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Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3

Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3

Titel: Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alan Dean Foster
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es wohl besser, die Kirche bleibt bei ihren visuellen Hilfsmitteln für Unterweisung, ohne dass es dabei zu Heimsuchungen einer gewissen Art kommt.«
    Twikanrozex’ Antennen bewegten sich aufeinander zu, was zeigte, wie tief er in Gedanken versunken war. Schließlich antwortete er: »Eventuell, sellicc, hast du Recht. Ich glaube nämlich nicht, dass Habitate, in denen Miniaturmenschen gehalten würden, in den privaten Kammern vieler Stöcke willkommen wären.« Er blickte seinen Freund an. »Vorausgesetzt eine solche Vorrichtung wäre überhaupt zu konstruieren.«
    »Eine Menschenfarm?« Briann grübelte über die Idee nach. »Ich glaube nicht. Obwohl … wenn man den Menschen hohe finanzielle Entschädigungen anbietet, tun sie fast alles. In dieser Hinsicht verhalten sich die Thranx löblicher als meine Spezies.«
    »Aber nicht im Geringsten!«, widersprach Twikanrozex. »Es ist einfach nur so, dass wir meistens viel zu beschäftigt sind, um korrumpierbar zu sein. Wenn uns genügend Zeit zur Verfügung steht, lassen auch wir uns gerne zum Narren machen.«
    »Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen unseren Spezies.« Beruhigt durch die wiederholte Betonung seines Freundes, es gäbe auf beiden Seiten Dummheit, schritt Briann voraus, auf den Ausgang des Pavillons zu. All das Herumlaufen, nicht zu vergessen das ganze Gerede, hatten ihn hungrig gemacht.
    Er teilte den Zustand seines Magens seinem Gefährten mit, der zugab, wie sehr auch er ein bisschen Nahrung vertragen könnte.
    »Was möchtest du denn gerne essen?«, wollte Briann wissen. »Wir können einen Ausstellungsraum aufsuchen, in dem ein für deine Art angenehmeres Klima herrscht, oder wir können noch ein bisschen herumschlendern, bis wir einen Ort finden, der uns beiden zusagt.«
    »Lass uns noch ein bisschen herumlaufen!« Twikanrozex genoss es offensichtlich, draußen zu sein. »Die Luft ist heute zwar ein bisschen trocken, aber es ist noch in erträglichen Maßen.«
    Briann zupfte oben an seinem Hemd, dort, wo es bereits verschwitzt auf seinen Schultern klebte, und wählte aufs Geratewohl einen der vielen Fußwege. Es gab keine Veranlassung, einen der Lagepläne der Messe zu konsultieren. Die Kirche würde sie führen.
    Sie vertrauten nicht vergebens auf deren Führung. Denn schon bald fanden sie sich an einem der Veranstaltungsorte unter freiem Himmel wieder, wo sie es sich wunderbar bequem machen konnten; statt ebenerdig zu sein, gab es hier sanft ansteigende Ränge, die es den Gästen ermöglichten, einen herrlichen Blick über das geschäftige Messegelände zu genießen, das sich vom See bis zu den grünen Hügeln in der Ferne erstreckte. Nicht zum ersten Mal kam es Briann in den Sinn, welch exzellente Wahl Dawn als Austragungsort für eine solche Veranstaltung war. Der halb tropische Charakter des Klimas hier war für Thranx erträglich und für Menschen ebenfalls akzeptabel. Das Messegelände an einen großen See grenzen zu lassen, hatte zur Folge, dass die Luft hier mit zusätzlicher Feuchtigkeit geschwängert war, etwas, was den Insektoiden noch mehr zupass kam.
    Gerade hatte eines dieser Fremdwesen großes Vergnügen an einem frisch gepressten Mango-Karambole-Guanabana-Mix, einem irdischen Fruchtsaft, der vom thranxischen Verdauungssystem nicht nur verarbeitet werden konnte, sondern dessen Konsum ganz offensichtlich begierig auf mehr machte. Der einzige Unterschied zwischen diesem und dem entsprechenden Getränk, das Briann genüsslich schlürfte, war, dass der Thranx seine Bestellung mit dem Wunsch nach lauwarmem Wasser statt zerstoßenem Eis getätigt hatte, eine Bitte, die dem schwitzenden Menschen, der dienstbeflissen die Getränke ausgab, ein ungläubiges Kopfschütteln entlockte. Für einen Thranx jedoch war die Verbindung des Adjektivs ›kalt‹ mit dem Substantiv ›Getränk‹ die Vereinigung zweier sich absolut widersprechender Begriffe.
    Twikanrozex bewunderte die Beweglichkeit der zum Greifen und Festhalten geeigneten Lippen seines Freundes, während Briann an seinem Götternektar nippte. Mit vier einander gegenüberliegenden Mundwerkzeugen konnte ein Thranx schneller feste Nahrung zu sich nehmen als jeder Mensch, aber Flüssigkeiten bereiteten den Insektoiden Schwierigkeiten. Alles Trinkbare musste direkt bei geöffnetem Mund in den Schlund geschüttet werden oder mittels häufig kunstvoll zu Spiralen gedrehten und verzierten, zu Tüllen sich verschmälernden Trinkröhren inhaliert werden. Nur indem ein Thranx das schmal zulaufende

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