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Die Enden der Parabel

Titel: Die Enden der Parabel Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Thomas Pynchon
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Korsett geschnürt, das ihre Taille auf den Durchmesser einer
    Brandyflasche zusammenpreßt und die flachen Prä-Backfisch-Brüste zu kleinen weißen Mondsicheln hochtreibt. Strapse aus Satin, verziert mit minuziös gearbeiteten pornographischen Stickereien, laufen über ihre Oberschenkel, um Strümpfe zu halten, die in dunklen Streifen Alenconspitze enden. Die nackten Rückseiten ihrer Beine streichen sanft über Slothrops Gesicht, der jetzt riesige, arschbegeisterte Bisse zu nehmen beginnt, gleichzeitig um sie herumgreift und an Schamlippen und Kitzler spielt. Biancas kleine Füßchen beginnen einen nervösen Tanz zu trommeln, scharlachrote Fingernägel graben sich, scharf wie Nadeln, unter ihre Strümpfe und in ihre Beine, während er Liebesbisse, rote Nebelflecke in ihre empfindlichen Zonen pflanzt. Sie riecht nach Seife, Blumen, Schweiß, Fotze. Ihr langes Haar fällt bis in Slothrops Augenhöhe, dünn und schwarz, die gespaltenen Spitzen flüstern über die weiße Haut ihres Rückens, verschwinden, kehren wieder, wie Regen ... sie hat sich umgedreht und sinkt auf ihre Knie, um seine scharfgebügelte Hose zu öffnen. Vorgebeugt, das Haar hinter die Ohren zurückstreichend, nimmt das kleine Mädchen die Eichel von Slothrops Schwanz zwischen seine rotbemalten Lippen. Augen glitzern durch Wimpernfarn, winzige Wieselhände jagen über seinen Körper, lösen Knöpfe, streicheln. Das zarte Kind: ihre Kehle schluckt, hallt nach in einem Stöhnen, als er in ihre Haare fährt und sie zusammendreht ... alles hat sie rausgekriegt über ihn. Sie weiß genau, wann sie ihren Mund zurückziehen und aufstehen, ihre hochhackigen Pariser Pumps zu beiden Seiten neben ihn pflanzen, sich über ihm wiegen, ihr Gesicht und den Rahmen ihrer langen Haare im Kreis schwingen und die Bewegung mit ihren Hüften und dem Korsett, dem dunklen Rahmen ihrer Schamhaare und ihres Bauchs, wiederholen muß. Dann ihre nackten Arme hebend, streicht sich die kleine Bianca ihre Haare über die Schultern, wirft den Kopf, bis die Mähne über ihren Rücken fällt, läßt nadelspitze Finger abwärts gleiten, läßt ihn warten, gleitet über den Satin hinunter, über die glänzenden Haken und Spitzen bis zu ihren Schenkeln. Und dann stürzt ihr Gesicht, rundlich vor Babyspeck, stürzen riesige, nachtschattige Augen auf ihn herab, als sie in die Knie geht, seinen Penis in sich einführt und sich langsam auf ihm niederläßt, sich so lange martert, bis er sie ausfüllt, gestopft voll...
    Jetzt passiert hier etwas, tja, ziemlich Komisches. Nicht, daß es Slothrop sofort, während es geschieht, bewußt wäre - aber später wird er sich erinnern, daß er sich -mag seltsam klingen, ist aber nicht zu ändern -, also: in seinem eigenen Schwanz befunden hat. Ja, er ist vollkommen umgeben vom metropolen Organ, all das übrige, koloniale Gewebe ist vergessen und sich selbst überlassen, seine Arme und Beine scheinen verwoben mit Gefäßen und Rohrleitungen, sein Sperma, irgendwo unten zwischen seinen Füßen, brüllt lauter und lauter, heizt sich auf zur Eruption ... kastanienbraunes, abendliches Fotzenlicht erreicht ihn in einem einzigen Strahl durch die Öffnung in der Decke, gebrochen von den klaren Flüssigkeiten, die um ihn herumfließen. Er ist eingesperrt. Alles ist kurz davor, zu kommen, ganz unglaublich zu kommen, und er ist hilflos eingefangen hier in dieser explodierenden Bemächtigung... rotem, nachhallendem Fleisch ... einem ungeahnten Gefühl der Erwartung, sich zu erheben ...
    Sie reitet, seine schöne Amazone, den Kopf in den Nacken geworfen, auf- und abzuckend, die Schenkelmuskeln angespannt wie Kabel unter ihrer Haut, oben die Babybrüste Stoß um Stoß über den Korsettrand rutschend... an den Brustwarzen zieht Slothrop Bianca zu sich herab, beißt beide nacheinander zu voller Härte. Sie schlingt ihre Arme um seinen Hals, drückt sich an ihn, es beginnt ihr zu kommen, ihm genauso, und dann hebt ihn die gemeinsame Woge aus seiner Erwartung heraus, schleudert ihn durch das Auge in der Spitze des Turms und in sie hinein in einer einzigartigen Detonation von Berührung. Einer Ankündigung der Leere: was könnte sie anderes sein als die königliche Stimme des Aggregates selbst?
    Irgendwo in ihrem Beieinanderliegen sind da ihr Herz, pochend, ihre Haare, die über beide Gesichter fallen und sie schützen, die kleine Zunge an seinen Schläfen und Augen, immer wieder und wieder, seidene Beine, die seine Flanken reiben, das kühle Leder ihrer Schuhe an

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