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Das Schwert des Königs - Dark City ; 3

Das Schwert des Königs - Dark City ; 3

Titel: Das Schwert des Königs - Dark City ; 3 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brunnen Verlag
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Wimpern.
    «Ja, schon», murmelte Miro, «aber ich dachte halt …»
    Sihana ließ ihn nicht ausreden. «Du bist unglaublich, Miro! Deinen Gedanken sind keine Grenzen gesetzt! Wenn jemand Pishda besiegen kann, dann du.»
    «Da wär ich mir nicht so sicher», winkte Miro ab. «Glaub mir, wenn ich irgendetwas tun könnte, ich würde es sofort tun. Aber im Augenblick, fürchte ich, bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis er einen Fehler macht.»
    «Und wenn er keinen Fehler macht?»
    «Jeder macht einmal einen Fehler», versicherte ihr Miro.
    «Hoffentlich hast du Recht», seufzte Sihana und sammelte das saubere Geschirr ein. «Sonst wäre alles vergebens gewesen.» Sie erhob sich und wollte eben Richtung Lager gehen, als Miro sie zurückhielt.
    «Warte, ich … ich muss dir noch etwas sagen.»
    Sie drehte sich um und sah ihn erwartungsvoll an.
    Miro eierte etwas herum und suchte verzweifelt nach den richtigen Worten. «Ich, äh … also ich … die Sache ist die …»
    «Jetzt sag schon», drängte Sihana neugierig.
    Miro fasste sich ein Herz und sah das Mädchen an. «Sihana, ich … ich hab da was für dich.»
    Sihanas Herz begann automatisch höher zu schlagen. «Du hast was für mich?»
    «Schließ die Augen … Und jetzt riech mal.»
    Ein wunderbarer Blütenduft stieg ihr in die Nase. Sie öffnete die Augen und starrte Miro mit offenem Mund an. Er stand etwas verklemmt da. Er hatte das durchsichtige Gefäß mit den Tränen des Lichts unter seinem Hemd hervorgeholt, um damit die Umgebung zu beleuchten, und streckte Sihana einen kleinen gelben Blumenstrauß vors Gesicht.
    «Miro!», quietschte sie entzückt. «Die hast du für mich gepflückt?»
    «Na ja, ich …» Er wedelte etwas unbeholfen mit den schon ein wenig mitgenommenen Blümchen in der Luft herum, bevor er ihr den zerknitterten Strauß schließlich steif in die Hand drückte. «Du hast gesagt, du magst den Duft, also hab ich mir gedacht, du würdest dich vielleicht darüber freuen, und … ja … das ist es eigentlich.»
    Er kam sich auf einmal unglaublich bescheuert vor.
    «Das ist total süß von dir!», rief Sihana, und dann gab sie Miro völlig überraschend einen Kuss auf den Mund.
    Miro war ganz geplättet, und als Sihana merkte, was sie gerade getan hatte, lief sie rot an wie eine Tomate und wäre am liebsten im Boden versunken.
    «Ich glaube, wir sollten jetzt zurückgehen», murmelte sie verlegen und wich Miros Blick bewusst aus. «Nicht, dass wir noch Ärger kriegen.» Und weg war sie.
    Miro blieb noch ein paar Sekunden neben dem rauschenden Bach stehen und wusste gar nicht, wie ihm geschah.
    Wow, dachte er nur, blickte Sihana hinterher und spürte, wie eine merkwürdige Hitzewelle durch seinen Körper ging. Hätte nie gedacht, dass der Duft von Schmierseife eine solche Wirkung hat.

45
    Die Schulkantine war erfüllt von Geschirrklappern, dem würzigen Duft einer Gemüsesuppe und dem Stimmengewirr von mindestens zweihundert Jugendlichen. Da die Mensa zu klein war für alle Männer, wurden sie in Altersgruppen aufgeteilt und aßen schichtweise.
    Yasin stand in der Schlange zur Essensausgabe. Er war bis auf die Knochen durchnässt und total durchgefroren von dem langen Trainingstag im Regen. Ein Verband war um seinen linken Oberarm gewickelt, und dort, wo der Pfeil seine Haut durchbohrt hatte, sah man deutlich etwas Blut hindurchschimmern.
    «Das war ganz schön mutig, was du heute Morgen getan hast», hörte er einen Burschen hinter sich sagen. Er mochte um die sechzehn, siebzehn Jahre alt sein, hatte ein langes Gesicht, eine kantige Nase und kurzes schwarzes Haar. Seine Stimme kam ihm irgendwie bekannt vor.
    «Hätte ich es nicht getan, wäre mein kleiner Bruder jetzt tot», antwortete Yasin und ließ sich seine Schale mit Suppe füllen.
    «Du hast echt Mumm in den Knochen», meinte der andere Junge beeindruckt und streckte ihm die Hand entgegen. «Ich bin übrigens Zarko.»
    «Yasin», stellte er sich vor und schüttelte seine Hand.
    «Willst du dich zu uns setzen?» Zarko deutete auf ein paar Jungs, die an einem der Tische saßen und sich angeregt unterhielten. Sie waren alle ungefähr in Yasins Alter, höchstens ein bis zwei Jahre älter als er. Yasin schnappte sich ein Fladenbrot und nickte.
    «Ja, gerne.» Sie gingen mit ihrem Essen zu dem Tisch hinüber, und die Jungs rückten näher zusammen.
    «Leute», verkündete Zarko, «das ist Yasin. Yasin, das sind Boris, Dodo, Riki und Jefta.»
    «Hey Leute», sagte Yasin und stellte

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