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Perry Rhodan Neo 021 – Der Weltenspalter

Perry Rhodan Neo 021 – Der Weltenspalter

Titel: Perry Rhodan Neo 021 – Der Weltenspalter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexander Huiskes
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der Ferronen, so gemütlich gemacht, wie das in geschlossenen Raumanzügen nur eben möglich war. Die RADESSORA gehörte der Minengesellschaft Takmir-Warani, die ihren Sitz auf Ferrol hatte.
    Es war den Menschen nicht schwergefallen, den »Weltraumwal«, wie Julian das Schiff scherzhaft nannte, zu erstehen. Er hatte bereits ziemlich viele Jahre den Gefahren des Alls getrotzt, kleine Asteroiden hatten seine Hülle zerkratzt und zerbeult, die Triebwerksleitungen standen ständig kurz davor, durchzubrennen, und die Reaktorsicherung im Innern des Kolosses hätte keiner technischen Prüfung mehr standgehalten. Die Rotationssegmente, die die Bordschwerkraft erzeugten, waren komplett ausgefallen.
    Eine Reparatur und Modernisierung der RADESSORA hätte Monate gedauert und mindestens so viel gekostet wie ein neues Schiff. Als Köder für die Fantan war sie gerade aufgrund ihres schlechten Zustands perfekt geeignet. Terranische Spezialisten hatten zur Sicherheit nochmals Hand angelegt, und so trieb der Erztransporter nun – luftleer und starr – in einem stillen Trudelflug durch die Randbezirke des Wega-Systems.
    Dank der Spezialsohlen ihrer Raumanzüge hafteten Julian Tifflor und Mildred Orsons am zernarbten Rumpf und wurden von den Bewegungen des Schiffes nicht beeinträchtigt. Sie standen reglos in der Schwerelosigkeit und beobachteten die vorbeiziehende Sternenpracht.
    Was anfangs wie eine besonders aufregende Idee geklungen hatte, war längst zu einem ermüdenden Auftrag geworden. Gemeinsam im Angesicht der Unendlichkeit auf plündernde Fantan zu warten. Sicherzustellen, dass Terra wenigstens einen einzigen Fantan schnappte, falls das dazugehörige Spindelschiff sich dem Zugriff der TOSOMA entzog. Aufzupassen, dass sie nicht selbst zu Besun gemacht und verschleppt wurden. Das heimische Solsystem zu verlassen und sich den Glanz ferner Sterne in die Augen zu holen.
    Fernweh ist Sternweh, und alle Sterne verlöschen, wenn ich deine Nähe verlier, sang Tifflor in Gedanken einen Chartstürmer des vergangenen Jahres. Mehr als eine Million Lichtjahre von hier wartet der Sternenpfad zu deiner Tür! Zu diesem Text hatten Mildred und er sich zum ersten Mal nach einem ihrer Wutausbrüche versöhnt.
    Er blickte sie an, das schmale, schöne Gesicht mit den dunklen Augen. Ihre schwarzen Haare klebten unter dem klobigen Raumhelm, dass sie aussahen wie ein Ebenholzrahmen um ihre gleichmäßigen Züge. Wie sollte ein Mann sich nicht in sie verlieben?
    Mildred erwiderte seinen Blick. Ob sie seine Gedanken erriet? Ob sie ebenfalls an die sanften Berührungen, das Streicheln und Küssen dachte? Er schluckte schwer, als sich sein Körper bei diesen Erinnerungen regte. In der tödlichen, luftleeren Kälte des Alls in einem Raumanzug zu stecken war eine der sichersten Methoden, jeden Ansatz von Intimität im Keim zu ersticken.
    »Tiff«, sagte sie mit diesem unnachahmlichen Grübchenlächeln. »Ich hoffe, du denkst nicht wieder an das, was ich vermute.«
    »Tu ich nicht«, gab er zurück. Hoffentlich sah sie nicht, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss. »Ich dachte nur daran, dass wir hier vielleicht umsonst sitzen. Wenn die Fantan nicht anbeißen ...?«
    Sie legte einen dick gepolsterten Arm um ihn. Es fühlte sich unangenehm an, vielleicht in etwa so, wie man sich ein Sumo-Ballett vorstellte.
    »Sie werden kommen. Die Frage ist, wie schnell. Unsere Freunde auf der Erde brauchen dringend Hilfe.«
    Er nickte. »Im Idealfall schnappt sich die TOSOMA die Fantan bereits, ehe wir etwas tun müssen.«
    »Ich dachte, du spielst gern den Helden für mich?«, neckte sie ihn. Ihre Stimme knisterte im Helmempfang.
    »Timothy hat den Helden gespielt«, flüsterte er.
    Sie schwieg, nur das Geräusch ihres Atems, wie er plötzlich erlosch und dann, heftig, wieder einsetzte. »Nicht ...«
    Er streifte ihre Hand von der Schulter und drehte sich weg von ihr. »Ich bin nicht traurig«, versuchte er ihr zu erklären, was in ihm vorging. »Ich bin ... neidisch.«
    Mildred starrte ihn ungläubig an.
    »Was muss das für ein Gefühl sein, endlos durchs All streifen zu dürfen? Was Timothy alles erleben wird ...«
    »Bist du sicher, dass er noch lebt?«
    Wie konnte sie das nur fragen? Natürlich lebte Timothy Harnahan weiter. Er war in dem mysteriösen Kugelwesen Harno aufgegangen und zusammen mit diesem verschwunden.
    »Wir werden Timothy wiedersehen«, behauptete Julian. »Denk nur an Ernst Ellert! Der galt sogar als tot und ist wieder aufgetaucht.«
    »Ich

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