Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Dave Duncan

Dave Duncan

Titel: Dave Duncan Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren:
Vom Netzwerk:
unterscheiden zu können, doch offensichtlich kamen sie von einer großen Menge.
    »Unter bestimmten Bedingungen sind Meister erlaubt. Darad hat dort viel Geld verdient. Es ist wohl nicht nötig zu erwähnen, daß wir anderen keine so guten Erinnerungen daran haben.«
    Die Szene begann zu schimmern und sich aufzulösen, gerade als Kalkors Gegner sichtbar wurde, aus dem Dunst trat und sich ihm von der anderen Seite des Kreises näherte. Wieder Dunkelheit, Schnee wirbelte herein. Sagorn trat vor, um das Fenster zu schließen.
    Inos umklammerte wild Raps Arm. »Das warst wieder du!« sagte sie und blickte zu ihm auf. »Nicht wahr?«
    Diesmal glaubte Rap, daß er in der Vision zu sehen gewesen war. Der Kobold und Sagorn pflichteten ihm bei. Prinzessin Kadolan schützte alte Augen vor und wollte nichts dazu sagen. Doch wer es auch gewesen war, er war viel deutlicher zu erkennen gewesen als die anderen Figuren im Hintergrund – war das Fenster nicht in Ordnung, oder hatte dieser Unterschied eine Bedeutung? Rap fragte sich, wie gefährlich es war, sich mit solch okkulten Kräften einzulassen. Es erschien ihm nicht richtig.
    »Das ist verrückt!« sagte er. »Ich gegen Kalkor mit einer Axt? Ihr solltet dafür lieber einen besseren Kämpfer finden.«
     
    Ihm wurde klar, daß er immer noch seinen Arm um Inos gelegt hatte, und er gab sie eilig frei.
    »Das ist sehr eigenartig«, murmelte Sagorn. Selbst in der Dunkelheit erkannte Rap den verwirrten Ausdruck auf dem knochigen Gesicht. »Der Place of Ravens wird von einem Kreis aus stehenden Steinen markiert. Ich erinnere mich nicht, sie gesehen zu haben – oder?«
    Kopfschütteln.
    »Und in Nintor regnet es selten so stark. Und, Master Rap, warum solltet Ihr in den Prophezeiungen von zwei anderen Menschen auftauchen? Warum versetzt Ihr das Fenster so heftig in Bewegung, wenn Ihr ihm Euch nähert?«
    Wieder dachte Rap an die Koboldfrau. Warum kann ich Eure Zukunft nicht erspüren? »Vielleicht habe ich keine Zukunft, die man voraussehen kann«, sagte er bitter. »Aber ich scheine bei diesen Ereignissen ein beliebter Spieler zu sein. Was kommt zuerst, der Drachen oder Kalkor?«
    »Was auch immer, Ihr überlebt«, sagte Sagorn, und dagegen gab es nichts einzuwenden. »Und die Legionäre heute abend auch«, fügte er, weniger sicher, hinzu.
»Seid Ihr sicher, daß diese Einrichtung nicht nur Scherze mit uns treibt?« fragte Prinzessin Kadolan hitzig. »Das Fenster hat uns immer noch nicht mitgeteilt, wie wir den Imps entkommen können. Hört!«
    Rap brauchte nicht hinzuhören. Wenn die Imps die Tür zum Schlafgemach durchbrochen hatten, trennte sie nur noch eine verriegelte Tür voneinander. Er lief zur Tür, weil er herausfinden wollte–
    »Ich nächster!« Little Chicken schritt hinüber zum Fenster und ließ das unheimliche Feuer im Fenster erneut aufflackern.
    »Nein!« Rap blieb stehen und wirbelte herum. Er hatte eine Vorahnung, was dort zu sehen sein würde, aber es war schon zu spät. Die Flügel schwangen auf, und die Kammer füllte sich mit Applaus und dem stechenden Gestank nach Rauch.
    Wie Rap befürchtet hatte, sah er über die Köpfe der Zuschauer hinweg in eine überfüllte Koboldhütte. Ein Feuer flackerte und knisterte in der Mitte der Steinplattform und warf sein Licht auf das entlang der Wände versammelte Publikum: halbnackte Männer und Jungen, verhüllte Frauen und Mädchen. Alle plapperten aufgeregt und lachend daher. Das nackte Opfer war am Boden festgebunden, und der Folterknecht, der mit einer brennenden Fackel über ihm stand, war Little Chicken.
    Rap drehte sich um und versteckte sein Gesicht in den Händen; er verspürte Übelkeit und Entsetzen im Magen. Inos schrie. Ebenso ihre Tante, und Sagorn murmelte leise und heiser vor sich hin.
    Starke Hände griffen nach Rap. »Du bist es!« Little Chicken war ganz wild vor Aufregung. »Komm! Sieh!« Er begann, Rap zum Fenster zurückzuziehen und sein Widerstand half ihm nicht. »Hör Applaus! Du machst das gut! Du machst gute Vorstellung! Und ich mache gute Arbeit! Siehst du deine Hände? Siehst du Rippen?«
    »Nein! Nein!« heulte Rap und schloß die Augen. »Schließ das Fenster!« »Gute Vorstellung!« beharrte Little Chicken und kreischte vor Freude auf. »Es ist RavenTotem! Das meine Brüder! Sieh, was ich jetzt tue!«
    Rap zwang sich, einen Augenblick die Augen zu öffnen, und schloß sie dann schnell wieder ganz fest zu. Das Opfer sah aus wie er, und sein Gesicht wirkte nicht viel älter als das Bild,

Weitere Kostenlose Bücher