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Das Rachespiel: Psychothriller (German Edition)

Das Rachespiel: Psychothriller (German Edition)

Titel: Das Rachespiel: Psychothriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Arno Strobel
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auch?«
    »Es geht noch, der Pullover hält warm.«
    Torsten klatschte in die Hände und rieb sie dann aneinander. »Also gut, wenn ich schon hier auf einen durchgeknallten Idioten warten soll, dann schaue ich mich wenigstens mal um. Wann ist man schon mal in einem Atombunker für Regierungsärsche!«
    Er nahm die beiden gegenüberliegenden Gänge in Augenschein, entschied sich für den rechten und ging los. Als seine Schritte nicht mehr zu hören waren, sagte Jens: »Er hat sich verändert.«
    Manuela schob die Hände unter die Oberschenkel. »Findest du? Ich finde, er ist noch genauso wie früher, vielleicht noch lauter und aggressiver, aber ich erkenne in ihm schon den Fozzie von damals. Es würde mich interessieren, was er beruflich macht.«
    »Und du?«, fragte Frank. »Wolltest du nicht immer Architektin werden?«
    Manuela nickte und betrachtete die Spitzen ihrer braunen Halbschuhe. »Ja, und das bin ich auch geworden.«
    »Wow«, machte Jens. »Das hätte ich nicht gedacht. Ich wollte damals alles Mögliche werden, aber bestimmt nicht Techniker in einem Reifenwerk. Aber du warst ja schon immer sehr zielstrebig.« Er sah zu Frank. »Und deine Softwarefirma scheint auch gut zu laufen. Ich sehe immer mal wieder deine Stellenanzeigen im
Volksfreund

    »Ja, ich kann mich nicht beklagen.«
    Darauf sagte niemand mehr etwas. Sie starrten vor sich hin, hingen ihren Gedanken nach. Einmal glaubte Frank, ein Geräusch gehört zu haben, aber davon gab es in einer alten Anlage wahrscheinlich mehr als genug.
    Die Bilder von damals tauchten wieder auf. Er erinnerte sich an die Unbeschwertheit, mit der sie ihren letzten gemeinsamen Sommer genossen hatten. Er war jeden Morgen mit dem Gefühl aufgewacht, der neue Tag halte ein Abenteuer für ihn bereit, dem er sich stellen konnte. Und die Tage waren voller Abenteuer gewesen. Bis ein dunkler Schatten alles überdeckte, ihm für immer jegliche Unbeschwertheit nahm und die schwere Saat der Schuld in sein Herz und seinen Kopf pflanzte.
    »Verdammt«, wurde er von Torsten in seinen Gedanken unterbrochen, der aus dem zweiten Gang wieder auftauchte. »In diesem Ding kann man sich ja verlaufen, und ich war nur auf dieser Ebene. Hier drunter gibt es mindestens noch eine. Überall schmale Gänge und zig Türen. Ist aber irre, was hier noch alles rumsteht. Uralte Telefone und Schreibmaschinen. Nicht mal elektrisch sind die.«
    »Wenn man bedenkt, in welcher Zeit diese Anlage betrieben wurde … Damals gab es noch nicht mal PC s.«
    »Ja, der schlaue Fränkie weiß das natürlich.« Wie schon vor seinem Erkundungsgang schlug Torsten die Hände zusammen und rieb sie aneinander. »So, und jetzt gehe ich mich mal kurz nach draußen ein bisschen aufwärmen. Das hält ja kein Mensch aus in dieser Scheißkälte.«
    Bevor jemand etwas sagen konnte, wandte er sich ab und verschwand in Richtung Schleuse. Im nächsten Moment rief er: »Verdammte Scheiße, kommt mal her.«
    Die drei sprangen auf und eilten in den Gang. Torstens bullige Gestalt verdeckte knappe fünf Meter vor ihnen den Blick zur Tür. Als er ein wenig zur Seite trat, erstarrten sie vor Schreck, bevor Manuela laut zu weinen anfing.

Damals …
    Fozzie sieht ihn zuerst. Er stößt Fränkie mit dem Ellbogen in die Rippen und deutet mit dem Kopf nach vorne. »Ich glaub’s ja nicht. Guckt mal, der schon wieder.«
    Festus steht unmittelbar vor dem Eingang ihres Hauptquartiers.
    Unter den großkarierten Shorts, deren Bund er über das verwaschene gelbe T-Shirt bis weit über den Bauchnabel gezogen hat, schauen seine dürren X-Beine hervor wie Besenstiele. Die Spitzen der Sandalen zeigen zueinander, die nackten Füße darin starren vor Dreck. Die Hände hält er vor dem Körper, die Finger sind in ständiger Bewegung, als versuche er, sie ineinander zu verknoten.
    Seinen Spitznamen
Festus
hat Gerd Köhler von seinem Vater geerbt, der so genannt wird, weil er angeblich große Ähnlichkeit mit dem Hilfssheriff Festus aus der Westernserie
Rauchende Colts
hat. Fränkie und die anderen kennen die Serie nicht, und es ist ihnen auch egal.
    Festus ist geistig auf dem Stand eines Vierjährigen, weshalb niemand mit ihm zu tun haben möchte. Fränkie findet den dauergrinsenden Jungen eigentlich nett, aber er würde sich nie mit ihm abgeben, weil er sich damit zum Gespött der anderen machen würde. Seit Wochen rennt Festus ihnen nun schon hinterher, weil er Mitglied in ihrer Bande werden möchte.
    »He, Festus, was machst du denn schon wieder

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