Bismarck 04
149er, 150er sowie die 129. Inf. Div. (357. I. usw.) die Franzosen und Amerikaner zurück. Gallwitz hielt sich zwischen Argonnen (Romagnestraße) und Maas. Die Türken mußten indessen Damaskus und Beirut räumen und Bulgarien unterwarf sich bald der Entente in schmählicher verräterischer Kapitulation. Ein neues Friedensangebot der Mittelmächte fand bei der Entente kein Gehör. An der Flandernfront, wo die 3. Marinedivision seit langem stark teilnahm, und längs der Cambrailinie blieb vorläufig alles beim Alten, bei Le Catelet ging Kathen nur langsam zurück, nördlich St. Quentin schlug Hutier neue Angriffe ab, im Aisnetal wehrten sich besonders die 9. L. W. und die in Rußland und Rumänien bewährte 76. R. Div., zwischen Argonnen und Maas kamen die Amerikaner nicht vorwärts, hier taten sich die 147er besonders hervor.
Was den Theoretiker rasend machen kann, ist die Erstaunlichkeit, daß die stets unbenutzte Mihielsstellung jetzt plötzlich zum Verderben ausschlug. Gallwitz legte die sogenannte Michelsstellung rückwärtig zwischen Fresnes und Pagan a. d. Mosel an, hielt aber seine Vorderfront C unter General Fuchs für gesichert. Zu seinem Unglück gab man ihm zwei ungarische Divisionen, die Kaiser Karl allergnädigst auslieh. Diese streckten zwar nicht einfach die Waffen, wie die Fama verleumdete, als die Amerikaner mit französischer Unterstützung gegen Mihiel vorbrachen, doch retteten sie sich baldmöglichst, die Deutschen sollen teilweise ausgerissen sein. Allerdings hatte Pershing riesige Übermacht und sein Nachsetzen über Thiaucourt–Noroy scheiterte unter hartem Verlust seiner unbehilflichen Sturmsäulen. Jedenfalls erkannte Foch die Bedeutung der Mihielsstellung klarer als O. H. L., wie dieser dringliche Angriff beweist. In vollständiger Niederlage wurde Fuchs bis in die Michelsstellung getrieben, es war das einzige schmachvolle Gefecht des Weltkriegs für deutsche Waffen. Indessen machten die Franzosen am 14. erst »Übergangsversuche« an Vesle und Ailette, erst sehr spät waren 2., 18. A. hinter dem Oisekanal zurückgenötigt, »große Erfolge« der Alliierten Ende September erkennt man nicht. Erst am 20. Oktober gedieh das Unheil so weit, daß 4. A. am 14. bei Roulers geschlagen, in die befestigte Linie zwischen Ecloo und Lys nach Belgien hineinwich, erst am 17. landeten Briten bei Ostende. Infolge Überflügelung längs der Lys mußte die 6. A. Lille endlich räumen, die 17. A. Douai. Sie hielt sich bis 9. ausgezeichnet ging nur deshalb auf Valenciennes zurück, weil das Weichen der 6. und 2. A. ihre Flanken entblößte. Die 2. A., die sich nie sonderlich 1918 auszeichnete und am Unglück des 8. August schuld war, lieh sich bis Le Cateau zurückdrängen, wo die Hermannsstellung noch nicht ordentlich ausgebaut war. Wir mögen dies nicht beschönigen. Daß deutsche Truppen von feindlichem Frontalangriff dauernd abgestoßen werden, kam sonst nie im Weltkrieg vor. Die 18. A. manövrierte lange gut, doch Weichen Eberhardts, welcher Korpschef Armins jetzt 7. A. leitete, zwang Hutier, sich nunmehr bei Guise nordöstlich St. Quentin aufzustellen. Die 9. A. scheint aufgelöst und mit der 7. verschmolzen zu sein, sie räumte den Laffaux-Vorsprung und zog sich hinter Oise-Aisne-Kanal an die Veslefront heran, wo ihre linke Flügeldivision von Franzosen und Amerikanern nordöstlich Fismes vertrieben wurde. Die 1. und 3. A. wichen vor starkem Andrang zuerst am 11. Okt. an die Suippes, dann in die rückwärtige »Brunhildstellung«. Infolge Überflügelung räumte Boehn am 13. Laon. Auch 7. A. verschwand, nur 18. A. blieb dort bestehen. Daraus zu schließen, daß wir nur noch 750 000 Streiter zählten und seit Neujahr bis 5. Okt. rund 1 Million verloren, wovon 300 000 Gef., scheint aber vielfach übertrieben. So viele Außreißer und Grippekranke bedeuten keinen Kampfverlust, den wir vielmehr gerade auf 750 000 schätzen, wovon 200 000 Gef. und Überläufer, da Foch offenbar nach üblicher Methode alle liegen gebliebenen Verw. mitzählte. Auch das ist noch viel, es scheint ausgeschlossen, daß im Sept. so viel Gef. absplitterten, es seien denn Überläufer. Nun können aber 210 D. im April inkl. Art. nicht unter 2 Mill. Streitbare gehabt haben, das Heer hatte noch über 1 Mill. Kämpfer. Allerdings wurden die Verluste »sehr empfindlich«, obschon gewiß nicht »ungeheuer groß«, sie wurden es angeblich durch die schlechte Gesinnung der aus Rußland hergebrachten
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