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Alle vier Martin-Schlosser-Romane: Kindheitsroman - Jugendroman - Liebesroman - Abenteuerroman: Mit einem Vorwort von Frank Schulz (German Edition)

Alle vier Martin-Schlosser-Romane: Kindheitsroman - Jugendroman - Liebesroman - Abenteuerroman: Mit einem Vorwort von Frank Schulz (German Edition)

Titel: Alle vier Martin-Schlosser-Romane: Kindheitsroman - Jugendroman - Liebesroman - Abenteuerroman: Mit einem Vorwort von Frank Schulz (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gerhard Henschel
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versteht sich.
    Da sonst nichts passiert, muß ich leider weiter von der Schule erzählen. In der letzten Deutschstunde sagt der Pauker doch glatt, einige sollten beachten, daß sie nur noch zwei Stunden Zeit dafür hätten, ihre Epochalnoten zu verbessern. Ich schau blöd drein, der Pauker stiert mich an und sagt, auch ich sei gemeint. Dumme Sau, damische. Ist doch wohl meine Privatangelegenheit, wie ich mir meine Noten einrichte.
    Wann die Sommerferien bei uns anfangen, weiß ich nicht. Muß mal auf ’nem Plan nachsehen. Aber von Dir wüßt ich gern, wann genau Du hier bei uns einzutreffen gedenkst. Oder hast Du’s Dir inzwischen anders überlegt? Ich könnt’s verstehen. Welcher Irre würde wohl die Sommerferien auf dem Mallendarer Berg verbringen wollen?
    Ich mach mal Schluß. Sonst kannst Du Dir diesen Brief erst durchlesen, wenn Du schon hier bist, und das ist ja nicht der Sinn der Sache.
    Tschöblblbl.
    Wenn man die Zeitschrift GEO abonnierte, kriegte man vier Farbdrucke, die man behalten durfte, auch wenn man die Zeitschrift sofort wieder abbestellte: ein Bild von zwei Rassepferden, eins von einem Sonnenuntergang über dem Santa-Monica-Freeway in Kalifornien, ein blaustichiges von der Küste in Bali und eine Daguerreotypie aus dem Jahr 1856, von einem kleinen Mädchen, das einen Blumenstrauß in der Hand hielt.
    »Und diesen Mist willst du dir an die Wand pinnen?« fragte Mama.
    Konnte der das nicht egal sein? Mama tat immer so, als ob sie mit Kochen und Putzen und Sockenstopfen total überlastet wäre, aber dann mischte sie sich doch in alles mögliche andere hinein.
    Obwohl für den Gewinn der Meisterschale schon ein Unentschieden genügt hätte, spielte Gladbach in München auf Sieg und führte nach gut zwanzig Minuten durch Tore von Heynckes und Stielike mit 2:0, und es sah so aus, als ob die Bayern sich auf ihre erste Heimniederlage gegen die Erzrivalen vom Niederrhein einstellen dürften. Gerd Müllers Anschlußtor in der 36. Minute machte die Partie noch brisanter, zumal Schalke im Spiel gegen Dortmund in Führung gegangen war und zur Halbzeit mit 2:0 vorne lag.
    Nach dem Seitenwechsel ließen die Bayern nichts unversucht, um Schalke Schützenhilfe zu gewähren und Wolfgang Kneib zu bezwingen, doch auf den konnte man sich verlassen. Schalke schoß noch zwei Tore mehr, mußte aber auch zwei Gegentreffer hinnehmen, während Gladbach die Führung verbissen verteidigte, und je näher das Ende rückte, desto trüber sah es für die Schalker Knappen aus. Die mußten ja hoffen, daß München mindestens noch zwei Tore schoß und Gladbach überhaupt keins mehr.
    Fünf Minuten noch. Und dann bloß noch vier ... noch drei ... noch zwei ... es war eine Spezialität von Gerd Müller, innerhalb von zwei Minuten zwei Tore zu schießen, aber bitte nicht heute! In wenigen Sekunden würde der Schiri abpfeifen müssen, und damit wäre Borussia Mönchengladbach Deutscher Meister, zum dritten Mal nacheinander, und hätte erstmals auch die arroganten Bayern in deren Heimstadion geschlagen, aber dann geschah das Unfaßliche, daß Hans-Jürgen Wittkamp ein Eigentor schoß, in der 90. Minute. 2:2!
    Ja, war denn das die Possibility? Jetzt stand noch einmal alles auf der Kippe, in den letzten Sekunden des letzten Spieltags! Gott im Himmel! Nach all den Toren, Tränen und Triumphen in einer langen, nervenaufreibenden und kräftezehrenden Saison hing alles Wohl und Wehe des VfL Borussia Mönchengladbach nun plötzlich von den nächsten drei, vier Spielzügen ab! Das war ja wohl zum Verrücktwerden!
    Der Fußballgott in Gestalt des Schiedsrichters Ferdinand Biwersi aus Saarbrücken hatte jedoch ein Einsehen und pfiff die Partie ab, und Gladbach war Meister! Geschafft!
    Die Daumen gedrückt hatte ich den Fohlen seit der Saison 1974/75, und seither waren sie jedesmal Meister geworden. Vielleicht gab es zwischen mir und Mönchengladbach ja wirklich eine magische Beziehung. In ein paar Jahren würde ich selbst für Gladbach spielen. Ein anderer Verein kam für mich überhaupt nicht in Frage, und welcher Spitzenspieler hätte schon Lust dazu gehabt, für Absteiger wie den KSC, Tennis Borussia und Rot-Weiß Essen die Knochen hinzuhalten?
    Als Tabellenletzter schloß Essen die Saison mit einem todtraurigen Torverhältnis von 49:103 ab. Dem Essener Torwart Heinz Blasey hatte Braunschweigs Stürmer Wolfgang Frank noch am letzten Spieltag vier Tore reingemacht. Man konnte nur hoffen, daß Helmut Schön davon Notiz genommen und sich den

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