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01 - Nacht der Verzückung

01 - Nacht der Verzückung

Titel: 01 - Nacht der Verzückung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Mary Balogh
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sei und der
Sand sich unweigerlich über den ganzen Körper verteile.
    Bevor
sich eine große Gruppe auf den Weg machte, waren die Pläne ausgefeilter
geworden, und den Dienstboten wurden eilige Anweisungen für einen Picknick-Tee
gegeben, der später am Strand gereicht werden sollte, obwohl sie gerade erst im
Salon den Tee genommen hatten.
    Neville
war dankbar für die Ablenkung, sowohl um seinetwillen als auch wegen Lily. Sie
war für anderthalb Tage ans Haus gefesselt gewesen und obwohl sie sich nicht
beklagt hatte, wusste er, dass sie sich verwirrt und unter Druck gesetzt
fühlte. Besonders Laurens Besuch musste eine große Belastung für sie gewesen
sein.
    Doch
jede Hoffnung, ihr seinen Arm reichen und sie, vielleicht, ein wenig von der
Gruppe wegführen zu können, wurde zerschlagen, noch bevor sie das Haus
verlassen hatten. Lauren war Lily nicht von der Seite gewichen. Lächelnd nahm
sie ihren Arm.
    »Du und
ich werden zusammen gehen, Lily«, sagte sie. »So können wir uns besser kennen
lernen.«

Kapitel 10
    Leidenschaftslos
spazierten sie über die Terrasse und die Wiese hinunter. Leidenschaftslos
wanderten sie den steilen Hügel hinab und leidenschaftslos am Strand entlang.
Dort liefen sie weiter, als Lily es zuvor getan hatte, an einem gewaltigen
Felsen vorbei, der über ihnen hoch thronte.
    Lily
trug ihre alten Schuhe, doch der Dorfschuster war offensichtlich dabei, einige
neue Paare für sie herzustellen. Aber sie trug ein neues blassgelbes Kleid und
einen langen Mantel - Mrs. und Miss Holyoake mussten sehr hart gearbeitet
haben, um beides innerhalb eines Tages fertig zu stellen - und die
schlichte Strohhaube, die sie aus dem Bestand ausgewählt hatte, den die
Schneiderinnen nach Newbury Abbey gebracht hatten. Da es im Dorf keine Putzmacherin
gab, hatte Elizabeth erklärt, bemühte sich Mrs. Holyoake, stets eine kleine
Auswahl vorrätig zu haben.
    Die
breite Krempe der Haube schirmte Lilys Gesicht von der Sonne ab, die die meiste
Zeit hell durch die dahinjagenden Wolken schien. Laurens Sonnenschirm, den sie
unbedingt mit ihr teilen musste, hielt auch den kleinsten Sonnenstrahl davon
ab, ihr Gesicht zu finden. Sie mussten sehr auf ihren Teint achten, erklärte
Lauten, besonders jetzt, da es schon fast Sommer war. Sie hatte angemerkt, dass
Lilys Gesicht bedauerlicherweise gebräunt sei, ein Unglück, das vermutlich mit
ihrer Heimreise aus Portugal zu tun hatte. Aber sie bräuchte nicht zu
verzweifeln - die Farbe würde verblassen, wenn sie draußen stets einen
Sonnenschirm trüge. Lauten würde ihr einen borgen.
    Wilma
wollte nicht zu nahe am Wasser gehen, da das Meersalz ihre Haut tau und ihr
Haar spröde machen würde. Und sie mussten sehr langsam gehen, aus Angst, Sand
in die Schuhe zu bekommen. Als sie einen geschützten Platz erreicht hatten, der
für den Picknick-Tee geeignet war, und die Dienstboten mit Decken und
Körben eingetroffen waren, wurde den Gentlemen - von Wilma - die
Aufgabe übertragen, aus Decken eine Art Zelt zu bauen, um sie vor dem Wind und
den schädlichen Einflüssen des Meeres zu schützen. Als sie sich setzten,
konnten sie das Wasser nicht mehr sehen - nicht einmal den Sand.
    Sie
hätten genauso gut drinnen bleiben können, dachte Lily.
    Die
Gentlemen hatten es da weitaus besser.
    Sie
waren munter zum Ende des Strandes marschiert und wieder zurück, wo sie die
Damen auf halbem Weg abholten. Und sie waren direkt am Wasser gelaufen, wo die
Möwen flogen und der Wind am stärksten blies. In ihrer Gruppe hatte es viel
fröhliches Gelächter gegeben. Lily wünschte, sie hätte mit ihnen gehen können.
    Alle
setzten sich zum Tee, aber sobald der größte Appetit gestillt war, wollten
einige der jüngeren Cousins - Hal und seine Brüder Richard und William -
sich zu weiteren Erkundungen aus dem Staub machen. William zwinkerte Miranda
zu, die ungefähr in seinem Alter war, und bedeutete ihr mitzukommen, und
Miranda sah ängstlich zu ihrer Mama, die damit beschäftigt war, zwei Gläser zu
halten, die ihr Sohn Ralph, Viscount Sterne, mit Wein füllte. Dann blickte
Miranda unsicher zu Lily.
    »Auch
ich sehne mich danach, zu entfleuchen«, flüsterte Lily und hatte all ihre guten
Absichten vergessen, die sie anderthalb Tage lang pflichtgetreu durchgehalten
hatte. Neville lauschte zusammen mit Elizabeth und dem Herzog von Portfrey
höflich einem Monolog, den seine Tante Mary seit mindestens fünf Minuten hielt.
    Und so
waren die beiden Augenblicke später verschwunden und rannten mit den

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