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Alle vier Martin-Schlosser-Romane: Kindheitsroman - Jugendroman - Liebesroman - Abenteuerroman: Mit einem Vorwort von Frank Schulz (German Edition)

Alle vier Martin-Schlosser-Romane: Kindheitsroman - Jugendroman - Liebesroman - Abenteuerroman: Mit einem Vorwort von Frank Schulz (German Edition)

Titel: Alle vier Martin-Schlosser-Romane: Kindheitsroman - Jugendroman - Liebesroman - Abenteuerroman: Mit einem Vorwort von Frank Schulz (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gerhard Henschel
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»Teneriffa! Wenn diese Idioten zuhausegeblieben wären und die Tür hinter sich zugemacht hätten, dann wären sie alle noch am Leben.«
    »Bleibe im Lande und nähre dich redlich«, sagte Volker, aber der hatte es gerade nötig.
    Um Viertel nach acht kam ein Krimi mit einer Schülerin, die ein heimliches Verhältnis mit einem Lehrer anfing. Die tickte ja wohl nicht mehr ganz sauber, meinte ich, und Mama stimmte mir zu: »Ich find’s höchst vernünftig, daß du das so siehst.«
    Die Liebelei mit dem Lehrer führte zu Mord und Totschlag. Wenn ich der Lehrer gewesen wäre, hätte ich der von Nastassja Kinski gespielten Schülerin allerdings wahrscheinlich auch nicht widerstehen können oder jedenfalls nicht so bravourös, wie ich als Schüler den Lehrerinnen am Kreisgymnasium widerstand. Da gab es absolut keine, mit der ich freiwillig ins Bett gegangen wäre.
    An der Tabellenspitze hatte Gladbach jetzt einen Punkt Vorsprung vor Braunschweig und fünf vor Duisburg, Frankfurt und Schalke, während Bayern München auf Platz 9 abgesackt war, hähähä.
    Oma Jever hatte einen Herzanfall gehabt und zwei Spritzen verpaßt bekommen, und Mama fuhr sofort hin, um ihr bei Opa Jevers Geburtstagsfeier auszuhelfen. Da standen vormittags zwölf Gäste ins Haus und nachmittags neun.
    In der Hinrunde der Halbfinalspiele bezwang Dynamo Kiew Borussia Mönchengladbach mit 1:0, aber das würde nicht reichen. Auf dem Bökelberg würde Gladbach aufdrehen. Auch ohne mich. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Opa habe das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, berichtete Mama, und ein Landrat habe Oma fünfzehn langstielige rote Rosen überreicht. »Und da wär sie fast schon wieder umgekippt vor lauter Hibbeligkeit!«
    Ein Landrat mit Blumenstrauß hätte mich nicht so leicht aus dem Konzept gebracht wie diese eine von hinten fotografierte Rennradfahrerin in Shorts in der Zigarettenreklame:
    Lernen Sie jemanden kennen, der John Player Special raucht – vielleicht steigt sie um auf Tandem.
    Atlético Madrid – HSV 3:1.
    In Karlsruhe hatten Terroristen den Generalbundesanwalt Siegfried Buback erschossen, auf offener Straße, und außerdem noch seinen Chauffeur und einen Justizhauptwachtmeister. Von einem Motorrad aus, im Vorbeifahren. Die Leichen lagen unter weißen Tüchern. Zu dem Attentat bekannte sich ein »Kommando Ulrike Meinhof«, aber ob der das recht gewesen wäre? Und was hatten die Terroristen damit gewonnen? Die hätten sich doch denken können, daß sie jetzt erst recht am Arsch waren und gesucht wurden? Wenn sie alle umlegen wollten, die ihnen im Weg standen, hätten sie ’ne Atombombe auf Deutschland schmeißen müssen.
    In der nächsten großen Pause wollte Hermann ein »Kommando Holger Bohnekamp« ins Leben rufen, aber Holger Bohnekamp machte nicht mit.
    Jeder für sich und Gott gegen alle.
    Über Ostern kamen Olaf und Renate zu Besuch. Als Geschenk für Mama packte Renate einen rechteckigen Kuli aus, mit einer Halterung, die man ans Telefon kleben sollte, aber die hielt nicht lange.
    In der Zeit zwischen Tee und Abendbrot vertiefte sich Renate in ein schlaues Buch über generative Transformationsgrammatik, und Olaf las im Wohnzimmer Das Parlament . Das war eine Wochenzeitung, die alle stenographischen Protokolle der Bundestagsdebatten enthielt, mit sämtlichen Zwischenrufen.
    (Jäger, Wangen, CDU/CSU: Hört! Hört!)
    Die Zwischenrufe, sagte Olaf, seien das Salz in der Suppe.
    (Weitere Zurufe von der SPD: Unglaublich! Unverschämtheit!)
    In einer Beilage mit dem Titel Aus Politik und Zeitgeschichte stand ein Beitrag über den libanesischen Bürgerkrieg zwischen Maroniten, Drusen und Schiiten und Sunniten. Um politischen Einfluß rangen im Libanon auch armenisch-orthodoxe und griechisch-katholische Bevölkerungsgruppen und pro-arabische Parteien mit wahlweise muslimischer, nasseristischer, syrisch-nationalistischer, syrisch-bathistischer und irakisch-bathistischer Ausrichtung sowie sogenannte Schihabisten und marxistische Sektierer. Wie in einem Hühnerhaufen, mit dem einzigen Unterschied, daß im Libanon scharf geschossen wurde. Ich hätte es da keinen Tag lang ausgehalten.
    Nach der Eiersuche mußten auch Renate und Olaf im Garten mithelfen. Für sie, sagte Renate, komme später allenfalls ein pflegeleichter Rasen in Frage. Wenn überhaupt.
    Im Zweiten fing eine neue Serie an, mit Siegfried Lowitz als Hauptkommissar. Den Assistenten mimte ein Schauspieler, den es von der Schatzinsel ins Morddezernat

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