Leitfaden Homöopathie (German Edition)
sollte vor der chirurgischen Intervention eine homöopathische Therapie versucht werden, da auch in scheinbar aussichtsloser Lage (immerhin handelt es sich um eine strukturelle Gefäßverengung) häufig positive Ergebnisse erzielt werden können.
Homöopathische Behandlung
Bei der PaVK handelt es sich um das pathologische Endprodukt einer langfristig bestehenden, chronischen Gesundheitsproblematik des Patienten. Dies weiß auch die Schulmedizin, die homöopathische Interpretation geht jedoch deutlich weiter und sieht den Erkrankungsbeginn lange vor dem ersten Auftreten von sklerosierenden Gefäßwandveränderungen.
In leichten Fällen von PaVK muss eine homöopathische Konstitutionstherapie erfolgen, die sich am Gesamtzustand des Patienten und nicht nur an der jeweils betroffenen Arterie orientiert. Weiter fortgeschrittene Fälle mit dominierender Schmerzsymptomatik bedürfen zu Behandlungsbeginn evtl. homöopathischer Arzneimittel, deren Auswahl sich hauptsächlich an der Lokalsymptomatik der PaVK orientiert ( Kap. 4.3.3 , „einseitige“ Erkrankungen). Kommt es im Behandlungsverlauf zur Verbesserung der Beschwerdesymptomatik, kann zum konstitutionellen Therapiekonzept gewechselt werden.
Wahl der Symptome
Je symptomatischer die Erkrankung ist, desto weniger individuelle Symptome sind im Allgemeinen vom Patienten zu erhalten. Bei weit fortgeschrittenen Fällen zeigt sich hauptsächlich das klassische Bild der „Schaufensterkrankheit“ mit den üblichen Beschwerden. Der Endzustand ist die Gangrän. Aber auch für diese Zustände finden sich in der Arzneimittellehre passende Substanzen. Entscheidend für die Arzneiwahlin diesen schweren Fällen können unter Umständen Nuancen im Beschwerdebild sein:
Schmerzen: genauer Schmerzcharakter, Zeitpunkt des Auftretens, Schmerzerstreckung, evtl. Schmerzmodalitäten (was tut der Patient, wenn er die Schmerzen hat? Z.B. Kühlen oder appliziert er Wärme?) etc.
Lokalbefund: Aussehen der evtl. vorhandenen Gewebeveränderung (z.B. Farbe, Ulzera), Hauttemperatur etc.
Im Frühstadium einer PaVK muss mit einer ausführlichen Anamnese das Gesamtbild erfasst werden.
Miasmatische Zuordnung
Eine Zuordnung ist nur anhand der Modalitäten und der Gesamtheit der miasmatischen Symptome möglich.
Repertorium
Im Repertorium findet sich die PaVK als Diagnose nicht in Form einer brauchbaren Rubrik (die Rubrik „Claudicatio intermittens“ im RADAR ist mit vier Arzneimitteln deutlich zu klein). Als klinisches Korrelat bei fortgeschrittenen Erkrankungen lässt sich die Gangrän repertorisieren, z.B.:
Extremitäten
Gangrän – ältere Menschen
Gangrän – untere Gliedmaßen – Unterschenkel
Gangrän – untere Gliedmaßen – Füße
Gangrän – untere Gliedmaßen – Zehen
Gangrän – untere Gliedmaßen – Zehen – älteren Menschen, bei
Weitere wichtige Rubriken finden sich im Kapitel „Extremitäten“ in den Abschnitten:
Extremitäten
Schmerzen – Beine/Unterschenkel/Füße etc. (mit Unterrubriken)
Ulzera – Beine/Unterschenkel/Füße etc. (mit Unterrubriken)
Temperatur – Beine/Unterschenkel/Füße etc. (mit Unterrubriken)
Farbe – Beine/Unterschenkel/Füße etc. (mit Unterrubriken)
Krämpfe - Beine/Unterschenkel/Füße etc. (mit Unterrubriken)
Dosierung
Hohe C-Potenzen: C30 und höher einmalig (später auch höher), wiederholt in großen Abständen, kommen bei leichten bis mittelschweren Fällen von PaVK zum Einsatz.
Niedrige C- und D-Potenzen: Tiefe D-Potenzen werden traditionell zur Dauerbehandlung organisch fixierter Leiden eingesetzt, wo keine Aussicht auf Heilung besteht. Sie können auch ein Einstieg sein, gerade wenn das Mittel zu Beginn eher unklar ist.
Q-Potenzen eignen sich für die Dauerbehandlung von schweren Krankheitsfällen, vor allem wenn engmaschigere eine Verlaufsbeurteilung notwendig ist.
Verlaufsbeurteilung
In der Akutsituation muss eine rasche Verbesserung der Symptome eintreten, sonst ist das Mittel zu wechseln. Andere notwendige Maßnahmen, falls indiziert, dürfen dabei nicht versäumt werden. Insgesamt lässt sich der Verlauf gut nach Ischämieund Gehstrecke beurteilen. Wenn es zu einem Rückfall kommt, wird das Mittel wiederholt, ggf. auch in höherer Potenz. Falls es keinerlei Besserung gab, muss das Mittel gewechselt werden.
Bei leichteren Fällen von PaVK muss die Verlaufsbeurteilung unter Berücksichtigung der Gesamtsymptomatik des Patienten erfolgen und nicht nur aufgrund der Gefäßerkrankung.
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