Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Titel: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Walter Isaacson
Vom Netzwerk:
und er schüttelte lediglich den Kopf und schnalzte mit der Zunge.«
    Wie auch immer es sich verhalten haben mag, Wozniak bestand darauf, dass es sich nicht lohnt, die Geschichte aufzuwärmen. Jobs sei eine schwierige Persönlichkeit, sagte er, und manipulativ zu sein gehöre einfach zu den weniger angenehmen Eigenschaften, die zu seinem Erfolg beitrügen. Wozniak hätte sich nie so verhalten, aber er betonte auch, dass er nie und nimmer fähig gewesen wäre, Apple auf die Beine zu stellen. »Ich möchte lieber nicht darüber reden«, äußerte er, als ich darauf beharrte, seinen Standpunkt zu erfahren. »Ich will Steve nicht danach beurteilen.«
    Die Erfahrung bei Atari trug zu Jobs’ Einstellung zum Geschäft und zum Design bei. Er schätzte die Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit von Ataris Spielen mit ihren unkomplizierten Anweisungen. »Diese Einfachheit färbte auf ihn ab, was sich in seinen Produkten widerspiegelte«, sagte Ron Wayne, der bei Atari mit ihm zusammenarbeitete. Jobs übernahm auch ein wenig von Nolan Bushnells »Mach-keine-Gefangenen«-Haltung. »Nolan akzeptierte kein Nein als Antwort«, behauptete Alcorn, »und dies war Steves erster Eindruck davon, wie die Dinge erledigt wurden. Nolan war nie beleidigend, wie Steve es manchmal war. Aber er war genauso ehrgeizig. Dies schreckte mich ab, aber verdammt noch mal, diese Einstellung zahlte sich aus, die Dinge wurden erledigt. In dieser Hinsicht war Nolan ein Mentor für Jobs.«
    Bushnell stimmte zu. »Ein Unternehmer besitzt etwas Undefinierbares, und das erkannte ich in Steve«, erklärte er. »Er war nicht nur an der technischen Planung interessiert, sondern auch an den geschäftlichen Aspekten. Ich brachte ihm Folgendes bei: Wenn du dich so verhältst, als könntest du etwas bewirken, dann funktioniert es. Tu so, als ob du alles unter Kontrolle hast, und die Menschen nehmen an, dass es stimmt.«

Kapitel 5 Apple I: Turn on, boot up, jack in …

    Daniel Kottke und Steve Jobs mit dem Apple I auf dem Personal-Computer-Kongress in Atlantic City, New Jersey
    Anmutige Geräte
    Ende der sechziger Jahre flossen in San Francisco und im Silicon Valley verschiedene kulturelle Strömungen zusammen. Mit der Zunahme von Rüstungsfirmen setzte eine technologische Revolution ein. Schon bald kamen Elektronikfirmen, Mikrochip-Hersteller, Videospiel-Designer und Computerfirmen hinzu. Es gab auch eine Hacker-Subkultur, die sich aus Wireheads, Phreakern, Cyberpunks und einfachen Nerds zusammensetzte und Ingenieure mit einschloss, die nicht dem HP-Schema entsprachen, sowie deren Kindern, die sich nicht an das Leben in den Trabantenstädten gewöhnen konnten. Es gab pseudoakademische Gruppen, die Studien über die Wirkungen von LSD anstellten. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Doug Engelbart vom Augmentation Research Center in Palo Alto, der später zur Entwicklung der Computermaus und von grafischen Benutzeroberflächen beitrug, und der Schriftsteller Ken Kesey ( Einer flog über das Kuckucksnest ), der die damals noch legale Droge mit Musik-Lightshows feierte, begleitet von einer Band, die später als Grateful Dead berühmt wurde. Dann gab es da die Hippiebewegung, die sich aus der Beat-Generation der Bay Area herausbildete, und die rebellischen politischen Aktivisten, die der Free Speech Movement in Berkeley entstammten. Überlagert wurde all dies von verschiedenen Selbstverwirklichungsbewegungen, die sich auf der Suche nach persönlicher Erleuchtung befanden – Zen und Hindu, Meditation und Yoga, Urschrei und Reizentzug, Esalen und EST (»Erhard Seminars Training«).
    Diese Verschmelzung von Flower Power und Mikroprozessor, von Erleuchtung und Technologie wurde von Steve Jobs verkörpert, der morgens zunächst meditierte, dann Physikvorlesungen in Stanford besuchte und nachts bei Atari arbeitete und davon träumte, seine eigene Firma zu gründen. »Hier war einfach was los«, sagte er rückblickend. »Von hier stammte die beste Musik – Grateful Dead, Jefferson Airplane, Joan Baez, Janis Joplin –, ebenso der integrierte Schaltkreis und Dinge wie The Whole Earth Catalog. «
    Anfangs harmonierten die Technologen und die Hippies nicht gerade gut. Viele Anhänger der Gegenkultur betrachteten die Computer als unheilvoll und bedrückend im Orwell’schen Sinne, als Domäne des Pentagons und der Machtstruktur. In Mythos der Maschine warnte der Historiker Lewis Mumford davor, dass Computer uns unserer Freiheit beraubten und »lebensverbessernde Werte«

Weitere Kostenlose Bücher