Alex Benedict 03: Die Suche
meine Eskorte an. Alle drei schienen Informationen auszutauschen. Schließlich machten meine Bewacher kehrt und verließen den Raum. Offenbar wurde ich nicht als bedrohlich eingestuft.
Die Frau griff in ihre Tasche, zog einen kombinierten Sprachgenerator und Autoübersetzer an einer Schnur heraus und hängte ihn um ihren Hals. »Hallo, Chase«, sagte sie. »Ich bin Selotta Movia Kabis. Sie können mich Selotta nennen.«
Sogar unter den gegebenen Umständen konnte ich mir ein Lachen kaum verkneifen. Ich nannte ihr meinen Namen und sagte Guten Tag.
Sie starrte mich an. »Wir freuen uns sehr, dass Sie sich entschlossen haben, uns heute zu besuchen.«
»Die Freude ist ganz auf meiner Seite«, entgegnete ich. »Das ist ein sehr schönes Museum.«
»Ja.« Sie ging um mich herum und setzte sich mir gegenüber auf einen Stuhl mir gegenüber. »Darf ich fragen, was Sie in der Falcon gemacht haben?«
Lügen war zwecklos. Der Übersetzer würde ihr nicht helfen, meine Gedanken zu lesen, aber ich fragte mich so oder so, ob sie das Ding überhaupt brauchte. »Ich habe versucht, die Navigationslogbücher herunterzuladen.«
»Und warum haben Sie das getan? Die Falcon steht schon seit ich hier bin in der Halle der Menschen. Das müssen jetzt fünfundzwanzig Jahre sein.«
»Das ist eine lange Zeit«, sagte ich zustimmend.
Sie konzentrierte sich auf mich, und sie machte sich nicht die Mühe, die Tatsache zu verschleiern, dass sie in meinem Kopf war. »Was ist die Seeker?«, fragte sie.
Ich erzählte es ihr. Ich beschrieb den Zusammenhang zwischen der Seeker und Margolia und erklärte ihr, was Margolia war.
»Neuntausend Jahre?«, fragte sie.
»Ja.«
»Und Sie hoffen, diesen Ort zu finden? Margolia?«
»Wir wissen, dass das ein bisschen arg optimistisch ist, aber wir hoffen, wenigstens das Schiff zu finden.«
Graue Lider senkten sich über ihre Augen. Und hoben sich wieder. Die Hornhaut war schwarz und diamantenförmig. Sie musterte mich einen langen Moment eingehend. »Wer weiß?«, sagte sie nach einer Weile. »Finden Sie das eine, führt es Sie vielleicht zum anderen.«
»Wie Sie sehen«, sagte ich, »brauche ich Ihre Hilfe, um die Informationen von der Falcon zu bekommen.«
Sie saß sehr still, während sie darüber nachdachte. Dann schien sie zu einem Schluss gekommen zu sein. Die Tür zum Korridor öffnete sich. Ich drehte mich um und erblickte einen meiner Bewacher. Selotta winkte ihn herein. Er hielt meinen Chip in der Hand. Ich fragte mich, ob es wohl möglich war, mir den Chip zu schnappen und die Flucht zu ergreifen.
»Nein«, sagte Selotta. »Das wäre keine gute Idee.«
Er reichte ihn ihr, machte kehrt und verließ das Büro. Sie inspizierte den Chip, schaltete eine Lampe an und betrachtete ihn eingehend. Als sie fertig war, richtete sie ihre Diamantenaugen direkt auf mich. Ich hatte das bestimmte Gefühl, sie nähme an, sie spräche mit mir. Plötzlich wirkte sie verwundert.
Sie schüttelte in bemerkenswert menschlicher Weise den Kopf und aktivierte den Übersetzer. »Manchmal fällt es mir schwer, daran zu denken, dass ich sprechen muss.«
»Verständlich«, bemerkte ich.
»Ich hatte Sie gefragt, ob Sie bei dem Gedanken daran, dass es da draußen noch eine lebende Zivilisation geben könnte, kein ungutes Gefühl bekommen. Ihre eigenen Leute nach neuntausend Jahren. Sie wissen überhaupt nicht, was Sie dort finden könnten.«
»Ich weiß.«
»Ich möchte Sie nicht kränken, aber die Menschen sind im Grunde unberechenbar.«
»Manchmal«, sagte ich. »Wir rechnen nicht damit, eine belebte Welt zu finden. Aber falls wir die ursprüngliche Ansiedlung finden, könnten wir einige Artefakte bergen. Die wären ziemlich wertvoll für uns.«
»Davon bin ich überzeugt.«
Ich wartete, hoffte, sie würde mir einfach den Chip geben und mir viel Glück wünschen.
»Vielleicht können wir uns einigen.«
»Was schwebt Ihnen vor?«
»Sie können Ihren Chip haben.«
»Wenn …?«
»Ich würde erwarten, dass Sie, sollten Sie finden, was Sie suchen, auch uns großzügig bedenken.«
»Sie wollen einen Teil der Artefakte?«
»Ich denke, das wäre eine vernünftige Vereinbarung. Ja, ich werde die Details Ihrer Großmut überlassen. Ich glaube, das kann ich ohne Bedenken tun.« Sie erhob sich.
»Danke, Selotta. Ja. Wenn wir Erfolg haben, werde ich dafür sorgen, dass das Museum bedacht wird.«
»Das läuft über mich persönlich.«
»Selbstverständlich.«
Sie machte keine Anstalten, mir den Chip zu
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