Der Weg der Könige - Sanderson, B: Weg der Könige - The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1
Ziel nahe – so nah wie noch nie. Seit sechs Jahren hat kein Großprinz seinen Soldaten mehr erlaubt, gegen die Armee eines anderen loszumarschieren. «
Außer in Alethkar. Dort wurden noch immer bedeutungslose Schlachten über Landrechte oder wegen alter Beleidigungen ausgefochten. Es war zwar lächerlich, aber den Versuch zu unternehmen, die Alethi vom Krieg abzuhalten, glich einem Bemühen, dem Wind zu verbieten, weiterhin zu blasen.
Adolin nickte. »Es ist ein guter Plan, Vater. Viel besser als ein Rückzug. Aber es wird ihnen nicht gefallen, die Scharmützel auf den Plateaus einzustellen. Es ist wie ein Spiel für sie.«
»Ich weiß. Aber wenn ich einen oder zwei dazu bringen kann, ihre Soldaten und Kriegsmittel für die Angriffe zusammenzuwerfen, dann wäre das immerhin ein erster Schritt hin zu dem, was wir in der Zukunft brauchen. Ich würde lieber eine Möglichkeit finden, eine große Zahl von Parschendi auf die Ebene zu locken und ihnen auf einem der breiten Plateaus die Stirn zu bieten. Aber ich habe noch gar keine Ahnung, wie uns das gelingen könnte. Wie dem auch sei, unsere getrennten Armeen müssen jedenfalls lernen, zusammenzuarbeiten. «
»Und was unternehmen wir gegen das Gerede über dich?«
»Ich werde einen offiziellen Widerruf verbreiten«, sagte Dalinar. »Allerdings darf es nicht so aussehen, als hätte sich der König geirrt. Und gleichzeitig muss ich die Wahrheit sagen.«
Adolin seufzte. »Ein offizieller Widerruf, Vater?«
»Ja.«
»Warum denn kein Duell?«, fragte Adolin. Er beugte sich vor und fuhr erwartungsvoll fort: »Eine langweilige Erklärung kann vielleicht deine Ideen verbreiten, aber die Leute werden sie nicht empfinden . Wenn du allerdings jemanden auswählst, der dich einen Feigling genannt hat, und ihn herausforderst, dann wird jeder begreifen, was es für ein Fehler ist, den Schwarzdorn zu beleidigen!«
»Das kann ich nicht«, sagte Dalinar. »Der Kodex verbietet so etwas für jemanden von meinem Stand.« Vermutlich sollte sich auch Adolin nicht duellieren, aber Dalinar hatte ihm kein vollständiges Verbot aufgezwungen. Duelle waren nun einmal sein Leben. Sie und die Frauen, um die er warb.
»Dann beauftrage mich damit, die Ehre unseres Hauses zu verteidigen«, sagte Adolin. »Ich werde mich mit ihnen duellieren! Ich werde ihnen mit Panzer und Klinge gegenübertreten und ihnen zeigen, was deine Ehre bedeutet.«
»Das wäre genauso, wie wenn ich es selbst täte.«
Adolin schüttelte den Kopf und sah Dalinar eindringlich an. Er schien nach etwas zu suchen.
»Was ist los?«, fragte Dalinar.
»Das versuche ich gerade herauszufinden«, antwortete Adolin. »Was hat dich am stärksten verändert? Die Visionen, der Kodex oder dieses Buch? Falls es überhaupt einen Unterschied zwischen ihnen gibt.«
»Der Kodex ist etwas ganz anderes als die übrigen beiden«, wandte Dalinar ein. »Es ist eine Tradition des alten Alethkar.«
»Nein, Vater, alle drei hängen doch zusammen. Irgendwie müssen sie in dir miteinander verbunden sein.«
Dalinar dachte kurz darüber nach. Konnte der Junge denn Recht haben? »Habe ich dir schon einmal die Geschichte von dem König erzählt, der einen Felsblock trägt?«
»Ja«, sagte Adolin.
»Wirklich?«
»Schon zweimal sogar. Und ich musste mir den Text einmal aus dem Buch vorlesen lassen.«
»Oh. Also gut. In demselben Abschnitt gibt es eine Stelle über den Zwang , Menschen folgsam zu machen, im Gegensatz zu der Erlaubnis , sie dir folgen zu lassen. In Alethkar arbeiten wir zu viel mit Zwang. Wenn du dich mit jemandem duellierst, weil er behauptet, ich sei ein Feigling, so wirst du dadurch seine Ansichten nicht ändern. Vielleicht wird er so etwas dann nicht mehr sagen, aber er wird es weiterhin denken. Ich weiß, dass es so ist. Du musst mir auch in dieser Hinsicht vertrauen.«
Adolin seufzte und stand auf. »Vermutlich ist ein öffentlicher Widerruf besser als gar nichts. Wenigstens hast du es nicht ganz aufgegeben, deine Ehre zu verteidigen.«
»Das werde ich niemals tun«, sagte Dalinar. »Ich muss nur vorsichtig sein. Ich darf nicht zulassen, dass wir uns noch weiter voneinander entfernen.« Er wandte sich wieder seinem
Mahl zu, spießte mit seinem Messer das letzte Stück Hähnchen auf und schob es sich in den Mund.
»Ich gehe zurück auf die andere Insel«, sagte Adolin. »Ich … warte mal, ist das wirklich Tante Navani ?«
Dalinar blickte hoch und stellte überrascht fest, dass Navani auf ihn zukam. Dalinar warf einen
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