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AC/DC - Maximum Rock N Roll

AC/DC - Maximum Rock N Roll

Titel: AC/DC - Maximum Rock N Roll Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Murray Engleheart , Arnaud Durieux
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auf der Karte] gelesen hatte, musste ich gleich an dich denken. Bon.‹«
    Bon war stets ein gewissenhafter Briefeschreiber gewesen.
    Vince Lovegrove: »Schon in den Sechzigern und Anfang der Siebziger, als er erstmals durch die Welt reiste, schrieb er jedem, den er kannte. Allen Freunden, die er in der Zeit kennengelernt hatte. Er vergaß niemanden und blieb stets in Kontakt, entweder schriftlich oder per Telefon.«
    Ian Jeffery: »Oft, wenn wir aus einem Hotel auscheckten, fragte Bon die Rezeptionistin nach Briefmarken, weil er jemandem, den er vielleicht zweimal getroffen hatte, eine Postkarte schicken wollte. Er war ein ganz großartiger Mensch.«
    Angry Anderson von Rose Tattoo sah in Bon zudem eine romantische Persönlichkeit.
    »Wir waren die letzten Straßenpoeten des Rock – so sahen wir uns. Wir schrieben Gedichte und setzten sie musikalisch um. Schön, es waren manchmal heftige Gedichte zu [oft] heftiger Musik. Wir sahen uns als die letzten Vagabunden und Draufgänger nach alter Errol-Flynn-Manier – als über die sieben Meere fahrende Dschingis Khans. Ich denke heute noch so.«
    AC/DC sahen aber der ganzen Tragik der Situation ins Auge. Bon stand kurz davor, nach fast zwei Jahrzehnten anstrengender Arbeit, die oft bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit ging, den großen Durchbruch zu schaffen. Nun hatte er abtreten müssen, als alles darauf hindeutete, dass er den Gipfel seiner Kreativität erreichen würde. Das nächste Album, erklärte Angus Dave Lewis in Sounds vom 29. März 1980, »wäre der krönende Abschluss seines Lebens gewesen«.
    Und Bon wäre mehr als glücklich gewesen, an dem Ruhm teilhaben zu können.
    Angus: »Er war kein Egotyp. Da er eigentlich Schlagzeuger war, hatte er immer den Blickwinkel einer Band und nicht den einer Einzelperson. Er drängte sich nie in den Vordergrund, eher schnappte er mich, zog mich nach vorn und meinte: ›Komm schon, Ang, sie wollen dich sehen.‹ Mit der Eitelkeit, die Ruhm oft mit sich bringt, hatte er nichts am Hut. Darin lag für mich immer seine Größe.«
    Angus verglich Bon mit Hendrix und Chuck Berry.
    Angus: »Chuck Berry hatte ein unwahrscheinlich breit gefächertes Talent – er war ein großartiger Songwriter, Musiker und Innovator. Bei Bon war das genauso. Aber wenn man darüber nachdenkt, welch einen Verlust sein Tod bedeutet, steht er für mich in einer Reihe mit den Großen, die es wert sind, dass man sich an sie erinnert. Ich würde ihn auf eine Stufe mit Presley stellen, vielleicht noch höher. Die Art, sich irgendwo einzuschleimen, war ihm völlig fremd.«
    Sicher, Bon hatte es immer wieder mal übertrieben. Aber er schien zu wissen, wo seine Grenzen lagen. Und wenn er sie überschritt, tat er das allein.
    Angus: »Zu mir sagte er immer: ›Egal, was ich tue, mach es nicht nach.‹ Das betonte er. Manchmal fand er sich an irgendeinem Ort wieder und wusste nicht, wie er dort hingekommen war. Er erinnerte sich nur noch, dass er für ein paar Tage gefeiert hatte. Jemand hat mir mal erzählt, dass er Bon in London vom Flughafen abholen musste. Er kam drei Tage zu spät an und hatte kaum noch Kleider am Leib. Er trug nur noch seine Hose. So kam er durch den Zoll – Hose, Sonnenbrille, keine Schuhe, kein Hemd, keine Socken. Wir wussten nur, dass seine Mutter sich einige Tage zuvor am Flughafen von Perth von ihm verabschiedet hatte. Er hatte nicht die geringste Ahnung, was in der Zeit dazwischen passiert war. Einmal ist er zusammen mit mir die Verstärkertürme hinaufgeklettert – das konnte er. Er trug selten Schuhe, und so robbte er zehn Meter bis ganz nach oben auf die Verstärker. Ich war auf der anderen Seite, und er rief schließlich: ›Jetzt springen wir!‹ Ich sagte nur: ›Das kannst du alleine machen, Alter!‹ Aber er hat es wirklich gebracht! Er war sehr mutig, er hatte in solchen Situationen überhaupt keine Angst.«
    Peter Wells berichtet, das er schon im Freeway Gardens Motel in Melbourne 1975 wegen einer dummen Wette seine Sprungkünste unter Beweis gestellt hatte:
    »Er kam auf den Balkon und sprang vom zweiten Stock total besoffen in den verdammten Pool! Es hat mich umgehauen. Er probierte einfach alles aus. Man merkte immer, wenn er in der Nähe war. Damals kam man für so was noch in den Knast! Viele der Anekdoten, die über ihn im Umlauf sind, stimmen. Und es gibt sicher welche, die man gar nicht erzählen kann, die noch verrückter sind! Und die stimmen wahrscheinlich auch.«

    1974
Glitter und Glamour:

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