BACCARA EXKLUSIV Band 40
die eine Frau wunderbar funktioniert, ist nicht unbedingt das Richtige für eine andere Frau. Du willst dich doch von der Gesellschaft ebenso wenig einschränken lassen wie von deinem Partner. Nur du weißt, was gut für dich ist, was dich befriedigt. Kümmere dich nicht darum, ob es der Norm entspricht. Wenn du zufrieden bist, dass er der Dominierende ist, dann ist es das Einzige, was zählt.“
Seine Brille beschlug. Wie war es nur möglich, dass jedes Wort aus Lacys Mund so verführerisch klang? Als ob sie all die Dinge nur sagte, um ihn zu erregen. Gereizt ging er in die Küche und stellte das mexikanische Essen in den Kühlschrank. Er hatte es sich so einpacken lassen, dass er es später für Lacy und sich in der Mikrowelle erhitzen konnte. Und er hatte sich vorgestellt, wie erfreut sie über das Mahl sein würde, das er ausgesucht hatte, über die würzigen Enchiladas, den Chili und die Fajitas. Er war selbst damit zufrieden gewesen. Aber jetzt kamen ihm Zweifel.
Lacy hatte sich nicht verändert, nur weil sie verletzt worden war. Sie war nicht plötzlich empfindsam und hilfsbedürftig geworden, nur weil sie Weihnachtslieder mochte und keinen hatte, mit dem sie sie singen konnte. Sie war immer noch die Frau, die seine kleine Schwester in eine Femme fatale verwandelt hatte. Ihre Vorstellung von guter Unterhaltung war, ihn zu quälen, bis er vor Sehnsucht nach ihr verrückt wurde. Er durfte das nicht vergessen.
Dennoch war er weiter entschlossen, ihr die Hilfe zu geben, die er versprochen hatte, und so ging er auf die Suche nach ihrer schmutzigen Wäsche. Er versuchte die Unterhaltung am Telefon zu ignorieren, aber ab und zu hörte er einzelne Worte – Schlüsselworte, die ihm alles sagten, was er über Lacy McGee, die Sex-Expertin und den Vamp, wissen musste.
Als er in ihr Schlafzimmer ging, hörte er sie wütend aufschreien, und Sekunden später kam sie hinter ihm hergehumpelt.
„Was tust du da?“
Er schaute auf und gab sich alle Mühe, nicht zu beachten, wie sich ihr dünner rosa Morgenmantel um ihren Oberkörper schmiegte oder wie klein und weiblich ihre nackten Füße aussahen. Sie blickte ihn nervös an, schob sich das Haar hinter die Ohren und schaute sich dann im Zimmer um, als ob sie ihn verdächtigte, etwas gestohlen zu haben.
„Du bist ganz schön unordentlich. Ich habe nur die Wäsche aufgesammelt, um sie in die Waschmaschine zu stecken.“
„Ich kann meine Schmutzwäsche allein einsammeln.“
„Nein, du musst dich schonen.“ Er griff nach einem T-Shirt und einer Strumpfhose.
Sie riss ihm beides aus der Hand. „Verdammt, Daniel, ich will nicht, dass du in meinen Sachen herumschnüffelst!“
„Herumschnüffeln? Ich sage es nicht gern, Lacy, aber deine Schmutzwäsche erweckt nicht das geringste Interesse bei mir.“
„Gestern Abend war das aber anders.“
„Guck nicht so selbstgefällig. Gestern Abend hast du mich überrumpelt. Ich dachte, deine Wohnung würde … anders aussehen und die Frau widerspiegeln, die du bist.“
Sie holte tief Luft. „Du hast doch nicht die geringste Ahnung, was für ein Mensch ich bin, wie kannst du dir da ein Urteil über meine Wohnung erlauben?“
Er pfiff leise. „Jetzt hast du es mir aber gegeben.“ Er lehnte sich an ihre Kommode. „Warum glaubst du, ich würde dich nicht kennen?“
Lacy war um eine Antwort verlegen.
„Na? Hast du nichts dazu zu sagen?“
Sie schüttelte trotzig den Kopf, und er glaubte fast, sie verletzt zu haben. Aber er konnte sich nicht vorstellen, dass seine Meinung über sie ihr auch nur den kleinsten Kummer bereiten könnte. „Verdammt, wirst du dich endlich wieder hinlegen? Benutz das Bett, dann kannst du mich kontrollieren und musst dir keine Sorgen machen, dass ich in deinen Sachen herumschnüffle.“
Rebellisch starrte sie ihn an, aber dann befolgte sie seinen Rat. Nachdem sie sich auf die Seite gelegt hatte, sah sie auf und seufzte. „Wie kommt es nur, dass wir schon wieder streiten?“
„Ich will verdammt sein, wenn ich das weiß“, brummte er. Dann seufzte er auch. „Hast du deine Anrufe erledigt?“
„Die meisten. Der letzte dauerte etwas länger, als ich dachte. Sie war sehr verstört.“
„Eine verstimmte Frau, die sich gern Fesseln anlegen lässt? Verschwendest du deine wertvolle Zeit an so etwas?“
Noch während er es aussprach, merkte er, dass er unfair war. Aber irgendwie verwirrte ihn Lacys Nähe so, dass er überhaupt nicht wusste, was er fühlen sollte und was er tatsächlich fühlte.
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