Privatdetektive (16 Romane in einem Band)
Sie können immer behaupten, daß dieses Gespräch nicht stattgefunden hat. Vorausgesetzt, Sie jagen mir nicht doch noch eine Kugel in den Kopf - was ich Ihnen übrigens nicht empfehlen würde!"
Douglas zog die Augenbrauen hoch und verengte ein wenig die Augen. "Und warum nicht?"
"Es sähe wie ein Schuldeingeständnis aus!" gab Kommissar X zu bedenken.
Douglas überlegte. Und er schien Jo schließlich recht zu geben. Jedenfalls nickte er. "Vielleicht haben Sie recht... Aber haben Sie einen besseren Vorschlag?"
"Ich schlage vor, Sie binden Sie mich erst einmal los! Wenn mir die Gelenke abgeklemmt sind, kann ich so schlecht denken!"
In Douglas' Augen blitzte es, als er zwei Schritte näher kam. Es war eine sehr abrupte Bewegung. In der Rechten hielt er seine Pistole, mit der Linken gestikulierte er aufgeregt.
"Es wird an mir hängen bleiben, Walker! Man wird es mir in die Schuhe schieben, weil ich alles mitbringe, wonach die suchen." Mit die meinte er wohl die Polizei. Er atmete tief durch und machte einen wirklich verzweifelten Eindruck. Dann blickte er Walker direkt an. Einige Sekunden tat er nichts anderes, als Jo anzusehen und zu schweigen. Dann sagte er: "Der Witz an der Sache ist, ich hatte tatsächlich die Absicht, diesen Gardner umzubringen."
"Wegen Ihrer Frau und Ihrer Tochter, nicht wahr?"
"Ich habe es ihm nie vergessen können, diesem Hund! Okay, er sammelt für Garküchen, in denen sich die armen Schlucker der Bowery satt essen können und seine Stiftung läßt Schule für Blinde bauen und weiß der Teufel, was noch alles. Er redet von Verantwortung, aber als er meine Familie umgebracht hat, da hat er sich feige davongestohlen!"
"Sie haben ihn gehaßt", stellte Jo fest.
"Ja. Aber ich habe ihn nicht umgebracht! Vielleicht hatte ich es vor..." Er wog die Pistole in seiner Hand. "Ich habe ihn belauert, wann immer ich konnte. Es war wie ein Zwang."
"Und dann sind Sie am Dreizehnten nach der Show in seine Garderobe gegangen, nicht wahr? Mit Ihrem Rasiermesser."
Douglas wurde kreidebleich und Jo wußte, daß er da etwas getroffen hatte. Der Privatdetektiv verfluchte stumm die Fesseln, die Douglas ihm angelegt hatte. Die Hände hatte Jo schon fast frei, aber dann blieben immer noch die Füße, die er ja schließlich nicht vor Douglas' Augen losbinden konnte.
Jo hoffte nur, daß sein Gegenüber nicht völlig den Kopf verlor und plötzlich drauflos ballerte.
Aber es schien das Gegenteil der Fall zu sein. Jo war gefesselt und deshalb fühlte Douglas sich so sicher, daß er jetzt gestand: "Ich war tatsächlich dort!" Er flüsterte fast. "Aber nicht mit dem Messer, sondern mit der Pistole hier!" Er stockte.
"Und dann?"
"Jemand machte die Garderoben Tür hinter sich zu und ging davon. Ich habe gewartet, bis der Kerl um die nächste Ecke war und bin dann selbst hineingegangen. Es war furchtbar..." Er schluckte.
"Was war furchtbar?" hakte Jo nach.
"Es war alles voller Blut." Er konnte kaum sprechen. Die Erinnerung schien zu furchtbar zu sein. Barry Douglas wandte den Kopf zur Seite und stierte ins Nichts. Der Pistolenlauf sank einige Zoll, bis er schließlich in Richtung Fußboden zeigte.
"Heißt das, daß Moss Gardner schon tot war, als Sie in seiner Garderobe waren?" fragte Jo.
Douglas schüttelte den Kopf. "Nein, er lebte noch. Er lag am Boden und..." Dann blickte er auf. "Ich habe ihm nicht geholfen, Walker! Meinetwegen können Sie darüber denken, wie Sie wollen, aber so war es nun einmal. Wahrscheinlich hätte man ohnehin nichts mehr machen können! Ich bin hinausgegangen, habe die Tür zugemacht und bin davongelaufen."
"Sind Sie vielleicht in die Blutlache getreten?"
"Gut möglich, ich habe nicht darauf geachtet." Er zuckte die Achseln. "Die Story wird mir ohnehin niemand abnehmen. Jedenfalls kein Polizist. Und später die Geschworenen wohl noch viel weniger!"
"Vielleicht glaube ich Ihnen!"
Douglas lachte heiser.
"Dafür kann ich mir nichts kaufen, Walker!"
"Wer war der Mann, der vor Ihnen bei Gardner gewesen ist?"
"Keine Ahnung. Ich kannte ihn nicht."
"Aber Sie würden ihn wiedererkennen?"
"Ich habe ihn nur von hinten gesehen."
"Wenn Sie nicht der Mörder waren, dann wahrscheinlich dieser Mann. Es könnte sein, daß Sie aus dem Schneider sind, wenn Sie ihn identifizieren!"
Jo nahm seine Hände hinter dem Rücken hervor und augenblicklich hob sich wieder Douglas Pistole. "Sie wollen mich nur hereinlegen!" zischte er.
"Nein, bestimmt nicht! Aber vielleicht können wir uns gegenseitig
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