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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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ich nicht sagen / und da ichs ungerochen liesse / dürfte ich mein Vaterland nimmer wieder betreten. Etliche so zugegen wahren / kenneten Parmenio / sahen Valikules traurig an / und gaben zur Antwort: Sie möchten wünschen daß ers mit einem andern zutuhn hätte /rühmeten zwar sein gutes Herz / aber dafern er diesen Ritter besser kennen solte / würde er zweifels ohn auff andere Wege sich mit ihm vergleichen. Der jungen ädelleute einer / der ihn zu Korinth und auff dieser Reise hatte kämpfen sehen / antwortete; Er vor sein Häupt kennete zwar den Parmenio nicht / doch zweifelte er an Herrn Valikules Siege so wenig / daß er 500 Kronen verwetten wolte / jener gleichete diesem weder an Kräften / noch an Erfahrenheit zu kämpfen. Der Wirt wahr ein haabseliger Mann / und sagte: wann Herr Valikules sichs nicht zum Schimpffe zöge / währe er willens die Wette in so weit anzunehmen /daß jener diesem in beyden Stücken zum wenigsten nicht ungleich währe. Valikules baht sehr / der erste möchte sein erbieten wiederruffen / mit anzeigung /wie sehr jhm solches zu wider währe; welcher aber sich daran so wenig kehrete / daß ers auff ein doppeltes setzete. Der Wirth nam es an / mit der Bedingung / daß er jhm Versicherung der Bezahlung schaffete /im falle er unten ligen würde; da Valikules zu dem Wettesetzer sagete; weil jhr dann so gute Hofnung zu mir traget / ob ich gleich weniger bin als jhr mich haltet / ich mich auch bloß nur auff GOtt und meine gute Sache verlassen muß / wil ich doch nicht / daß ihr meinetwegen in Schaden gerahtet / und setze euch daher ein Pfand vor / womit ihr auff mein Unverhalten werdet bezahlen können. Zohe hiemit ein köstliches Kleinot hervor / welches die Anwesende über 2000. Kronen schätzeten / und stellete es dem Wirt zu. Die gantze Gesellschafft wunderten sich sein / wünscheten jhm Heyl und Sieg / auch selbst der / welcher die Wette wieder jhn auffgenommen hatte / und beteurete hoch / daß er lieber eins so viel verlieren / als jhm Lebens Unfall gönnen wolte; und die Götter / sagte er /wollen meinem Herren Glück verleihen / auff welchen fall er mir versprechen wird / heut mein Gast zu seyn. Valikules bedanckete sich dessen / und gab zur Antwort; es möchte Gott seinen gnädigen Willen schaffen. Weil auch die Jünglinge mit jhrer ansehnlichen bewehreten Gesellschafft verhanden wahren / setzete er sich zu Pferde / dankete jhnen höfflich wegen jhrer Gewogenheit / und folgete seinem Feinde gantz gehertzet nach. Als er nun mit Gallus auff das Feld kam / fand er so eine grosse Menge der Zuseher / dz er Mühe hatte hindurch zu brechen / dann es war die Fehde in der gantzen Stadt erschollen / und hatten sich nicht allein Männer und Knaben / sondern auch Weiber und Jungfern hinaus gemacht / die sonst bey den Olympischen Schauspielen / vermöge der Gesetzen / sich nicht durften finden lassen. Parmenio sahe jhn herzu nahen / schlug seinen Helm auff / uñ sagete überlaut: O jhr Götter / muß ich nun zu meinem ewigen Schimpfe mit einem Jungen streite / der mir seinen Frevel nicht bezahlen kan / ob er gleich zehn Hälse hätte! doch der Römische Nahme / welchen er vorwirft / machet / daß ich jhn meinen Stalbuben nicht unter die Hände geben kan. Sendete alsbald seinen Reitknecht ab / uñ ließ jhm ansagen; weil er sich wirdig hielte / den Tod von eines Ritters und KriegsObristen Hand zuempfahen / dessen er doch zugering währe / wolte er ihm denselben bald mitteilen / durchaus aber zuvor mit Gallus ein Treffen tuhn. Wolan /sagte Valikules / reitet hin / und saget dem stolzen Narrn / mein Gallus solle jhm zuwillen seyn / das übrige wil ich mit der Faust beantworten. Gallus ward dessen froh / und höffete grosse Ehr einzulegen / welches er ihm nicht zutrauete / massen er wol sahe / daß er zu Pferde wenig geübet wahr; unterrichtete ihn deswegen in aller kürze / wie er sich verwahren / und in rennen sich verhalten solte; welches er fleissig in acht nahm / stellete sich mit frischem Muht gegen Parmenio / den er schon daher sprengen sahe / und brachte seinen Stoß wolan / vermochte ihn aber im Sattel /nicht zubewägen / da er doch hingegen unsanft ausgehoben ward / daß er im Falle einen Arm verrenkete /und an der Schulter etwas verwundet ward. Parmenio trabete hochmuhtig vorbey / nicht anders als hätte er mit einem Stosse sie alle beyde nidergeworffen / nahete sich zu Valikules / und sagete; Schelm / was gäbestu iezt drüm / daß ich dir Lebensfristung verhiesse /uñ wegen deines

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