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09 - Befehl von oben

09 - Befehl von oben

Titel: 09 - Befehl von oben Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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würden seine Leute noch ordnen und mit Querverweisen versehen. Es gab keine Pläne, in irgendeiner Hinsicht etwas zu unternehmen. Es waren nur Daten. Aber das könnte sich noch ändern.
*
    »Wissen Sie, ich glaube, an das Fliegen könnte ich mich gewöhnen«, bemerkte Cathy Ryan gegenüber Roy Altman, während sie in die Kantine gingen.
»Ach?«
    »Weniger Streß, als wenn ich selber fahren würde. Aber vermutlich wird's nicht mehr lange so gehen«, fügte sie noch hinzu.
»Vermutlich nicht.« Altman sah sich ständig um, obwohl noch zwei Agenten in dem Raum waren und ihr Bestes taten, sich nicht als solche erkennen zu lassen; darin versagten sie schwer. Obwohl Johns Hopkins eine Institution mit insgesamt 2400 Ärzten war, war es doch eine Art Dorf, wo nahezu jeder nahezu jeden kannte, und Ärzte trugen keine Waffen. Altman blieb stets dicht bei seiner Prinzipalin, um so am besten ihre tägliche Routine mitzubekommen, und ihr schien es nichts auszumachen. Am Vormittag war er bei zwei Operationen mit dabeigewesen, und Lehrerin, die sie halt war, hatte Cathy jeden einzelnen Schritt genauestens erklärt. Am Nachmittag hatte sie Seminare mit rund einem halben Dutzend Studenten. Das würde die erste Lehrveranstaltung werden, an der Altman in Ausübung seines Jobs teilnahm - wenigstens etwas, das nichts mit der Politik zu tun hatte, die er inzwischen herzlich verabscheute. Seine nächste Beobachtung war, daß SURGEON aß wie der sprichwörtliche Vogel. Sie stellte sich an die Kasse und bezahlte ihr und Altmans Essen, gegen seinen kurzen Protest.
»Sie sind auf meiner Rennbahn, Roy.« Sie sah sich um, erblickte den Mann, mit dem sie zu Mittag essen wollte, und ging auf ihn zu, mit Altman im Schlepptau. »He, Dave.«
Dekan James und sein Gast erhoben sich. »Hi, Cathy! Ich möchte dir ein neues Mitglied der Fakultät vorstellen, Pierre Alexandre. Alex, das ist Cathy Ryan ...«
»Dieselbe die ...«
»Bitte, ich bin immer noch Ärztin, und ...«
»Sie sind auf der Lasker-Liste, stimmt's?« Alexandre nahm ihr damit den Wind aus den Segeln. Cathys Lächeln hätte den Raum ausleuchten können.
»Ja.«
»Mein Glückwunsch, Frau Doktor.« Er streckte ihr die Hand entgegen. Cathy mußte ihr Tablett absetzen, um sie zu ergreifen. Altman beobachtete die Szene mit Augen, die neutral erscheinen sollten, es aber nicht waren. »Sie müssen vom Service sein.«
»Ja, Sir. Roy Altman.«
»Ausgezeichnet. Eine Dame derartiger Schönheit und Brillanz verdient den richtigen Schutz«, verkündete Alexandre. »Ich komme gerade aus der Army, Mr. Altman; ich kenne Ihre Mannschaft vom Walter Reed Hospital. Der Fall damals, als Präsident Fowlers Tochter mit einer tropischen Sache aus Brasilien zurückkam. Ich war behandelnder Arzt.«
»Alex arbeitet mit Ralph Forster zusammen«, erklärte der Dekan, während sie alle sich setzten.
»Infektionskrankheiten«, sagte Cathy zu ihrem Bodyguard.
Alexandre nickte. »Fang gerade erst an, mich einzuarbeiten. Aber ich habe einen Parkausweis, also nehme ich an, daß ich tatsächlich dazugehöre.«
»Ich hoffe, Sie sind ein ebenso guter Lehrer wie Ralph.«
»Ein hervorragender Arzt«, stimmte Alexandre zu. Cathy entschloß sich, diesen Neuen zu mögen. Dann dachte sie über seinen Akzent und seine Südstaatenmanieren nach. »Ralph ist heut morgen nach Atlanta geflogen.«
»Irgend etwas Besonderes?«
»Ein möglicher Ebola-Fall in Zaire, afrikanischer Junge, acht Jahre alt. Heute früh kam die E-Mail.«
Cathy kniff die Augen zusammen. Obwohl sie aus einem völlig anderen Bereich der Medizin kam, erhielt sie wie alle Ärzte den Morbidity and Mortality Report und hielt sich über soviel auf dem laufenden, wie sie konnte. Medizin ist ein Gebiet, wo das Lernen niemals aufhört. »Nur einer?«
»Ja.« Alexandre nickte. »Anscheinend hatte der Junge einen Affenbiß am Arm. Ich war mal drüben. Beim letzten Mini-Ausbruch 1990 kam ich von Detrick aus zum Einsatz.«
»Mit Gus Lorenz?« fragte Dekan James. Alexandre schüttelte den Kopf.
»Nein, Gus hat damals etwas anderes gemacht. Der Teamchef war George Westphal.«
»Ach, ja, der ...«
»Ist gestorben«, bestätigte Alex. »Wir, äh, haben es nicht breitgetreten, aber er bekam es. Ich habe ihn behandelt. War kein schöner Anblick.«
»Was hat er denn für einen Fehler gemacht? Ich habe ihn nicht sehr gut gekannt«, sagte James, »aber Gus hatte mir gesagt, sein Stern wäre im Aufgehen. UCLA, wenn ich mich recht entsinne.«
»George war hervorragend, der beste Fachmann

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