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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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darüber die Rüstung mit dem Abzeichen der Kommandantin. Die schwarzen Haare wurden durch eine Spange hochgehalten. Ihr gefiel, was sie sah. »Ihr könnt. Es ist zwar nicht die übliche Mode in Elhàtor, aber einem Gast und dazu noch einem Alb aus Tark Draan wird sie es nachsehen.« Sie zeigte auf seine umhüllten Finger. »Ihr könnt die Handschuhe nicht ablegen?«
    »Sie sind mit mir verbunden wie das Metall. Außerdem gab es keinen Grund dazu.«
    »Keinen?« Ávoleï klang verwundert. »Mögen es die Albinnen aus Eurer Heimat, wenn man sie mit Eisen anfasst?«
    Aiphatòn erwiderte nichts.
    »Wir werden erwartet.« Sie übernahm die Führung durch den Palast, er folgte ihr mit einem Schritt Abstand und sah sich um.
    Auch wenn er nicht viel von Dâkiòn gesehen hatte, erkannte er frappierende Unterschiede in der Bauweise und in der Wahl der Verzierungen. Knochen und Beinscheiben waren als Zierrat an den Wänden und Decken zum Einsatz gekommen, doch sie waren alle tierischen Ursprungs. Die wenigen Gebeine, die von anderen Wesen stammten, ließen sich an einer Hand abzählen.
    Der Palast war licht- und luftdurchlässig gebaut, damit der Seewind die Hitze des Umlaufs aus den Räumen wehen konnte. Die beherrschende Farbe war Weiß, das Schwarz diente einzig zum Betonen von Fensterrahmen, Sitzbänken oder Besonderheiten in den Räumen. Zudem sah er viele Zeichen, die nicht albisch waren.
    Ganz anders als die Dsôns im Geborgenen Land. Was Aiphatòn Modôia über das Geborgene Land und die Dsôn Aklán erzählen würde, wusste er noch nicht. Am Ende löste er den Drang aus, Rache für das Ende der Drillinge nehmen zu wollen. Sie wird mich viel fragen.
    Das Kribbeln, das er in Dâkiòn bereits an seinem Leib spürte, hatte ihn nach Elhàtor begleitet. Die Hoffnung, von dem Leid erlöst zu werden, wenn er sich aus der hünenhaften Stadt bewegte, erwies sich als Trugschluss. Er blickte auf seine Panzerhandschuhe, auf denen gelegentlich die Runen aufglommen. Oder sollte sich auch hier ein solches Feld befinden? Er wollte bei Gelegenheit danach fragen.
    Ávoleï schwenkte nach rechts und führte ihn in einen Hof, über dem sich ein Glasdach wölbte, auf dem die Regentropfen leise aufschlugen. Vier Gebeinspringbrunnen gluckerten in den Ecken, in der Mitte befand sich eine Erhöhung und eine Sitzgruppe um einen niedrigen Tisch. Das Wasser verströmte einen blütenartigen, erdigen Duft.
    Sie wurden bereits erwartet.
    »Die Albin in der Mitte mit dem weißen Kleid ist meine Gevatterin«, erklärte Ávoleï leise. »Rechts neben ihr, in dem blauen Gewand eines herausgeputzten Gecken, das ist Ôdaiòn, ihr Sohn. Die Dame an seiner Seite, die seine Art, sich zu kleiden, bereits nachahmt, ist Irïanora, eine Geisel aus Dâkiòn und die Nichte des dortigen Regenten. Links sitzt meine Mutter, Leïóva.«
    Aiphatòn versuchte, sich die Namen zu merken.
    Sie hatten das Podest erreicht und betraten es.
    Ávoleï zeigte auf das freie, hohe Kissen. Als der Alb sich niedergelassen hatte, begab sie sich an die Seite ihrer Mutter. »Ich bringe Euch den Kaiser der Albae aus Tark Draan«, verkündete sie mit einem süffisanten Unterton. »Wir sammelten ihn ein, als er von Shôtoràs’ Kriegern von der höchsten Klippe der Stadt geworfen wurde.«
    Gelächter erklang, Ôdaiòn lachte von allen am lautesten.
    Aiphatòn ertrug es. »Ich kam nach Ishím Voróo, weil ich deinen Runen folgte, Modôia«, erklärte er und verschwieg, dass er sie entfernt hatte. »Mein Weg führte mich von der Siedlung unterhalb der Zackenkrone geradewegs bis nach Dâkiòn, wo meine Reise eine … unschöne Wendung nahm und ich meinen Speer einbüßte.«
    »Und einen Teil Eures Stolzes«, warf der Herrscherinnensohn ein.
    »Ich brauche keinen Stolz«, erwiderte Aiphatòn freundlich. »Stolz überlasse ich denen, die unentwegt Bestätigung benötigen.«
    Modôias Blick war abwesend geworden. »Meine Runen«, wiederholte sie leise. »Ich vergaß, dass ich sie an die Hänge malte.«
    Leïóva, ein leicht älteres Abbild ihrer Tochter, goss ihm Wasser ein. Sie bevorzugte einen zarten, weißen Rock und ein Oberteil, das die Muskeln ihrer freien Schultern hervorhob. »Wie fandet Ihr die Siedlung? Sie liegt gut versteckt. Zudem weiß keiner von ihr.«
    »Das stimmt nicht ganz. Carmondai schrieb eine unfertige Ode an die Zehn , die von Aklán Firûsha ausgesandt worden waren, um den Gerüchten nach dem Dorf jenseits der Zackenkrone auf den Grund zu gehen«, widersprach er. »Ich

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