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Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine

Titel: Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexandre Dumas
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versehen, die mehrmals um Bauch und Rücken der Elefanten geführt wurden. Um die Türme herum hängte man Behältnisse mit Munition und Lebensmitteln sowie Gefäße mit Trinkwasser.
    Dann wurden die Waffen inspiziert. Justin und seine Brüder besaßen nur Kommissgewehre mit Bajonett.
    René gab Justin seinen Stutzen mit gezogenem Lauf. Er hatte ihn schon mehrmals damit schießen lassen, ohne zu verraten, dass er ihm das Gewehr zum Geschenk machen wollte, und Justin hatte die Treffsicherheit der Waffe begeistert gelobt.
    Die Jagdgesellschaft verteilte sich wie folgt: Justin ritt; Sir James, Jules und Hélène bestiegen den Elefanten Omar, Jane, Bernard und René seinen Gefährten Ali. In jedem der Türme kam zusätzlich ein Diener unter, der den Sonnenschirm hielt. Sir James lieh Jules eines seiner zwei Manton-Gewehre, und zwei Lanzen wurden in ihrem Turm aufgestellt.
    Jane, René und Bernard nahmen in ihrem Turm Platz und rammten zwei Piken in den Holzboden des Gehäuses. René hatte seine zwei doppelläufigen Pistolen im Gürtel stecken; er wollte Bernard eine geben, doch dieser erwiderte, mit so einer Waffe sei er nicht vertraut.
    Die Elefantenlenker setzten sich auf den Kopf der Tiere, so dass die Ohren der Dickhäuter ihnen als Panzer dienten. Statt des Eisenhakens, mit dem sie sonst die Tiere lenkten, bekamen sie eine Pike ausgehändigt, die auch zur Verteidigung einzusetzen war.
    Treiber hatte man aus Furcht vor Unfällen nicht hinzuziehen wollen, doch zwölf Bedienstete hatten sich freiwillig gemeldet; angeführt und befehligt wurden sie von François, der als Waffen nur ein Kommissgewehr
mit Bajonett und den sagenhaften Entersäbel mit sich führte, mit dem René die Boa in zwei Teile gehauen hatte.
    Eine Meute von einem Dutzend Hunden, die auf Tiger abgerichtet waren, folgte den Jägern.
    Sir James, der in der Umgebung von Kalkutta bereits mehrmals an solchen Jagden teilgenommen hatte, wurde zum Leiter der Expedition erklärt.
    Man legte ungefähr zwei Meilen zurück, ohne etwas zu bemerken. Dann gelangte man zu dem Dschungel, in dem Justin die Fährten entdeckt hatte. Die Hunde winselten unruhig, die Elefanten hoben den Rüssel, und Justins Pferd begann zu tänzeln, machte unerwartete Ausfälle, stellte die Ohren auf und schnupperte. François feuerte seine Männer an, doch diese zögerten, in den Dschungel einzudringen, obwohl er ihnen vorausging.
    Daraufhin rief er die Hunde, die ihm brav folgten.
    »Vorsicht!«, warnte Sir James. »Der Tiger ist nicht mehr weit!«
    Kaum hatte er ausgesprochen, jaulte einer der Hunde erbärmlich.
    Und ein tiefes, grollendes Brüllen ertönte.
    Wer noch nie das Knurren eines Löwen und das Brüllen eines Tigers vernahm, der kennt zwei der erschreckendsten Geräusche der Natur nicht. Es sind Laute, die nicht allein über den Gehörgang, sondern geradezu durch alle Poren unserer Haut in uns eindringen.
    Das Gebrüll wurde von verschiedenen Stellen des Dschungels aus erwidert: Man hatte es mit mehr als einem Tiger zu tun.
    Die Gewehre wurden geladen; dann bellten alle Hunde wie verrückt, als könnten sie den Tiger nicht nur riechen, sondern auch sehen.
    »Der Tiger kommt!«, rief François.
    Fast gleichzeitig sprang mit einem Satz wie ein Blitz ein prachtvoller, voll ausgewachsener Königstiger aus dem Dschungel.
    Mit seinem ersten Sprung hatte er eine Entfernung von zwanzig Metern zurückgelegt, doch als scheute er die Berührung des Erdbodens oder als schnellte er wie eine Feder zurück, sobald er den Boden berührte, war er wieder im Wald und in der Deckung verschwunden.
    Alle Tiere wirkten eingeschüchtert, nur Justins Pferd zeigte mehr Zorn als Furchtsamkeit. Während des kurzen Erscheinens der Raubkatze blähte es die dampfenden Nüstern und warf ihr einen zornfunkelnden Blick zu. Man hätte meinen können, es hätte sich auf den Tiger gestürzt, hätte sein Reiter es nicht zurückgehalten.

    Es ließ sich kaum ein bewundernswerterer Anblick denken als dieser Reiter ohne Steigbügel, ohne Sattel, ohne Decke auf seinem Pferd, das Stimme und Knien seines Herrn noch rascher gehorchte als dem Zügel.
    Alle Blicke waren auf Justin geheftet, der barhäuptig, mit halb entblößter Brust und hochgerollten Ärmeln wie ein numidischer Reiter mit einer Hand die Mähne seines Pferdes hielt und mit der anderen seine Pike, als plötzlich unter den Rufen der Treiber, dem Schall von Büffelhörnern und dem Gebell der Hunde ein zweiter Tiger den Wald verließ, nicht mit einem Sprung

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