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Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
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runzliges Gesicht, beleuchtet von einer Öllampe, einigermaßen missmutig hervorschaute. Als der Blick der alten Frau zunächst auf Geros nackten Oberkörper und die drei Messer am Gürtel fiel, zuckte sie zurück, als ob sie sich verbrannt hätte.
    „Heilige Mutter, hilf! Was wollt Ihr von einer alten Frau. Ich habe nichts, das ich Euch geben könnte.“
    „Er tut dir nichts, Tante Afra.“ Warda trat hinter Gero hervor und drückte der viel kleineren Alten einen Kuss auf die Stirn. „Du musst mir helfen, ich bin in Not.“
    „Warum wundert mich das nicht?“, knurrte die Frau und zögerte noch, sie hereinzulassen.
    „Wo kommst du her, und wer ist der Kerl?“
    „Das ist eine längere Geschichte. Von meinem Begleiter geht keinerlei Gefahr aus, das verspreche ich dir.“
    „Das sehe ich“, erwiderte die Tante ironisch.
    Widerwillig gewährte die Alte ihnen Einlass und geleitete Gero und Warda in den geschlossenen Innenhof, wo sie eine Fackel entzündete.
    Im Schein des Feuers begaffte sie Gero auffällig von oben bis unten. „Warum sonst solltest du mit einem halbnackten Ordensritter kurz vor dem Nachtläuten an meiner Tür kratzen? Zumal du dich seit der Beerdigung deiner Mutter nicht mehr bei mir hast blicken lassen. Hat ihr Schicksal dich nicht eines Besseren belehrt?“
    Gero wunderte sich, wie die Frau so schnell seine Herkunft erraten hatte. Wahrscheinlich lag es am Bart und an den geschorenen Haaren. Beides zeichnete den typischen Templer aus. Hinzu kam, dass er immer noch seinen Messergürtel trug, dessen Leder das Zeichen des Ordens trug, wenn auch versteckt. Und da war noch seine furchteinflößende Narbe am rechten Rippenbogen, von der auch jeder Uneingeweihte annehmen durfte, dass sie durch einen Schwertstreich zustande gekommen war.“
    „Schau ihn dir an“, krakeelte die Alte unfreundlich. „Er mag ja ein stattlicher Hengst sein, aber er ist viel zu jung für dich, und du begehst eine Sünde, wenn du ihn in dein Bett lockst. Wann suchst du dir endlich einen anständigen Kerl? Einen, der dir die Ehe anträgt und dein Auskommen sichert. Nicht einen, der nichts besitzen darf und mit Gottes Segen bei nächster Gelegenheit zur Hölle fährt.“
    „Was du wieder denkst“, verteidigte Warda sich. „Er ist mir auf dem Weg hierher zufällig begegnet und wollte nicht, dass ich irgendwelchem Gesindel in die Hände falle.“
    Das war eine Lüge, und die Alte war offenbar nicht so dumm, sie zu glauben. Sie lachte ein zahnloses Lachen. „Und aus lauter Ehrenhaftigkeit hat er dir sein Hemd überlassen.“
    Warda zögerte nicht lange, zog sich das Hemd über den Kopf und gab es Gero zurück. Als ihre Tante gewahrte, was sie darunter trug, machte sie große Augen und schlug die Hand vor den Mund.
    „Bei allen Heiligen“, stieß sie nuschelnd hervor. „Was ist das denn für ein Gewand? Das ist ja schlimmer, als wenn du gar nichts anhättest!“ Verständnislos schüttelte sie den Kopf und sah Gero mitleidig an. „Sie ist eine Schlampe wie ihre Mutter. Ich sag dir, Junge: Lass die Finger von ihr, sie wird dir nur Unglück bringen.“
    Gero wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. Wenn dies die einzige Person war, der Warda sich anvertrauen konnte, wollte er nicht mit ihr tauschen.
    „Sehen wir uns wieder?“, flüsterte sie, als sie ihn zurück zur Tür geleitete.
    „Ich kann nichts versprechen.“ Zweifelnd schaute er auf sie herab. „Ich weiß nur, dass ich mich langsam davonmachen sollte. Ich werde das ungute Gefühl nicht los, dass die Ereignisse in der Taverne bereits bis zur Ordensburg gedrungen sind. Kann mir gut vorstellen, dass die ganze Geschichte noch ein übles Nachspiel haben wird.“ Besorgt kräuselte er die Stirn. „Auch wenn mir deine Tante nicht gerade als Quell inniger Zuneigung erscheint, kann sie dir doch einen gewissen Schutz bieten.“
    „Glaubst du, der Orden wird euch noch mal den Ausgang streichen?“ Furchtsam schaute Warda zu ihm auf.
    „Wenn das reicht “, sinnierte er spöttisch. „Wenn es Hugo nicht gelungen sein sollte, den Söldnern zu entkommen, und er nach den Statuten des Ordens an die uns eigene Gerichtsbarkeit ausgeliefert wird, ist ein gestrichener Ausgang das Wenigste, was ich zu befürchten habe. Abgesehen davon, dass wir abwarten müssen, was nach diesem Vorfall geschieht, solltest du vorerst nicht allein auf die Straße gehen“, riet er ihr. „Schon gar nicht unverschleiert. Wenigstens so lange nicht, bis wir wissen, wer hinter diesem Überfall

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