Alex Benedict 03: Die Suche
gewesen sei. »Sie sollten sich einfach entspannen und es genießen«, riet sie mir. »So etwas werden Sie in Ihrem ganzen Leben nicht noch einmal erleben.«
Wir hatten eine gute Zeit auf der Dipsy-Doodle.
Ich sollte vorausschicken, dass ich während meiner Reise in das Stummenland von keinem Ashiyyur in irgendeiner Weise schlecht oder auch nur unhöflich behandelt wurde. Dennoch waren wir uns des Dings auf der Brücke bewusst, der Tatsache, dass es anders war, nicht nur physisch, sondern auch geistig.
Und dieses Gefühl des Andersseins schweißte uns zusammen, auch wenn es nichts Bedrohliches geben mochte. Der Herdentrieb.
Ich schloss mehrere Freundschaften während dieses Fluges, Freundschaften zu Menschen, mit denen ich immer noch in Kontakt stehe. Wie Joe Klaymoor, Soziologe aus Toxicon, der die Auswirkungen weit verbreiteter telepathischer Fähigkeiten auf ein Gesellschaftssystem untersuchte. Und Mary DiPalma aus dem alten London. Marys Vorführungen weckten in mir den Glauben an Magie. Und Tolman Edward, Vertreter einer Handelsgesellschaft. Tolman war wie ich noch nie zuvor in der Ansammlung gewesen. Er war unterwegs in den inneren Bereich des Stummenraums, um ein geschäftliches Problem zu regeln.
Ich war zu dem Schluss gekommen, dass die paar Tage, die ich mit diesen Leuten hatte verbringen dürfen, all die Mühe wert waren, die ich aufgewendet hatte, um die Falcon aufzuspüren. Und das alles hatte mit einer schlichten Tasse von einem interstellaren Schiff angefangen. Während ich diese Worte niederschreibe, steht eine andere Tasse auf meinem Schreibtisch. Die Lettern sind auch hier fremdartig. Der Adler hat einem siebenzackigen Stern mit einem Lichthof Platz gemacht. Sie stammt nicht von der Seeker, sondern von der Dipsy-Doodle.
Aber alles geht einmal zu Ende. Als Captain Japuhr zu uns kam, um uns darüber zu informieren, dass wir in vierzehn Stunden andocken würden, stellte sich bei jedem von uns ein Gefühl des Verlusts ein. Ich habe viele Flüge mitgemacht, genug für ein ganzes Leben, aber so etwas wie das habe ich kein zweites Mal erlebt. Der Captain fragte uns, ob alles zu unserer Zufriedenheit sei und ob er irgendetwas für uns tun könnte. Dann zog er sich zurück.
Frank nahm mich beiseite. »Haben Sie sich überlegt, wie Sie vorgehen wollen?«
»Wie meinen Sie das?«
»Sie werden Sprachprobleme haben.«
»Warum?« Ich war davon ausgegangen, dass ich es mit Gedankenlesern zu tun bekäme, also sollte sich die Kommunikation recht einfach gestalten.
»Sie denken in Standardsprache. Sie können ihre Bilder lesen, nicht aber ihre Sprache. Selbst wenn es Ihnen gelingt, verstanden zu werden, können Sie die Ashiyyur nicht verstehen.«
»Was schlagen Sie vor?«
Er öffnete einen Schrank und zog ein Notebook hervor. »Das wird Ihnen helfen«, sagte er. Er schaltete es an und sprach hinein. »Helfen Sie mir, ich habe mich verirrt. Ich habe keine Ahnung, wo ich bin.« Eine Reihe Stummenvokabeln erschien auf dem Bildschirm. »Dann müssen Sie es ihnen nur noch zeigen. Wenn sie es gelesen haben, können sie eine Antwort für Sie eingeben.« Er lächelte. »Und Sie sollten nicht erwarten, dass sie Stimmgeneratoren tragen.«
»Wie kann ich die Antwort lesen?«
Das Gerät hatte eine Stummentastatur. »Die Ashiyyur können eingeben, was immer sie sagen wollen. Das Gerät übersetzt ihre Worte und zeigt sie auf dem Bildschirm.« Er runzelte die Stirn. »Für lange Gespräche ist es nicht geeignet, aber es wird Ihnen helfen, etwas zu essen zu bestellen und ein Hotel zu finden.«
»Kann ich es ausleihen?«
»Sie können es mieten.«
»Gern«, sagte ich. Es war nicht billig, aber ich ließ die Miete von Rainbows Konto abbuchen. »Wie steht es mit dem Essen? Werde ich da Probleme bekommen?«
»Einige der größeren Hotels können Ihnen entsprechende Mahlzeiten zubereiten. Aber versuchen Sie nicht, das Zeug zu essen, das die Ashiyyur essen, in Ordnung?«
Ich hatte Bilder von ihrer Nahrung gesehen. In diese Gefahr würde ich sicher nicht geraten.
»Eine Sache noch, Chase. In unserer Dienststelle finden Sie immer jemanden, der Standard beherrscht. Außerdem sind wir Ihnen immer so nahe wie Ihr Link. Unsere Mitarbeiter können Ihnen auf jeden Fall helfen, überall hinzukommen, wo Sie hin wollen.«
In dieser Nacht gingen wir auf der Orbitalstation von Xiala von Bord, schnappten uns unser Gepäck und verabschiedeten uns ein letztes Mal. Viel Glück und so weiter. Captain Japuhr kam zu uns, um
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