Bismarck 04
wobei Hanseaten, Bayern, Sachsen, Schlesier ihre gewohnte Tatkraft zeigten. Sie kamen bis Bucquoy, doch nicht weiter. Die Nordstaffel von 6 D. erwarb Croisilles-Bucquoy, dann war es aus. Die Rechte bestürmte über Monchy mit 9. R. K., 3. bayr. K., 26. R. D. das südliche, mit 1. bayr. R. K. das nördliche Scarpeufer, blieb aber dort in Blut und Schlamm stecken. Hier sind anscheinend nicht 187., dagegen die bei Douai in Reserve stehende 12. D. mehr nach der Mitte eingesetzt worden, während nördlich davon Quasts Linke mit 23. R., 41. D. auf Lens gerichtet. Diese 27 D. Belows wurden also zu ganz gleichgültigen Anstrengungen und Opfern verurteilt, obendrein war der Angriff verfrüht im Süden, wo man Marrwitz' Vordringen südlich Bapaume, und im Norden, wo man Eingreifen der 6. A. hätte abwarten sollen. Im ganzen wurden 87 D. zwischen La Fère und Scarpetal aufgestapelt, manche aber (10 Belows) nicht wirklich verwendet. Die vollkommen falsche Disposition machte Marrwitz, dem doch das Hauptziel zugedacht war, zur numerisch schwächsten Gruppe. Strategisch gewann man zuletzt nichts als einen weiten Geländebogen nach Süd-Südwest mit ziemlich schmalem Vorsprung, dessen Behauptung fortan zu viel Kräfte band. Taktisch war der Gewinn groß, 40 englische Div. waren zum Teil vernichtend aufs Haupt geschlagen, die franz. 10. und R. A. erschüttert. »Am 26. hörte A. Gough zu bestehen auf, von 57 engl. D. war fast ein Drittel total vernichtet«, dies Bekenntnis Wrights geht über die kühnsten deutschen Behauptungen hinaus, zeigt zugleich, daß Haigh den 38 D. der 3., 5. A. noch 19 andere zuführte. Diese Tatsache behalten wir im Gedächtnis. Daß das strategische Ziel Amiens nicht erreicht wurde, verschuldete Lud. selbst durch seine verkehrte Kraftzersplitterung mit doppelter auseinandergehender Stoßrichtung, seine fixe Idee, die stärkste englische Stellung nach Norden frontal brechen zu wollen. So sog Below alle möglichen Reserven auf, die ihm nichts nützten und zu Marrwitz hingehörten: 41., 187., 204., 12. sowie 23. R. D. Wären diese sogleich an Marrwitz' rechtem Flügel massiert worden, so hätte man die dort verwendeten 2. bayr., 26., 54., 200. D. sogleich südlich der Somme versetzen können, wodurch man den entscheidenden Angriff über Moreuil auf der Stelle frischere Wucht verliehen hätte. Denn zuguterletzt entscheidet (außer bei minderwertigen Truppen) immer der Krafteinsatz und mit 13 D. südöstlich Amiens und 9 Hutiers bei Moreuil hätte man doch wohl sehen mögen, wie Foch solchen Schlag pariert hätte! Viel zu spät ordnete Lud. allgemeine Linksschwenkung an, wo er wiederum zugunsten der 17. die 4. A. ungebührlich schwächte. Jetzt endlich, nachdem jede Gunst der Lage verscherzt, griff er auf die früher Verworfene Flandernoperation zurück. 4., 6. A. machten am 9. April einen Sprung nach vorn aus ihrer Ausgangsstellung, der treffliche Armin war aber zu schwach an Kräften, um Ypern zu erreichen, der Feind behielt Zeit, genug Reserven zu sammeln, um ihm sein Endziel Poperinghe zu verbieten. Der ebenso energische Quast erreichte niemals Hazebrok, wovon man früher schwärmte, noch die Chaussee nach St. Omer, sondern nur über Estaires das Gebiet westlich Marville nördlich des Basséekanals. Obschon Quasts' Mitte beträchtlichen Erfolg hatte, hing doch gerade seine strategisch wichtigere Rechte ab und konnte der 4. A. erst bei Bailleul die Hand reichen, als es zu spät war, denn nun fand man nicht mehr alle französischen Reserven nach Süden abgelenkt, Foch erholte sich bei Amiens und südlich der Avre und Oise so weit, daß er getrost Reserven nach Ypern senden durfte und Haigh, da ja Below von ihm abließ, sich bei Bethune sammeln konnte. Lud. holte nun zwar 9 Div. (3. G., 4., 12., 25., 39., 119., 239. D., 1. G. R., 6. bayr. R. D.) von Süden heran sowie von anderen Fronten 232., 235., 240. D., 4. bayr., 13., 19. R. D., doch so im ganzen 40 D. der 4., 6. A. konnten die Sache nicht deichseln. Die Bailleulhöhen südlich und die Nordflanke Houtholstwald und Dixmuiden hätten zur Einkreisung Yperns und in der Folge St. Omers genügt, wenn man größere Mittel von Anfang an daran gewendet hätte. Zwar, als der Kemmel fiel, hielt man den angezweifelten Sieg für gerettet, doch bei Ypern geschah ja immer das Unglaubliche. Die Truppen fochten auch hier mit hingebender Tapferkeit, doch der Angriff mußte aufgegeben werden.
IV. Flandernschlacht
Die Linke der
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