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Der Köder

Der Köder

Titel: Der Köder Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: P.J. Tracy
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hundert
    Leute finden, die alle drei gekannt haben.»
    «Sie waren vertraut miteinander, nicht wahr? Morey, Ben und
    Rose?»
    «Scheiße, wie soll ich das wissen?»
    «Weil du es weißt, verdammt. Du hast eine Heidenangst
    bekommen, als du hörtest, dass Ben Schuler erschossen worden ist.
    Das haben Gino und Magozzi mitgekriegt. Meinst du, sie fragen sich nicht, warum? Und sie waren nicht dabei, als es dich beim Anblick von Rose Klebers Foto umgehauen hat. Verdammt, Jack, du weißt
    etwas über diese Morde. Warum rückst du nicht raus damit?
    Menschen sterben.»
    Jack drehte sich zu ihm. «Was zur Hölle soll das? Gestern war es
    dir noch völlig gleichgültig, wer deinen eigenen Schwiegervater
    umgebracht hat, und heute spielst du wieder Mr. Cop. Was soll das?»
    «Ach ja? Du hast da was vergessen, Jack. Gestern hast du mir
    mächtig zugesetzt, weil ich angeblich nicht versuchen würde herauszufinden, wer Morey umgebracht hat, und jetzt, da ich ein
    paar Fragen stelle, bist du derjenige, der nicht darüber sprechen will.
    Was soll das?»
    Voller Frust schlug Jack den Kopf nach hinten gegen den Sitz
    und las das große grünweiße Freeway-Schild, während sie durch eine Unterführung fuhren. «Verdammt, Marty, das war Jonquil. Du bist
    vorbeigefahren. Nimm die nächste Ausfahrt.»
    «Du musst mit mir reden, Jack. Von alleine verschwindet dieses
    Problem nicht.»
    Jack blieb einen Moment lang stumm, und dann, gerade als sie
    auf der Freeway-Ausfahrt langsamer wurden und die relative
    Sicherheit des städtischen Verkehrs erreichten, schloss er den
    Sicherheitsgurt über seinem Schoß. «Fahr rechts ab, dann drei
    Blocks hoch. Die Straße gabelt sich an einem Bach, da musst du dich links halten.»
    Marty sah auf seine rechte Hand, die das Lenkrad umfasste. Sie
    sah aus wie eine Faust, und er fragte sich, was es wohl für ein Gefühl sein mochte, Jack diese Faust ins Gesicht zu schmettern. Es bedurfte seiner gesamten Willenskraft, besonnen und nicht bedrohlich zu
    sprechen. «Hör mir zu, Jack. Du machst einen Denkfehler. Wenn du
    etwas weißt, was den Cops helfen könnte, dem Morden ein Ende zu
    setzen, dann musst du es ihnen sagen. Denn wenn du es nicht tust
    und noch jemand stirbt, hättest du gleich selbst abdrücken können.»
    Jack wandte sich ihm mit einem eigenartigen Lächeln zu, das an-
    und auszugehen schien, während sie unter den Straßenlaternen
    hindurchfuhren. «Das wird nicht passieren, Marty. Keine Sorge. Hast du eigentlich noch die 357er von damals?»
    Marty sah Jack ungläubig an und hätte beinahe einen parkenden
    Wagen geschrammt. «Zum Teufel, Jack, du machst mich irre. Ich
    weiß nicht mehr, wer du bist.»
    «Ich auch nicht. Aber was ist mit der Waffe? Hast du sie noch?»
    Marty stieg in die Bremse, sodass Jack nach vorne geschleudert
    wurde und der Wagen mit kreischenden Reifen mitten auf der Straße zum Stehen kam. «Ja, ich habe die gottverdammte Waffe! Willst du
    sie ausleihen? Dir eine Kugel in den Kopf jagen und mir die Mühe
    ersparen?»
    «Hm, Marty, ruhig doch.» Jack schüttelte die Hand, mit der er
    sich am Armaturenbrett abgestützt hatte. «Du hast mir fast das
    Handgelenk gebrochen. Gut, dass ich noch den Sicherheitsgurt
    angelegt habe. Wusstest du, dass neunzig Prozent aller Autounfälle auf normalen Straßen passieren? Alle denken, die Freeways sind die Schlachtfelder, aber dem ist nicht so.»
    Marty schloss die Augen und lehnte die Stirn gegen das Lenkrad.
    «Also, zurück zu der Waffe. Ich möchte, dass du mir einen
    Gefallen tust. Fahr nach Hause, hol sie, hab sie immer zur Hand und bleib für ein paar Tage bei Ma. Wirst du das tun?»
    Marty drehte den Kopf, sah ihn hoffnungslos resigniert an. «Jack, du musst mir erzählen, was geschieht.»
    «Menschen werden erschossen, das geschieht. Alte Menschen.
    Juden. Wie Ma. Behalt sie einfach im Auge, das ist alles.»
    Marty seufzte und fuhr langsam an. Am Bach links, in weiten
    Kurven um eine baumbestandene Siedlung, und die ganze Zeit über
    fühlte er sich, als führe er durch einen Traum, unfähig, irgendetwas zu ändern.
    «Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich noch mehr Menschen
    sterben lassen würde, wenn ich etwas tun könnte, um dem Einhalt zu gebieten, oder, Marty?»
    Marty brauchte nicht zu überlegen, und das überraschte ihn.
    «Nein. Das glaube ich nicht. Aber ich glaube, du steckst in
    Schwierigkeiten, und du willst dir von mir nicht helfen lassen.»
    Jack lachte glucksend. «Mir kann schon seit langer Zeit

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