Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine

Titel: Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexandre Dumas
Vom Netzwerk:
wie der erste, sondern dicht am Boden schleichend wie auf der Flucht.
    Zehn Fuß außerhalb des Dschungels angekommen, sah der Tiger die Elefanten vor sich und duckte sich, um zum Sprung anzusetzen.
    Die jungen Mädchen riefen erschrocken: »Ein Tiger! Ein Tiger!« Die Elefanten gingen in Verteidigungsstellung; die Jäger legten an, um zu feuern, doch da sahen sie Justin und sein Pferd wie einen Blitz vorbeisausen.
    Zwei Schritte vor dem Tiger, der nicht wusste, wie ihm geschah, stieß Justin einen Schrei aus, spornte sein Pferd an, das mit einem gewaltigen Sprung über die Raubkatze setzte, und mitten im Sprung schleuderte Justin seine Pike mit solcher Wucht, dass sie den Tiger an den Boden nagelte.
    Einige Schritte weiter hielt er sein Pferd an, drehte sich um und sagte: »Bitte sehr, Messieurs, jetzt sind Sie an der Reihe. Mir genügt dieser hier.«
    Und er reihte sich hinter den Elefanten ein.
    Der Tiger brüllte markerschütternd und versuchte sich aufzurichten, doch die Pike hatte nicht nur seinen Körper aufgespießt, sondern sich tief in den Erdboden gebohrt, als wäre sie mit übermenschlicher Kraft geschleudert worden, und ihr hölzerner Schaft durchdrang den Leib des Tigers.
    Daraufhin begann das unselige Tier zu toben und sich zu winden, biss in den Schaft der Pike und zerbrach ihn.
    Doch dies waren die letzten Zuckungen gewesen; der Tiger stöhnte auf, erbrach Blut und hauchte sein Leben aus, noch immer an den Boden geheftet. Als wäre sein letztes Geheul eine Beschwörung gewesen, ihn zu rächen oder wenigstens seine Gegner zu bekämpfen, erschien der erste Tiger wieder auf sechzig Schritt Entfernung und tat zwei gewaltige Sprünge; er war nun den Jägern so nahe, dass er nur ein drittes Mal losschnellen musste, um einen der Elefanten anzuspringen.

    Doch dazu blieb ihm keine Zeit; kaum hatte er seinen zweiten Sprung getan, wurden zwei Schüsse auf einmal abgefeuert.
    Der Tiger fiel zur Seite.
    Sir James hatte ihn seitlich anvisiert und neben der Schulter getroffen. René hatte frontal auf ihn gezielt und ihm die Stirn zertrümmert.
    Der Tiger war mausetot.
    Sogleich, als hätte die Detonation der Schüsse sie angelockt, sprangen drei neue Tiger unter grauenvollem Gebrüll aus dem Dschungel; doch als hätten sie begriffen, was geschehen war, und befürchteten, von den Jägern aufs Korn genommen zu werden, wenn sie innehielten, beschrieben sie unablässig Kreise im Gras, um den Gegner, mit dem sie sich messen mussten, auszukundschaften und einzuschätzen.
    Die Jäger waren viel zu erfahren, um zu schießen, wo keine Aussicht auf Erfolg bestand. Sie warteten, bis die Tiger mit ihren Kapriolen fertig waren.
    Nach einigen Sekunden sprang eine der Bestien Renés Elefanten von der Seite an, damit der Elefant sie nicht mit dem Vorderfuß treffen konnte.
    René blieb genug Zeit, mit einer seiner Pistolen zu zielen und zu feuern, doch er traf den Tiger nur am Schenkel, und dieser Streifschuss fachte den Ingrimm des Raubtiers noch mehr an. Mit funkelnden Augen und geiferndem Maul krallte es seine Pranken in die Seite des Elefanten und versuchte, an ihm hinaufzuklettern, doch der Koloss schüttelte es einfach ab. Das ermöglichte René, einen zweiten Schuss auf den Tiger abzugeben, der ihn diesmal am Hals traf. Der Elefant ging auf den Tiger zu, schützte seinen Rüssel vor dessen Tatzen, indem er ihn hochhielt, und versuchte, ihn mit seinen riesigen Füßen zu zertreten, doch der Tiger entkam dieser Gefahr, indem er sich am Geschirr des Elefanten festzukrallen versuchte. Bernard auf der anderen Seite des Turms hielt vergeblich Ausschau nach dem Tiger, und Jane, die sich um René mehr Sorgen machte als um die eigene Sicherheit, beugte sich weit aus dem Turm hinaus. Glücklicherweise stieß der Elefantenlenker dem Tiger seine Pike in die Brust, um sein Bein aus den Krallen des für die Jäger unsichtbaren Tiers zu befreien. Der Tiger ließ das Bein los und stürzte zu Boden. Kaum lag er dort, stellte der Elefant ihm einen Vorderfuß auf den Kopf und trat zu.
    Doch nun befanden sich Sir James, Hélène und Jules in noch größerer Gefahr, denn während ein Tiger ihren Elefanten von vorne angriff, war ein zweiter von hinten auf den Rücken ihres Trägers gesprungen und hielt sich fest. Doch er hatte die Rechnung ohne René gemacht, dem er seine
linke Seite ungeschützt darbot, und René legte an, drückte ab und schoss ihm eine Kugel ins Herz.
    Zuerst bäumte der Tiger sich auf dem Elefantenrücken auf, dann verbiss

Weitere Kostenlose Bücher