Alaska
sie zu dem Kajak kamen in dem Zagoskin immer hinten gesessen hatte, damit Innokenti den Ottern von vorne einen Schlag versetzen konnte, sagte der Alte: »Ich sitze hier hinten und paddele«, und Innokenti rief noch einigen Müßiggängern am Strand zu: »Kommt mit und helft uns einen Kreis bilden«, aber nur zwei - einer war Kyril - hörten auf seinen Befehl.
Trofim führte sie weit von der Küste weg in den Schatten von Qugang und versicherte den Jägern: »Ich habe hier draußen Otter gesehen.« Sie kamen schließlich an eine Stelle, die von der Küste aus nicht mehr einsehbar war, so dass die Männer von da aus die drei Kajaks nicht verfolgen konnten. Hier fanden sie schließlich ihre Otter, und Innokenti fing sofort an, ein Weibchen mit einem Jungen auf dem Bauch zu verfolgen und den verkleinerten Kreis anzuführen, aber das Muttertier erwies sich als erstaunlich geschickt und schlüpfte hierhin und dorthin, wobei ihr natürlich der Umstand, dass es nicht genug Boote für einen Kreis gab, zunutze kam.
Innokenti, wütend darüber, dass sich sein Stiefvater nur langsam der Taktik des Otters anpasste, fluchte über ihn und die anderen, den letzteren sogar Schläge androhend, wenn sie wieder an Land wären: »Macht den Kreis zu! Ihr müsst schneller sein, wenn ich sie euch zutreibe!«
Wenig später, als die Anordnung der Boote wegen Trofims Unbeholfenheit durcheinandergeriet, schimpfte Innokenti ihn wieder aus, der Alte jedoch gab von seiner hinteren Position dem Kajak einen so heftigen Ruck, dass es sich fast einmal ganz im Kreis drehte und Innokenti ins Wasser warf.
Er geriet nicht in Panik, verfluchte Trofim und verhielt sich genauso wie schon vorher, als er von der »Evening Star« heruntergesprungen war, er ruderte heftig mit den Armen und holte weit aus, den Rand der Einstiegsöffnung zu fassen zu kriegen, und er hätte sich sicher ein zweites Mal retten können, wenn nicht Zhdanko, als sein Sohn sich hochziehen wollte, schnell zurückgewichen wäre, auf ihn runterschaute und ihn mit der Breitseite seines Paddels einen Schlag ins Gesicht versetzt hätte. Dann, ganz so, als würde er ein hilfloses Muttertier jagen, das wieder auftauchen musste, wartete er, bis Innokentis Kopf an der Wasseroberfläche auftauchte, worauf er schnell auf die Stelle zupaddelte und seinen Schädel mit einem zweiten Schlag fast zertrümmerte.
Den richtigen Augenblick abwartend, paddelte er langsam hin und her, bis der blutende Kopf wieder auftauchte, und als es soweit war, drückte er ihn unter Wasser, viele Minuten lang. Dann erst winkte er heftig mit seinem Paddel und rief den anderen zu: »Hilfe! Innokenti ist ins Wasser gefallen!«
Tage nachdem die Leiche an den Strand gespült worden war, so aufgedunsen und verwest, dass niemand sagen konnte, was während der Jagd vorgefallen war, suchte Kyril Trofim in seiner Hütte auf, und nach langem Schweigen, während der alte Kosake bei sich dachte: »Er ist jetzt genauso alt wie Innokenti, als ich ihn zum ersten Mal traf, aber wie anders er ist«, rückte der Junge zögernd mit der Sprache heraus: »Ich habe gesehen, was passiert ist, als wir die Otter fingen.«
Trofim gab keine Antwort, und wieder nach einer Weile sagte der junge Mann: »Keiner außer mir hat es gesehen. Ich saß vorne.«
Tränen standen in den Augen des alten Mannes, nicht aus Reue über seine Tat, sondern als Antwort auf die großen Widersprüche des Lebens. Dem Jungen fielen sie nicht auf, denn ihn bestürmten seine eigenen Verwirrungen - dieser alte Mann neben ihm, den er liebte, hatte seinen eigenen Sohn getötet -, aber er fasste sich und sagte: »Er ist aus dem Kajak gefallen, weil er sich zu schnell herumgedreht hat. Es war allein seine eigene Schuld. Ich habe es gesehen. So habe ich es auch den anderen erzählt.«
Wieder folgte eine lange Stille, jeder wusste vom anderen, dass er vorsätzlich gelogen hatte, aber wie um sich in ihrer gegenseitigen Schuld freizusprechen, fügte Kyril noch hinzu: »Er war ein schlechter Mensch, Vater. Das Mädchen zu töten, das uns so freundlich gesinnt war. So viele Bewohner dieser Insel zu töten. Er hat den Tod verdient, und wenn er nicht ertrunken wäre, dann hätte ich ihn umgebracht.« Er zögerte, und das Schweigen wurde unheilvoll: »Ich weiß nicht, wie, aber ich hätte ihn erschlagen, Vater.«
Äußerst vorsichtig wog Zhdanko ab, was er als nächstes sagen würde, denn jedes Wort sollte seine Bedeutung haben, und er vergeudete fast eine halbe Stunde, starrte auf
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