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Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine

Titel: Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexandre Dumas
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und nahmen ihn in ihre Reihen auf.
    Wie man sieht, war Monsieur de Chateaubriand nicht dazu ausersehen, seinen Weg auf dem Feld der Ehre zu machen. Zum Kavalleriehauptmann befördert, so dass er in die Karossen des Hofes steigen konnte, nach dieser Beförderung wieder zum Unterleutnant geworden, marschierte er nun als einfacher Gefreiter der Belagerung von Thionville entgegen.
    Als Monsieur de Chateaubriand Brüssel verließ, begegnete er Monsieur de Montrond, und beide erkannten im anderen den Geistesverwandten. »Woher kommen Sie, Monsieur?«, fragte der Städter den Soldaten. »Vom Niagara, Monsieur.« – »Und Sie gehen nun...?« – »Dorthin, wo man kämpft.« Die beiden verabschiedeten sich voneinander, und jeder ging seiner Wege.
    Zehn Meilen weiter begegnet Monsieur de Chateaubriand einem Reiter. »Wohin des Weges?«, fragt ihn der Reiter. »Ich ziehe in den Kampf«,
erwidert der Fußgänger. »Wie heißen Sie?« – »Monsieur de Chateaubriand, und Sie?« – »Friedrich Wilhelm.« Der Mann zu Pferde war der König von Preußen. Bevor er weiterritt, sagte er: »Monsieur, die Gesinnung des französischen Adels ist unverkennbar.«
    Monsieur de Chateaubriand war aufgebrochen, um Thionville einzunehmen, wie er aufgebrochen war, um die Nordwestpassage zu finden; er hatte die Passage nicht gefunden, und er nahm Thionville nicht ein. Allerdings hatte er sich bei dem ersten Unternehmen den Arm gebrochen, während er beim zweiten durch einen brennenden Balken am Bein verletzt wurde.
    Zur gleichen Zeit, zu der Monsieur de Chateaubriand diese Verletzung erlitt, wurde ein junger Bataillonskommandeur namens Napoleon Bonaparte bei der Belagerung Toulons durch einen Bajonettstich in den Oberschenkel verwundet.
    Eine Kugel hatte es auf das Leben des royalistischen Freiwilligen abgesehen, doch sie stieß zwischen Bekleidung und Brust auf das Manuskript von Atala , das sie auffing. Als wäre es mit der Verletzung nicht genug, bekam Monsieur de Chateaubriand obendrein die Blattern, und zu diesen beiden Geißeln gesellte sich eine dritte, noch schlimmere: die Niederlage.
    In Namur schlich der junge Emigrant durch die Straßen, von Fieberschauern geschüttelt, und eine arme Frau warf ihm eine zerlumpte Decke über die Schultern, die alles war, was sie besaß. Der heilige Martin wurde heiliggesprochen und gab dem Bettler doch nur seinen halben Mantel. Als der Kranke die Stadt verließ, stürzte er in einen Graben.
    Die Einheit des Fürsten von Ligne kam vorbei; der Sterbende streckte einen Arm aus. Man sah, dass er noch nicht tot war, hatte Mitleid mit ihm, nahm ihn auf einem Packwagen mit und setzte ihn am Eingang von Brüssel ab. Die Belgier, die sich so gut darauf verstehen, die Vergangenheit zu nutzen, aber vom Himmel noch nicht mit der Fähigkeit begnadet wurden, in der Zukunft zu lesen, die Belgier, die nicht ahnen konnten, dass eines Tages das unerlaubte Nachdrucken der Werke, die dieser junge Mann veröffentlichte, drei, vier dieser Nachdrucker reich machen würde, die Belgier verschlossen dem armen Verwundeten ihre Türen.
    Zu Tode ermattet legte er sich vor einer Herberge nieder und wartete. Die Einheit des Fürsten von Ligne war ihm begegnet: Vielleicht würde die Vorsehung ihn auch diesmal nicht im Stich lassen.
    Man tut gut daran zu hoffen, selbst im Angesicht des Todes. Die Vorsehung ließ den Sterbenden nicht im Stich, sondern sandte ihm seinen Bruder.

    Die beiden erkannten einander auf der Stelle und streckten einander die Arme entgegen. Monsieur de Chateaubriand der Ältere war reich, er trug zwölfhundert Francs bei sich und gab seinem Bruder die Hälfte. Er wollte ihn mitnehmen, doch zum Glück war unser Dichter zu krank, um ihn zu begleiten, und bat stattdessen einen Barbier um Unterkunft. Dort genas er, während sein Bruder nach Frankreich zurückkehrte, wo ihn das Schafott erwartete.
    Nach langer Konvaleszenz genesen, brach Monsieur de Chateaubriand nach Jersey auf, von wo aus er nach Großbritannien zu gelangen hoffte. Er war der Emigration überdrüssig und wollte sich den Freischärlern der Vendée anschließen.
    Ein kleines Schiff wurde gefunden, und zwanzig Passagiere teilten sich die Reisekosten. Unterwegs kam ein heftiger Sturm auf, die Reisenden mussten sich auf das Zwischendeck begeben, wo zum Ersticken wenig Luft war. Der Frischgenesene konnte sich nicht zur Wehr setzen, als andere Passagiere ihn fast erdrückten. Als man an der Insel Guernesey anhielt, fand man ihn ohnmächtig vor, kaum noch

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