    Nachdenklich schloss Hannah die Tür. Auf dem Weg ins Bad nahm sie die Hotelbroschüre vom Schreibtisch und überflog sie. Anscheinend war in dem historischen Gebäude hundert Jahre lang ein Hotel gewesen, bevor es verfallen und aufgegeben worden war. Sergej hatte es dann einige Jahre zuvor gekauft, saniert und restauriert und damit vielen Menschen Arbeit gegeben. Selbstverständlich legte sein Hotel Wert auf allerhöchsten Standard.
    Er war wirklich ein erstaunlicher Mann. Und sie würde mit ihm zu Abend essen. Ihr Herz pochte. Natürlich war es kein richtiges Rendezvous. Ein Mann wie Sergej Kholodov konnte sich unmöglich ernsthaft für sie interessieren … oder?
    Entsetzt wurde ihr bewusst, dass sie gar nichts anzuziehen hatte. Andererseits konnte sie doch sowieso nicht hoffen, einen so reichen und erfahrenen Mann wie Sergej Kholodov zu beeindrucken. Und letzten Endes war es nur ein Abendessen.
    Um halb acht war sie bereit und betrachtete sich kritisch im Spiegel. Das schlichte schwarze Kleid umschmeichelte zwar reizvoll ihre Figur, aber es war eben sehr einfach. Wenigstens hatte der unkomplizierte Jerseystoff die Monate im Koffer fast knitterfrei überstanden. Ihr einziger Schmuck war eine einreihige Perlenkette, die ihre Eltern ihr zum achtzehnten Geburtstag geschenkt hatten. Flache schwarze Pumps, ein Hauch von Lipgloss, und ihr Outfit war komplett.
    Jetzt musste sie nur noch eine halbe Stunde warten, denn sie wollte ja nicht übereifrig wirken … zumal Sergej ja die Bedeutung dieses Wortes kannte. Lächelnd erinnerte sie sich an die Szene auf dem Roten Platz. Wie schrecklich gönnerhaft musste sie ihm vorgekommen sein, vor allem, wenn man bedachte, wie gut er Englisch sprach!
    Um fünf vor acht ging sie zum Aufzug und fuhr nach unten. Nicht übereifrig, sondern nur pünktlich.
    In dem eleganten Hotelrestaurant herrschte bereits reger Betrieb. Unschlüssig blieb Hannah auf der Schwelle stehen und blickte sich suchend nach Sergej um.
    „Miss Pearl? Mr Kholodov erwartet Sie.“
    Grigori war neben ihr aufgetaucht. Sein fast scheues Lächeln machte Hannah bewusst, wie sehr er sich doch von Sergej unterschied. Ob er sich von der zynischen Art seines

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