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SdG 05 - Der Tag des Sehers

SdG 05 - Der Tag des Sehers

Titel: SdG 05 - Der Tag des Sehers Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Steve Erikson
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Knochenwerferin neigte den Kopf und richtete dann das Wort an Silberfuchs. »Beschwörerin. Als ich mich diesem Ort genähert habe, hast du meine Träume beherrscht.«
    »Das habe ich getan, obwohl ich nicht wusste, wer du warst. Aber das können wir ein andermal besprechen. Erzähle mir von dieser Aufgabe, die Logros dir gestellt hat.«
    »Logros hat mich losgeschickt, die übrigen Armeen der T’lan Imass zu suchen, jene, die wir noch von der Ersten Zusammenkunft kannten. Die Ifayle, die Kerluhm, die Bentract und die Orshayn.«
    »Und, hast du sie gefunden?«, fragte Silberfuchs.
    »Ich glaube, die vier noch übrig gebliebenen Clans der Bentract T’lan Imass sind in Jacuruku, doch sie sind im Gewirr des Chaos gefangen. Ich habe dort lange gesucht, doch ohne Erfolg. Was die Orshayn, die Ifayle und die Kerluhm angeht, so muss ich einen Fehlschlag melden, denn ich habe keine Spur von ihnen gefunden. Daraus können wir eigentlich nur schließen, dass sie nicht mehr existieren.«
    Silberfuchs war von Olar Ethils Worten eindeutig erschüttert. »So viele …«, flüsterte sie, »sind verloren?« Einen Augenblick später sah Kruppe, wie sie sich zusammenriss. »Olar Ethil, was hat Logros dazu veranlasst, dich auszuschicken, um die übrigen Armeen zu suchen?«
    »Beschwörerin, der Erste Thron hat einen würdigen Besitzer gefunden. Es wurde Logros von diesem Besitzer befohlen.«
    »Ein Besitzer? Wer?«
    »Ein Sterblicher, der damals als Kellanved bekannt war, der Imperator von Malaz.«
    Silberfuchs sagte einige Zeit lang nichts, dann wandte sie sich wieder an die Erste Knochenwerferin. »Natürlich. Aber er sitzt nicht mehr auf dem Thron, nicht wahr?«
    »Er sitzt nicht mehr auf dem Thron, Beschwörerin, doch er hat ihn auch noch nicht freigegeben.«
    »Was bedeutet das? Oh, es hat etwas damit zu tun, dass der Imperator nicht gestorben ist, stimmt’s?«
    Olar Ethil nickte. »Kellanved ist nicht gestorben. Er ist aufgestiegen und hat den Thron des Schattens in Besitz genommen. Wenn er tatsächlich gestorben wäre, wäre der Erste Thron wieder frei. Doch er ist nicht gestorben, und so ist der Thron nicht frei. Wir sind an einem toten Punkt angelangt.«
    »Und als dieses … Ereignis … stattgefunden hat – war das Ergebnis, dass ihr aufgehört habt, dem malazanischen Imperium zu dienen, so dass Laseen die ersten, unruhigen Jahre ihrer Herrschaft ohne euch überstehen musste.«
    »Es waren unsichere Zeiten, Beschwörerin. Die Logros T’lan Imass waren untereinander uneins. Die Entdeckung von überleben - den Jaghut in der Jhag-Odhan erwies sich als günstige, wenn auch nur kurzlebige Ablenkung. Inzwischen sind einige unserer Clans in den Dienst des malazanischen Imperiums zurückgekehrt.«
    »Und war diese Spaltung verantwortlich für die Abtrünnigen, die der Rest von euch nun verfolgt?«
    Oh, ihr Verstand kehrt zurück, scharf wie immer. Dies ist in der Tat schlimme Kunde. Abtrünnige unter den T’lan Imass …
    »Nein, Beschwörerin, die Abtrünnigen haben einen anderen Pfad gefunden, der uns noch verborgen ist. Sie haben auf ihrer Flucht gelegentlich das Chaos-Gewirr benutzt.«
    Das Chaos-Gewirr? Ich frage mich, vor wem diese abtrünnigen T’lan Imass jetzt das Knie beugen? Nein, mach dir darüber keine Gedanken. Noch ist das nichts weiter als eine vage Drohung, vermutet Kruppe. Alles zu seiner Zeit …
    »Welche Gestalt nimmst du als Wechselgängerin an, Olar Ethil?«, erkundigte sich Silberfuchs.
    »Wenn ich mich verwandle, dann bin ich wie eine untote Zwillingsschwester Tiams, die alle Drachen hervorgebracht hat.«
    Mehr wurde nicht hinzugefügt. Die Tausende von T’lan Imass standen reglos und stumm da. Das Herz in Kruppes Brust schlug knapp zwei Dutzend Mal.Schließlich räusperte er sich und trat näher an Silberfuchs heran. »Es sieht aus, als erwarten sie deinen Befehl, Schätzchen – was auch immer das für ein Befehl sein mag. Eine vernünftige Lös – «
    Silberfuchs drehte sich zu ihm um. »Bitte«, knirschte sie. »Keine Ratschläge. Das hier ist meine Zusammenkunft, Kruppe. Lass mich also machen.«
    »Aber natürlich, meine Liebe. Meine untertänigste Entschuldigung. Bitte nimm dein Zögern wieder auf.«
    Sie zog ein säuerliches Gesicht. »Unverschämter, elender Kerl.«
    Kruppe lächelte.
    Silberfuchs wandte sich wieder den wartenden T’lan Imass zu. »Pran Chole, bitte vergib mir die Worte, die ich vorhin gesagt habe.«
    Er hob den Kopf. »Beschwörerin, ich bin es, der um Vergebung bitten

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