Bismarck 04
gerettet werden. Die übrigen Kämpfe der 2. A. bei Holnon führten den Feind nur nach Francilly nach langem Streiten. Bei 9. A. stand die Schlacht ohne jeden Gewinn für Mangin, man sieht, wie unrichtig sein Julierfolg überschätzt wird. In der Champagne gab es leider viel unzuverlässige Elemente, 8500 Drückeberger verlangten schon Ende Aug. in Charleville Verköstigung hinter der Front, die armen Teufel hungerten freilich kläglich unter immer magerer werdenden Verpflegung. Hier hatten nicht etwa Gefangene unter Todesdrohung, wie die Franzosen sie kriegsrechtswidrig anwendeten und auch Daumschraubenfolter für ihre Zwecke benutzt haben würden, alles verraten und wie im Juli Ausweichen Gouards veranlaßt, sondern landesverräterische unabhängige Pazifisten verrieten aus freiem Willen, um Deutschland zu schaden und dem Ausland zu dienen, was durch schlechte Behandlung der Mannschaft seitens der vielen grünen Reserveoffiziere nicht entschuldigt wird. Indessen hielten die alten braven Truppen bis zuletzt aus, an ihnen lag es nicht, daß man so bald Unterwerfung verlangte. Die Artillerie bekämpfte sich beiderseits mit viel Methode (vergl. Bruchmüller). Hier opferte sich 49. Art. mit seltener Festigkeit, viele ihrer Leute und Pferde (eins hatte 23 Wunden!) starben den Heldentod. 8. b. R. D. befand sich längst im Abzug auf Chateau Porcien, wo einst die Sachsen vor 4 Jahren auf Reims vorrückten, am 19. Aug. hatte 19. R. noch 159. fr. abgewehrt, doch im Bouillywald mußte man schon lange abziehen nach verzweifelter Gegenwehr. Beim Vorgehen über die feindliche Vorderstellung geriet dort Ende Juli 86. D. in solches Feuer, daß vom 344. jedes Batl. nur noch 80–100 Gew. zählte, jetzt im Sept. mußte 469. I. den Wald aufgeben, während 6., 8. Komp. 23. b. R. die Farm Villers bis zur letzten Patrone verteidigten, noch 45 Mann, 3 M. G. schlugen sich durch. Es fehlte also nirgends an Beispielen des alten Heldensinns. Wohl beanstanden wir ungebührliches Hervorheben der Bayern, doch anerkennen um so freudiger, daß sie im Schlußjahr überall an Vorderpunkten mit höchster Hingebung und großartigem Schneid fochten. Bezöge man sich nur auf diese Epoche, so hätte man recht, den Bayern einen bevorzugten Rang zuzusprechen. Um so erstaunlicher als gerade bei ihren Ersatzrekruten sich mehrfach Meuterei und Widerwille gegen Weiterkämpfen breit machten, was man hinter üblichen Hetzphrasen gegen Saupreußen versteckte. Daß die biedern Bajuvaren sich angeblich für ihre norddeutschen Landsleute opfern sollten, gehört zu den nichtsnutzigen Verleumdungen deutscher Stammeszwietracht, sie opferten sich gottlob für das gemeinsame Vaterland. Sobald sie auf das Schlachtfeld kamen, erwachte germanische Kampflust und überwog murrende Kleinlichkeit. (Laut schwäbischen Beobachtern habe freilich bayr. L. W. im Elsaß zuletzt schlechten Willen gezeigt, was wir nicht glauben mögen.) Was den offenen Zwist des Pr. Rupprecht mit Lud. betrifft, so wird behauptet, ersterer sei über die ewigen Pausen wütend gewesen, habe im Aug. auf Gegenangriff der 6., 17. A. gedrungen, da Foch all seine Reserven nach Süden verzog. Ja, sicher gab es Augenblicke, wo dort ein Vorstoß gelingen konnte, und würde dies der Einsicht des Prinzen alle Ehre machen, mit dessen Urteil wir uns einigen. Doch Lud. versteifte sich auf bloße Abwehr und Räumung immer neuer Abschnitte. Haigh drängte seit 26. in Richtung Brüssel–Maubeuge, Foch auf Sedan. Nachdem Gallwitz bei Pont à Mousson überrannt, hielt sich 255. D. (19. A.) bei Nauroy, 10. Pos. bei Montser noch brav genug, doch 27. R. D. löste sich auf durch Fahnenflucht vieler hier eingestellten Elsässer und 11 allierte D. (10 überstarke amerikanische) waren für 10. D. zu viel. Bis Thiaucourt brandete der Feind, dann durch 31., 120. D. aufgehalten.
In weiteren Kämpfen der 6. A. seit 28. an der Flandernfront bis 1. Okt. zeichneten sich das sächsische 100. R., sowie 132. Elsässer bei Nosselaere besonders aus. König Albert wollte mit Plumer, Belgiern und der zu ihm verschobenen A. Desgouttes durchbrechen, Armins Gruppen Schröder, Marschall, Gobain, Böckmann widerstanden. Während der ersten Oktoberwoche ging das Ringen vor Cambrai weiter, bayrische und Truppen des Altonaer Korps behaupteten im Süden ihre Stellungen. Hutier verlor St. Quentin, der Kronprinz mußte zuletzt Brimont und Berry räumen, dagegen warfen längs der Sommepystraße bei Liry besonders 55er,
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