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Lagrosiea - Der Schattenkreis (German Edition)

Lagrosiea - Der Schattenkreis (German Edition)

Titel: Lagrosiea - Der Schattenkreis (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sascha Zurawczak
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Gegenstand auf dem Kaminsims zu tun hatte:
    Es war ein Stein. Um genauer zu sein , ein Kieselstein, in den ein ´ verrückter Höhlenmensch ` folgenden Satz eingemeißelt hatte:
    Zu sehen, was gesehen werden muss
    Um zu tun, was getan werden muss
    Ein Gegenstand, der von einem Hobbys tein sucher wahrscheinlich zum wertvollsten B esitz erklärt werden würde . Aber jeder, der Wert auf ein sauberes Zuhause legt, würde den Stein wahrscheinlich im hohen Bogen aus dem Fenster werfen.
    So schien es jedenfalls… a ber tatsächlich war es der , wahrscheinlich wertvollste magische Gegenstand in ganz Korroniea. Viele würden alles tun , um ihn in die Finger zu bekommen. W enn man ihnen das Abenteuer beschreiben w ürde, hätten wahrscheinlich all die naiven Sammler die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und Lagon zu seinem außergewöhnlichen Glück gratuliert, einen solchen Schatz praktisch geschenkt bekommen zu haben.
    Natürlich, wenn der Lohn diese s vergangenen Abenteuers etwas weniger geheimnisvolles gewesen wäre, zum Beispiel ein Diamant, so groß wie ein Troll, dann würden sie es sich wahrscheinlich drei Mal überlegen, sich dafür auf eine solche Folge von tollkühnen Taten einzulassen.
    Aber jeder, der wusste was wirklich w ertvoll war, hätte alles i n Kauf genommen. D a es doch darum ging , am Ende eine solch immens kostbare Rarität sei n Eigen nennen zu können.
    Lagon wiederum, der niemandem von seinem Besitz erzählt hatte, außer seinen engsten Freunden, hätte untrainierten Sesselsitzern, Teetrinkern, Staubwedelhelden und Schreibtischtätern folgendes gesagt:
    Wenn es mir möglich gewesen wäre , diesen Horror, den ich mitmachen musste, um dieses Stück Mineral zu bekommen, ungeschehen zu machen, dann würde ich diesem unseligen Stein eine hübsche Schleife umbinden und ihn samt einem ´ Liebesbrief ` an die un barmherzige Macht, die mir dieses wundervolle Geschenk gemacht hatte, zurück in die verlassenen Stollensysteme der Silberberge werfen.
    Da aber, dank Lagons Verschwiegenheit, niemand eine solche Konversation geführt hatte, konnte er übertreiben , wie es ihm passte.
    A uch wenn ihn besagtes Abenteuer ziemliche Nerven gekostet hatte, würde er in Wirklichkeit nie so mit dem Stein verfahren, wie er es in seinem Fantasiegespräch vorgeschlagen hatte. Denn schließlich hatte ihm der Gegenstand einmal ziemlich aus der Patsche geholfen. Denn was man dem Stein nicht ansah war , dass man den Text, der in ihn gemeißelt war, wörtlich nehmen konnte.
    Lagon wollte gerade in die Erinnerung an das Abenteuer versinken, in dem der Stein seinen unbezahlbaren Wert unter Beweis gestellt hatte, da wurde er in seinen Gedanken gestört. Bundun kam mit einem Wiesel in seinen Krallen durch das offene Fenster geflogen. Der Auftritt verwirrte Lag on, denn eigentlich wäre Bundun , laut s eines ungeschriebenen Zeitplans , erst wieder aufgetaucht, wenn die Sonne vollständig aufgegangen war. Außerdem hatte er es bisher nie gewagt , seine Beute mit nach hause zu bringen. Erstens, weil er ziemlich sauber war und zweitens, weil die an den Boden gefesselten Zweibeiner, ein Problem mit toten Tieren in ihrer Wohnung hatten. Und Lagon bot da keine Ausnahme.
    „Bundun, was willst du denn schon so früh hier?“ , wollte Lagon wissen . „U nd was ist das da in deinen Krallen?“ F ügte er überflüssigerweise hinzu.
    „Das ist ein Wiesel“, erklärte Bundun , „etwas für den ernährungsbewussten Regenbogenvogel. Ein bisschen zäh , aber fettarm. Das hält den Vogel in Form.“
    „D as meine ich nicht“, erklärte Lagon grimmig . „I ch will wissen, warum du mir so was ins Haus schleppst!“
    „Also wirklich“, beschwerte sich Bundun , „als wäre ich eine Art Haustier, das alles, was es findet mitnimmt.“
    „Und warum tust du es dann?“ , fragte Lagon leicht gereizt . „V ielleicht sollte ich dir ja ein Halsband besorgen.“
    „Hör auf mit dem Blödsinn!“ , forderte Bundun.
    „Dann erzähle mir doch einfach, was du so früh hier schon machst!“
    „Afferlaken!“ , krächzte Bundun, als würde dies alles erklären.
    Tatsächlich konnte sich Lagon aus dieser Information allerlei zusammenreimen . Afferlaken waren Halbwesen – Teils Affe, teils Kakerlake – deren Aussehen seinesgleichen suchte. Am besten w ar der Vergleich mit einem riesigen Gorilla, dessen Haut von einem schwarz glänzenden Insektenpanzer überzogen war. Und d er einen Kakerlakenkopf trug. Im Allgemeinen waren diese Wesen nicht

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